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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0030 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
| 私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1 |
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welche von den Eingeborenen selbst stammen, oft zu hoch, jedenfalls nicht zu klein ange-
setzt sind. Wie Sang-uja hat auch Pialma nur einen „jus-baschi".
Das Dorf zerfällt in fünf „kents", hier „mähälle" genannt, und diese sind, dem Wasserlauf folgend:
Djajj-tasch, Lenger, Ortäng, Dosmet-lenger und Kovna-Pialma. Ortäng bedeutet Station und ist im allgemeinen
der Teil eines Dorfes, wo die chinesischen Postbehörden wohnen und wo die Karawansereien gelegen sind.
Djajj-tasch hat einen «masar»: Jetti Kisslar Masar Khodjam.
Dieselben Getreidearten und Früchte wie in Sang-uja werden hier gebaut. In guten
Jahren genügt die Ernte für den Bedarf des Dorfes; gewöhnlich werden die Felder im
Herbst besäet, aber wenn im Frühling kein Wasser kommt, geht die Ernte verloren; dies
hatte sich eben das letzte Jahr ereignet, das Wasser hatte länger als gewöhnlich auf sich
warten lassen, und die Gerste war schon verdorben. Im Herbst 1895 hatte man deshalb
nicht gewagt, die Felder zu besäen, sondern man wartete damit bis Anfang März, wo der
Boden aufzutauen anfängt. Das Fehlschlagen der Ernte ist für die Bewohner Pialmas
sehr verhängnisvoll; um Gerste zum Brotbedarf und zur Aussaat für das nächste Jahr zu
bekommen, müssen sie nämlich ihr Vieh verkaufen; selten jedoch folgen zwei unglückliche
Jahre unmittelbar nacheinander.
Seine Bewässerung bekommt Pialma aus dem Dua-darja, einem kleinen hier ausmünden-
den Bache, dessen Quellen am Nordrande des Gebirges nur drei Tagereisen entfernt liegen;
der Bach wird nur von schmelzendem Schnee, nicht von beständigen Quellen gespeist;
wenig oberhalb des Dorfes zweigt sich der Bewässerungskanal ab. Wenn der Niederschlag
sehr gering ist, genügt das Wasser im besten Fall nur für den Bedarf eines oder zweier
der fünf „mähälles"; kommt die Frühlingsflut schon im April, ist man sehr zufrieden,
weil dann die Ernte gesichert ist. Die Aprilflut dauert gewöhnlich nur einige Tage; im
Sommer strömt während dreier Monate fortwährend Wasser durch das Bett. Bei klarer Luft
und heißem Wetter wird die Wassermenge sehr groß, bei bedecktem Himmel dagegen
gering und unterbrochen. Auch wenn das Bett mit großen Wassermassen gefüllt ist,
wird doch die Verbindung nicht abgeschnitten; aber da das Wasser sehr trübe ist, muß
man einen „sutji" oder Wassermann verwenden, der die Furt kennt und die Karawane
über das Bett führt. Von Ende Oktober liegt das Bett ganz trocken. Für den Wasser-
bedarf des Winters hat man mehrere „kölla" oder gegrabene Behälter, von denen be-
sonders einer sehr ausgedehnt ist; sie werden im September gefüllt; jetzt waren sie mit
schalenförmig konkaven Eisscheiben bedeckt, nachdem ein guter Teil des Wassers schon
verbraucht war. Die Gegenden, die vom Oberlauf des Dua-darja durchströmt sind, sollen
reich an „jejjlaks" (Weideplätze) sein, auf denen die Schaf- und Viehheerden der „bajen" in
Pialma und Sang-uja im Sommer weiden; seßhafte Bewohner gibt es aber nicht. Vom
Oberlauf des Flusses gelangt man über den Paß Toppe-davan nach dem Thal von Kara-
kasch, wo auch „jejjlaks" gelegen sind.
Von Pialma ist der große, sterile Sand drei Tagereisen entfernt; die Wüste wird hier
Ak-kum („der weiße Sand") genannt; der Name Takla-makan ist hier nicht im Gebrauch.
Je weiter gegen Osten und je näher dem Khotan-darja, desto größer scheint die Entfernung
bis zum Sande zu werden.
Die windige Periode fängt hier im Mai an und dauert bis September; man rechnet auf
einen oder zwei starke Burane und mehrere schwache; der vorherrschende Wind ist westlich,
Ostwind ist seltener; von der Wüste oder vom Gebirge weht es so gut wie nie. Die hef-
tigen Stürme beginnen gewöhnlich nach Sonnenuntergang. Ende September gelangt die
Atmosphäre ins Gleichgewicht und bleibt im Winter ruhig. Die Regenzeit ist hier eine
doppelte: Frühling und Herbst; aber die Niederschlagsmenge ist gering und unsicher. Die
Frühlingsregen, die im besten Fall nur 4 bis 5 Tage andauern — obgleich unterbrochen
und unregelmäßig —, sind für den Ackerbau sehr willkommen. Im Frühling 1895 regnete
es sehr wenig, nur in einem „mähälle" des Dorfes gelang deshalb die Weizenernte. In
diesem Winter hatte es bis jetzt noch nicht geschneit.
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