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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0015 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
| 私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1 |
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aber und im Winter darf es weiter fließen. Die Einwohner von Terem sammeln das letzte
zuströmende Wasser in großen gegrabenen Reservoiren auf, wo es friert, um im Frühling,
wenn es wieder auftaut, zur Berieselung der Felder benutzt zu werden.
Jenseits von Hallal breitet sich „tjöll" oder öde Wüste aus bis zur Gegend von Atjik.
Rechts verlassen wir das kleine Dorf Pavan; sonst finden wir in der Umgebung folgende
Dörfer: Minglik, Modaj, Äschme, Tjakkar, Besch-kent und Topptjak, die sämtlich, wie auch
Hallal, Pavan und Psänn zum Verwaltungskreis von Jangi-hissar gehören, wogegen
Khan-arik und Atjik zu Kaschgar gerechnet werden. Wir kreuzen mehrere Arme des Ges-
darja, die jetzt viel mächtiger aussehen, als sie in der That sind; das hinzuströmende
Wasser friert nämlich, und weite Eiskuchen breiten sich übereinander aus, so dafs die Arme
wie mächtige Flüsse aussehen. Nur einige isolierte und rudimentäre Dünen sind die letzten
Ausläufer der Sandwüste, und nur der nördliche Abhang derselben ist mit einer dünnen
Schneedecke bedeckt, sonst ist der Boden schneefrei.
Kum-kettgen-östäng ist ein Arm des Ges-darja, in dessen Nähe der „kischlak" Toppe-
tjekkim sich befindet; die beiden folgenden Arme führen Wasser in der Richtung nach
Jupoga; bisweilen gibt es provisorische Brücken. Jenseits des Dorfes Nagara-tjalldi betreten
wir das Gebiet von Atjik, wo die Bewässerungskanäle sich wie Finger nach allen Richtungen
ausbreiten und wo eine Menge von Mühlen von ihnen getrieben werden. Dann folgt wieder
Steppe, hauptsächlich mit „saghsagh" (Saksaul, Anabasis ammodendron) bewachsen. Der
Boden ist vollkommen eben, sandige Wüste zu sehen. Die Eingeborenen erklären die
verschiedenen Wüstenformen in folgender Weise: Ordan Padschah hat in dieser Gegend
mit den Kisil Baschs oder Persern gekämpft; wo diese gefallen sind, findet man jetzt Salz-
wüste („schor"), wo aber die Leute Ordans fielen, Sandwüste („kum").
Das Dorf Psänn zählt gegen 150 Höfe; die Wasserzufuhr ist ungenügend; nur
Weizen, Gerste, Mais und Melonen werden gepflanzt. In der Nähe finden wir zwei Masaren:
Sultan Nur Annam und Khorus Padschahim. Nur im Herbst regnet es; im Winter fällt
etwas Schnee, bleibt aber nicht lange liegen. Im Frühsommer und Herbst wehen die
Burane, welche aus NW stammen; sie treiben Sand und Staub mit sich, und nach einem
heftigen Sturm sollen oft alte Münzen zu Tage treten. Beschuk-attam ist ein Dorf west-
lich, Takka-seritim ein Begräbnisplatz östlich von Psänn.
Von Psänn setzten wir unsere Reise auf demselben Wege wie im Jahre 1895 nach Dost-
bulak fort, und dann weiter nach dem Masar Hasrett-Begim. Ein wenig diesseits desselben
erhebt sich aus dem sonst ebenen Boden ein etwa 30 bis 40 m hoher Grat, dessen östlicher
Abhang sehr langsam fällt, wogegen der westliche ziemlich steil ist. Es ist ein roter kon-
glomeratähnlicher Sandstein mit 10° OSO-Fall; es soll der östliche Ausläufer des Grates
von Jangi-hissar sein, der einfach Karak (Grat) genannt wird. Die erste Strecke südlich
von Ordan-Padschah ist meistens ebener, harter Boden, dann folgen Sanddünen bis zum
kleinen Grat. In alten Zeiten soll der große Weg zwischen Kaschgar und Jarkent über
Hasrett-Begim geführt haben; der Vegetationsgürtel erstreckte sich damals zweifellos viel
weiter gegen Osten. Über den Masar Altun-djam, wo einige Lehmhäuser aufgebaut sind,
gelangen wir nach Hasrett-Begims Masar mit seinen sechs Höfen. Die Grabmoschee ist
viel hübscher als die von Ordan-Padschah. Die Fassade hat ein Portal mit zwei kleinen
Türmen, wodurch man in einen quadratischen Hof eintritt; links haben wir die Moschee
mit Balkon und Kolonnen. Auch hier gibt es ein „kasan-khane" (Kessel-Haus), wo die
Pilger bewirtet werden, Bündel von „tughs" (Opferstangen) und einen Brunnen, dessen
Wasserspiegel 3,90 m unter der Oberfläche des Bodens steht, und in dem das Wasser 1¼ m
tief ist; allmählich soll es salzig werden, so dafs die Brunnen von Zeit zu Zeit entleert
werden mufs; das frisch hinzuströmende Wasser ist dagegen süfs.
Von Hasrett-Begim geht der Weg fast gerade gegen Süden, führt zuerst über eine
mit Sand bedeckte Erhöhung des Bodens und dann über fast ebene Steppe. Kisil-dji-
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