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0016 Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 / Page 16 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000262
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Padschahim ist ein unbewohntes Masar mit einigen „tugh"-Bündeln, Ruinen von Häusern,
einem verlassenen Brunnen und einem alten Flußbett, in dem temporäres Regenwasser noch
einen Abfluß findet. Hier wachsen einige Pappeln, und hier fängt „jangal" (Wald) an;
es sind dies aber nur kleine, spärliche Tamarisken (Tamarix elongata). Der Boden hat
auch ein knolliges und höckeriges Aussehen von Tausenden von kleinen Lehmkegeln; diese
enthalten die Wurzeln alter, abgestorbener Tamarisken. Tättir-mestjid ist ein isolierter
Garten, von wo ein Weg nach Sajgun geht, unsern Weg kreuzend. Auf der Steppe weideten
einige Kirgisen ihre Herden; sie kamen von Sugett; im Frühling kehren sie nach dem
Gebirge zurück. Jiggdelik-lenger ist ein kleines Dorf mit Häusern und Pappeln. Unser
Weg ist oft von meist trockenen Rinnen gekreuzt; der größte von ihnen hatte eine Tiefe
von 6 m. In Kisil erreichten wir wieder den großen Weg über Kaschgar nach Jarkent.

In der Nähe von Ak-robat sind die Pamir-Berge sichtbar; der nächste, von Kirgisen
bewohnte Teil derselben heißt Atjikning-tege (= tag), und nach dem dortigen Atjik-masar-
Khodjam ist es nur 6 Stunden Entfernung. Auf dem Weg nach Kok-robat war kein Schnee
vorhanden; von hier aus geht der große Weg über Jailgus-tograk, Arpalik, Bag, Mija,
Tjarlung und Pas-robat nach Tagarma und Tasch-kurgan. Kok-robat zählt gegen 250
Häuser, mit umliegenden Dörfern 500; die ganze Gegend hat nur einen Bek. Die
gewöhnlichen Getreidearten mit Ausnahme von Reis werden gebaut. Das Irrigations-
wasser stammt aus Kuscher-ab (Jarkent-darja) durch den Kanal Jakka-arik, der hier endigt.
Zwischen Kok-robat und dem Gebirge breitet sich nur steriler, unbewohnbarer „saj"
(steiniger, harter, steriler Boden) aus. Brennholz bekommt man wie in Hasrett-Begim und
Kisil vom „jangal" und zwar nur Tamariskenwurzel. Sultan Bograk Annam ist ein Masar
in Kok-robat.

Südlich von Kok-robat haben wir rechts die Dörfer Jar-baschi und Tegerment-baschi,
links Köll-baschi und einen kleinen See: Schor-köll, der ungeachtet des Namens süßes
Wasser hat. Dann links Sumbol-bag, am Wege Saj-lenger und Robatji, das letzte ziemlich
groß; links Kum-agsi, von wo ein Weg nach Jakka-arik geht. Weiter links Avvat (Abad),
am Wege Schahr-mähälle mit dem Masar Sultan Vali Boghra Khan, und dann wieder links
Makija. Der Boden ist eben, oft Kamischsteppe; im Osten sehen wir in der Ferne Sand-
dünen, die äußersten Ausläufer der Wüste. Südlich des letztgenannten Dorfes wird die
Gegend mehr öde, uneben und der Boden sandig, doch kommt immer Kamisch (Lasiagrostes
splendens) vor. Die Bevölkerung des kleinen Dorfes Sugutjak, das überall von Kamisch-
feldern umgeben ist, verfertigt Strohteppiche, die in den Zimmern unter die Filzteppiche
gelegt werden; diese werden „kigis", jene „bujra" genannt; die Kamischfelder liefern das
Material dazu; sie werden in den Bazaren von Jarkent verkauft. Von Sugutjak und weiter
vorwärts wird die Gegend sehr reich an Süßwasserquellen; auf beiden Seiten des Weges
breiten sich Sümpfe aus, und an der rechten Seite erstreckt sich ein im Lehmboden tief
eingeschnittener, mit senkrechten Ufern versehener natürlicher Kanal, in welchem das
Wasser gegen Süden strömt. Endlich kreuzt der Weg diesen Kanal auf einer Brücke.
Alles dies Wasser stammt von den Irrigationskanälen, welche die westlich vom Wege gelegenen
Dörfer bewässern, und es tritt erst hier in Form von Quellen wieder zu Tage. Am Dorfe
Kara-kum kommt, wie der Name andeutet, wieder Treibsand vor. Opa-östäng ist ein
erster „arik" (Ausläufer) des Flusses und wird auf einer Brücke passiert; auf seiner anderen
Seite liegt das Dorf Miäkle. Dann folgen Jangi-bag und Ak-ordu und der Kanal Nischa;
überall sieht man nun Gärten, Pflanzungen und Kanäle, und endlich läuft die Karawanen-
straße durch Jangi-schahrs Pforte und durch Kovna-schahrs (eigentlich die alte Stadt, d. h.
das muselmanische Jarkent) Altun-därvase oder Gold-Pforte. Die Straße läuft eine lange
Strecke schnurgerade durch den Bazar, der hier einem langen Tunnel ähnelt. Die Ent-
fernung zwischen den beiden Stadtteilen, von denen jeder seine Mauer hat, ist gegen 1 km;
beide sind durch die erwähnte Bazarstraße vereinigt.