国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0032 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
| 私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1 |
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Fragmente einer harten Lehmterrasse zu Tage, und unterhalb derselben findet sich im
Boden eine Süßwasserquelle mit Holzdeckel versehen und auch durch eine kleine Hütte
und eine Kamischeinhegung gegen den Flugsand geschützt. Die Wasseroberfläche steht nur
1,6 m unter der Oberfläche des Bodens, und die Temperatur betrug +2,2° (bei +3,4°
Lufttemperatur 12 Uhr mittags). Das Wasser ist sehr trübe, doch vollkommen trinkbar.
Dann geht der Weg noch eine Strecke durch Flugsanddünen, immer mit dem Steil-
abfall nach Osten, was auf vorherrschenden westlichen Wind hindeutet. Der Sandgürtel
erstreckt sich nach Süden, soweit das Auge reicht, und breitet sich hier halbinselförmig aus.
Inzwischen werden die Dünen gegen Osten kleiner und geben in eine sehr staubreiche
Steppe über, in welcher der Kamisch ziemlich dicht steht. Tar-bugas (hier Ta-bugas oder Tal-
bugas ausgesprochen, „enger Hals") ist eine an Sümpfen reiche Ebene, in der die gefrorenen
Wasseroberflächen sich nach allen Seiten ausbreiten. Die Benennung deutet entweder auf
die schmalen, trockenen Passagen zwischen den Sümpfen oder auf die engen Wasserarme,
hin, welche die verschiedenen Sümpfe vereinigen. Das Wasser soll ausschließlich von Quellen,
die aus dem Boden zu Tage treten, herrühren, aber im Sommer ist die Gegend eigentüm-
licherweise trocken. Am östlichen Rande der Sümpfe liegt Tar-bugas' „karaul" mit ein
paar Lehm- und Pfahlhäusern.
Dann setzt sich die Steppe fort. Rechts sehen wir die Baumgruppen des Dorfes Igis-
arik. Streckenweise ist der Weg ziemlich tief in den staubreichen Boden eingeschnitten.
Endlich läuft der Weg zwischen den Feldern und Gärten von Savä, wo er mit einer Pappel-
allee versehen ist. Der Bazar und der wichtigste Teil des Ortes sind von einer viereckigen
Mauer umgeben; diese ist vor etwa 35 Jahren aufgebaut, kreneliert gewesen, aber jetzt
teilweise in Trümmern. Aus der östlichen Pforte reitet man in ein tief eingeschnittenes
Bett hinunter mit steilen Uferwällen und einem kleinen gefrorenen Bach; dieser soll von
Quellwasser gespeist werden und wird im Sommer ziemlich bedeutend. Eine gut gepflegte,
36 m lange Brücke führt darüber; am rechten Ufer setzt sich die Allee fort, und
auch dort finden wir Gärten, Äcker und Häuser in großer Zahl. Der Bach wird Java-
östäng („der wilde Kanal") genannt; schon das Wort „java" verrät, dafs das Bett natürlich
ist und dafs es sich in der That nicht um einen Kanal („östäng"), sondern um einen Bach
handelt. Vom Java-östäng bekommt auch Savä und dessen nächste Umgebung kein Irri-
gationswasser, das Bett ist dafür zu tief eingeschnitten. Dagegen bewässert der Bach die
beiden weiter unten gelegenen Dörfer Jangi-jer und Bulak (9 „potaj" nördlich), die beide zum
Kara-saj-Gebiet gehören. Kara-saj selbst wird durch den Kanal Jar-östäng bewässert; dieser
kreuzt den Weg nach Khotan 3 „potaj" östlich von Savä; zwischen beiden geht der Kanal
Savä-östäng vom linken Ufer des Kara-kasch-darja aus. Java-östäng wird zum großen
Teil durch Quellen gespeist, die nur 3 „potaj" südlich gelegen sein sollen; deshalb führt er
auch im Winter Wasser.
Savä-östäng gabelt sich in zwei Arme; der östliche, der 2 „potaj" östlich von Savä den Khotan-Weg
kreuzt, geht nach der Gegend Kuje. Am Kuje-östäng liegen von oben gerechnet die Dörfer: Itartji, wo
Savä-östäng anfängt, Kum-bag, Toktatschlar, Jilga, Telvelle, Dakhan, Kara-kussuk, Atjik-uj, Kaj-ghule
und Sajjat; am westlichen Arm des Savä-östäng liegen: Schejdan, Mille, Kovra-östäng, Djajj-terek und
einem kleineren Nebenarm Schakklik. Mit Kurgan, der von der oben erwähnten Lehmmaur umgebene Teil
von Savä, der übrigens zu Schakklik gerechnet wird, zusammen hat also Savä-tabesi, d. h. der Distrikt
Savä, 16 „kents", die von einem „min-baschi" und 11 „jus-baschi" administriert werden; einige von den
„jus-baschi" haben also ein paar Dörfer unter sich. Das Dorf Mille besteht aus 260 ujlük, Schakklik mit
dem heiligen Grabe Imam Afta Masar hat 70. Von anderen Masuren möchten Sultan Ak Atta in Djajj-terek,
Piri Muschtaki Vali in Mille, Sultan Axri Basri in Kum-arik, Jalgus Ogul in Atjik-uj und Khodja Pakhlan
in Kaj-ghule erwähnt werden. Der Weg nach Kara-saj führt am Kuje-östäng entlang. Die erwähnten
16 Dörfer kriegen ihr Irrigationswasser aus kleinen Nebenarmen; die von den beiden Hauptkanälen Kuje-
östäng und Savä-östäng ausgehen. In der unmittelbaren Nähe von Kara-kasch-darja liegen die Dörfer: Fudjia,
Popena und Langra am rechten Ufer; Fais-abad, Odjett, Tosaktji und Kotjelük am linken. Da aber der
Flufs ein ziemlich tief eingeschnittenes Bett hat, ist der Anfang jedes „ariks" weit oberhalb des Dorfes gelegen,
welches er bewässert.
Im Frühling, wenn der Flufs am niedrigsten ist und der Wasserbedarf am größten,
wird die Wassermenge der beiden Kanäle von Kuje und Savä nach gewissen Gesetzen
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