National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books

> > > >
Color New!IIIF Color HighRes Gray HighRes PDF Graphics   Japanese English
0404 Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 / Page 404 (Grayscale High Resolution Image)

New!Citation Information

doi: 10.20676/00000262
Citation Format: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR Text

26, 25, 24 und Roborowskijs Position Nr. 12) nach den kleinen und provisorischen Dar-
stellungen in der russischen 40-Werstkarte zu vergrößern; um so mehr fällt hier Sven
Hedins Aufnahme der östlichen Flußarme mit seinen Seen in die Augen.

Careys oder vielmehr Dalgleishs Itinerar¹) am Unterlauf des Jarkent-darja, vom
14. November bis zum 3. März 1886 reichend, ergab verhältnismäßig nur dürftige, heute
wohl kaum noch zutreffende Details, um so mehr, weil, wie ich oben bereits erwähnt habe,
die Originalskizzen der Reisenden unveröffentlicht geblieben sind.

Sektion IV. Der Arka-tag und Nord-Tibet.

Dieses Blatt und die östlich anstoßende Sektion V bieten zusammen ein im geographi-
schen Sinne durchweg auf neuen und neuesten, größtenteils bisher unveröffentlichten
Materialien aus dem verflossenen Jahrzehnt und sind wohl geeignet, recht augenfällig den
großen Wert der Sven Hedinschen Leistungen erkennen zu lassen. In der Breitenzone des
37. Grades N. Br. sind im Westblatt (IV) die Karten und Positionen Roborowskijs,
die Pjewtsowschen und Careyschen Entdeckungen in größerem Maßstab als auf allen
bisherigen Karten dieser Länder verwertet; die Breitenzone des 36. Grades, die gewaltigen,
von ewigen Schnee bedeckten Parallelketten des Arka-tag mit ihren zahllosen lang-
gestreckten Salzsee becken ist fast allein nach Sven Hedins Aufnahmen gezeichnet,
während kaum einem halben Grad südlicher, nahe dem 35. Grad, die Reise der englischen
Offiziere Wellby und Malcolm ganz ähnliche Hochtäler im Süden der Zentralkette
des Kwen-lun erschloß; sie lehnt sich im Osten an die große, von Prschewalskij, dem Pun-
diten Krischna und zuletzt von Rockhill begangene große Verkehrsstraße an, die, von
Peking ausgehend, das ganze westliche China in diagonaler Richtung durchzieht und nach
Lhassa führt.

In meridionaler Richtung und rechtwinkelig die Routen Sven Hedins und Wellbys
kreuzend, verlaufen die schmalen, unter unsäglichen Strapazen gewonnenen Forschungs-
linien von Littledale, Dutreuil de Rhins unter ca 87°, von Herzog Henri von Orléans
und Bonvalot unter ca 89° 30' Ö. v. Gr. Die Lektüre der in den Endresultaten sehr
ungleichwertigen geographischen Arbeiten der letztgenannten Forscher bietet manche schwere,
unlösbare Zweifel, wenn es sich um die Identificierung kartographisch wichtiger Kreuzungs-
stellen handelt, denn keine Menschenseele im weiten Umkreis von vielen tausend von Quadrat-
meilen war zu sehen und nur kaum bemerkbare Zeichen, etwa ein zufällig aufgefundenes
Hufeisen eines verendeten Maultieres oder die Kohlen einer Feuerstelle gaben Andeutungen,
daß man den Lagerplatz einer vielleicht vor Jahren vorüberziehenden Karawane entdeckt
habe. Es würde den Umfang des für ein kartographisches Mémoire verfügbaren Raumes
überschreiten, wenn ich die Einzelheiten der Untersuchungen mitteilen wollte, die bei
Bearbeitung der beiden Kwen-lun-Sektionen meiner Sechsblattkarte nötig waren! Es
möge genügen, daß ich, wie oben, mich auf die Aufzählung der wichtigsten Fixpunkte
beschränke, in deren Netz die Reiserouten und alles aus ihnen, oder vielmehr aus den
Beschreibungen der betreffenden Reisenden, „hineinskizziert" worden ist. Ich betone
dieses Wort ausdrücklich, denn von einer „Zeichnung" in der höheren Bedeutung des
Wortes kann eigentlich beim Entwurf einer Karte im Maßstab der vorliegenden kaum
ernstlich die Rede sein: diese kann und will bestehen in der skizzenhaften Aneinander-
fügung von allerlei Daten, die äußerst ungleich und von verschiedenstem Wert sein
werden, je nach der Ausrüstung und Ausbildung der Reisenden, oder nach seiner indi-
viduellen Anlage zur Überwindung der oft geradezu übermenschlichen Anstrengungen.
Jedenfalls ist das reiche Detail, das wie an „einem roten Faden", d. h. an Dr. Sven