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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0354 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
| 私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1 |
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nicht in Anspruch genommen wird. Etwa 30 li nördlich oder nordöstlich vom Dorfe soll
der Bach einen See oder Sumpf bilden, in dem jedoch jetzt kein Wasser vorhanden war.
Im Winter erhalten die Bewohner hauptsächlich ihren Wasserbedarf aus Brunnen, die
gewöhnlich etwa 2 m tief sind. So hatte der Brunnen von Bo-to-gaj-tsa 2,11 m Tiefe
(+6,35° C), der von Lej-tsa-cho 1,30 m (+5,95° C).
Nach Ma-lo-tjing führt der Weg hauptsächlich nach Osten; nachdem wir die letzten
Äcker des Dorfes verlassen haben, beginnt wieder lichte Steppe. Der Bach, der östlich des
Dorfes nur 4 bis 5 m breit war, verschwindet in NO, es scheint unzweifelhaft, dafs er
irgendwo in der Wüste einen Sumpf bildet, denn wir begegneten einer großen Menge von
Ochsenkarren, die mit frischem Schilf, wie es nur an den Seen wächst, beladen waren.
Andere transportierten Tamarisken aus der Steppe nach den Dörfern, um als Brenn-
holz benutzt zu werden. Auch hier hatten wir nur rechter Hand Sanddünen; der Weg
kreuzt einen kleinen Ausläufer der Wüste. Der Brunnen von Ma-lo-tjing war 1,83 m tief,
das Wasser +3°, fast untrinkbar wegen seines ausgesprochenen Salzgeschmacks. Nördlich
vom Wege sehen wir in bedeutender Ferne einen niedrigen Gebirgsarm, wahrscheinlich
nur Hügel.
Nach Ko-to-choa. Zuerst reiten wir durch Steppe mit lichten Tamarisken und
hin und wieder einzelnen Dünen. Dann folgt etwa 11 km vollkommen ebener, harter,
steriler Boden, etwas feucht und ringsherum von Sanddünen umgeben. Dies ist das Becken
eines temporären Sees, der wahrscheinlich nur eine kurze Zeit im Sommer oder nach
Überschwemmungen, welche durch Regen verursacht werden, mit einer ganz flachen Wasser-
schicht gefüllt wird. Seine Umrisse waren sehr unregelmäßig, mit Busen und vorspringenden
Landzungen und Halbinseln in allen Richtungen. Er ist von Westen nach Osten gerichtet;
im Osten des Sees breitet sich Steppe aus, aber dann gelangen wir mit einemmal in einen
Gürtel von hohen zusammenhängenden Dünen hinein, welche teils steril, teils mit gras-
artiger Wüstenvegetation bedeckt sind. Die steilen Seiten lagen immer nach Osten. Dieser
Sandgürtel ist nur etwa 5 km breit und geht ebenso schnell auf der anderen Seite in
Steppe über. Dieser Teil der Ala-schan-Wüste ist insofern der westlichen Gobi, Takla-
makan, unähnlich, als der Sand sich hier nur in Feldern, Flächen und Gürteln ausgebreitet
hat, wogegen er in der westlichen Wüste ununterbrochen ist. Über zwei jetzt trockene
Sümpfe, mit weißen Salzkrystallen bedeckt, erreichen wir den 1,40 m tiefen Brunnen Ko-
to-choa, mit fast ganz süfsem und klarem Wasser von +0,6° (—7,8° Lufttemperatur um
9 Uhr nachmittags). Diese Temperaturen sind jedoch gewiß von der kalten Luft beeinflußt,
denn im allgemeinen sind die Brunnen ganz offen.
Nach Lo-tja-tjing. Unmittelbar östlich vom Brunnen beginnt ein neuer Gürtel
der Sandwüste. Anfangs standen sie wie gelbe Klötze auf dem braunen, harten, schwach
unebenen Boden, bald werden sie aber mächtig und lassen nicht einen Quadratmeter sand-
frei. Der Platz, wo der Brunnen von Ka-to-choa gegraben war, und wo auch Grasvegetation vor-
kam, bezeichnete also nur eine kleine Oase in der Sandwüste. Die Dünen erreichen freilich
nur etwa 10 m Höhe, lagen aber so dicht, dafs die Terrainverhältnisse als sehr ungünstig
betrachtet werden konnten. Im allgemeinen ist die Gegend steril, nur hin und wieder
treten Kamisch, Disteln und andere Wüstenpflanzen auf; von Tieren ist keine Spur vor-
handen. Der Weg ist nur durch die Kameldüngung der Karawane sichtbar. Eine sehr
allgemein vorkommende Erscheinung ist die, dafs die sonst weiche Fläche einer Düne von
einem Fleck fast steinhart gepackten, dunklen, ebenfalls von kleinen Wellen gestreiften
Sandes unterbrochen wird. Diese harten Flächen gehören einem älteren, durch andere
Windrichtung gebildeten Dünensystem an, vielleicht durch Niederschlag zufällig gebunden,
über welchen sich dann, bei der neuen Windrichtung, frische Dünen ausgebreitet haben.
Der Brunnen von Lo-tja-tjing befand sich auf einem SSO—NNW streichenden Streifen sand-
freien Bodens mit etwas Vegetation.
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