National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
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die Steppenpflanzen am Rand aufhörten. Ziemlich weit nördlich davon erheben sich einige
Hügel. Offenbar ist dies entweder ein altes Bett des Hwang-ho oder auch ein Arm desselben.
Am Ufer lagerten wir bei einer Quelle, welche von den Chinesen Je-tse-sche genannt wird.
Am 3. Februar verließen wir dieses alte Bett, indem es eine nördliche Richtung ein-
schlägt, wogegen wir nach ONO gehen. Der Boden ist jetzt Steppe mit kleinen Kegeln,
zwischen welchen sich hin und wieder Flugsand ausgebreitet hat; die Dünen sind aber
klein. Da-ja-che ist der Name eines von gebrannten Ziegeln aufgeführten und von ein paar
armseligen Hütten umgebenen Tempels. Von SO mündet in das alte Flußbett ein 25 m
breites und 3 m tief eingeschnittenes Nebenbett ein; sein Boden war mit Flugsand bedeckt;
auch dieses Bett ist vom Wasser verlassen worden. Nach dem Lagerplatz Nr. IX führte
sonst der Weg über fast ganz ebene Steppe; im Süden erhoben sich niedrige Hügel.
Von hier aus geht der Weg fast nach O, wechselsweise über Steppe und niedrige Sand-
dünen. Die von Mongolen bewohnte Gegend hieß Tuguri. Östlich davon kreuzten wir
ein fast 100 m breites Bett, welches fest gefrorenes Wasser enthielt und von Süden nach
Norden gerichtet ist; am linken Ufer liegt ein kleines Tempeldorf; das Bett scheint haupt-
sächlich von Quellen gespeist zu werden und wird Korekindi genannt. In der östlich
des Bettes gelegenen Gegend Majla waren mehrere Mongolenlager und Herden sichtbar.
Der Brunnen am Lager Nr. X wurde Schoan-schin-gun genannt.
Auf der nächsten Tagesreise nach Osten folgen wir dem rechten Ufer eines tief ein-
geschnittenen Bettes, das wir endlich kreuzten; es war hier 8—10 m eingeschnitten in
weichen, gelben Erdboden und hatte meistens fast senkrechte Ufer; seine Eisscheibe war
15 m breit. Die Wegweiser erklärten, es sei dies ein Nebenarm des Hwang-ho und haupt-
sächlich von Quellen gespeist. Die spätere Hälfte des Tagemarsches führt nach SO. Eine
interessante Unterbrechung in der öden, einförmigen Landschaft lieferte noch ein altes Bett
des Hwang-ho, welches außerordentlich deutlich und scharf markiert ist, als ob es vor nur
ein paar Jahren verlassen worden wäre. Die Ufer sind recht steil, der sandige Boden ist
mit Steppenvegetation licht bewachsen und enthält auch etwas Schutt. Auf der Ostseite des
Bettes breitet sich wieder vollkommen ebene Steppe aus; die Gegend wird allmählich be-
wohnter. Im Dorfe Wä-tä-achian wurde gelagert.
Auf der Strecke nach Ho-dji-to wanderten wir mehrere Kilometer in dem alten Hwang-
ho-Bette, in dem stellenweise die Spuren fließenden Wassers noch deutlich sichtbar waren.
Die Gebirge am linken Ufer des Hwang-ho sind jetzt deutlich sichtbar und wurden Da-
tjin-tsa genannt. Am 7. Februar kreuzten wir zum zweitenmal den Hwang-ho, der hier
385 m breit und mit dickem Eis bedeckt war. Am rechten Ufer gibt es eine recht
mächtige Uferterrasse, das linke steigt langsam. Hier liegt das nicht unbedeutende Dorf
Lej-bi-jo-sta; Ha-tjing-jo-tsa ist das nächste. Die letzte Tagesreise nach Pao-to führte öst-
lich, durch Dörfer und kultivierte Gegenden.
Die große Straße von Pao-to über Kwei-hwa-tschung (Koko-khoto) und Djan-dja-khu
(Kalgan) ist so gut bekannt, dafs dieselbe keiner genaueren Beschreibung bedarf.
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