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0044 Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1
私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 / 44 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000262
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zerstreut. Die Hauptprodukte sind: Weizen, Mais, Aprikosen, Trauben, Melonen, etwas
Baumwolle und Seide; Reis in geringer Menge. Der Ort soll vor ca 55 Jahren, während
der früheren chinesischen Herrschaft gegründet sein; Kolonisten von verschiedenen anderen
Orten siedelten hierher über, deshalb haben die meisten „kents" von Tavek-kel bekannte Namen;
z. B. Borasan mit Einwohnern vom obenerwähnten „kischlak" Borasan, Tag mit Einwohnern,
die früher am Fusse des Gebirges („tag") südlich von Khotan wohnten. In der letzten Zeit
ist Tavek-kel wieder erweitert worden. Islam-abad am linken Ufer des Jurun-kasch hat
nur 8 „ujlik" (Höfe, Familien) und ist der nördlichste „kent"; unterhalb desselben giebt es
am Kaschgar-darja keine Dörfer.

Bei Hong beginnt ein kleiner „arik", dessen Wasser zehn Mühlen treibt und dann wie-
der zum Fluß zurückkehrt. Unterhalb Kalemä ist der Anfang des größeren „östängs",
welcher die „kents" am Tavek-kel bewässert. Im kalten Halbjahr führt man quer über das
Bett zum Fluß Pappelstämmen, Zweigen und Thon einen Damm auf, welcher das dort vorhandene
Wasser nach rechts in den „östäng" hineinzwingt; dieses Wasser wird bei dieser Jahreszeit
hauptsächlich zum Treiben von Mühlen verwendet und kehrt deshalb wieder in den Fluß
zurück. Wenn im Sommer das Hochwasser kommt, wird jedes Jahr der Damm zerstört,
aber das Wasser ist dann hoch genug, um von selbst in den Kanal einzudringen — ja es ist
vielmehr nötig, die Mündung teilweise abzusperren. Anfang oder Mitte Februar kommt im
Jurun-kasch-Bette eine erste Frühlingsflut, welche durch Schmelzen des vorhandenen Eises
entsteht; sie dauert nur fünf Tage oder eine Woche. Nach dieser Flut wird das Bett
so gut wie trocken. Das Hochwasser kommt im Juni und sinkt schnell im August. Im
Sommer kann man bei Tavek-kel den Fluß nicht ohne Fähre passieren, während dann nach
Versicherung der Eingeborenen der Kara-kasch passierbar sein soll. Der Karawanenweg
nach Ak-su kreuzt den Kara-kasch-darja ein wenig oberhalb des Punktes, wo er sich mit
dem Jurun-kasch-darja vereinigt; eine Fähre ist hier nicht nötig, gewöhnlich können sogar
Eselkarawanen passieren. Wenn das Wasser sehr hoch ist, benutzt man „sutjia" (Wasser-
männer), welche die Tiere führen und gegen Wasser empfindliche Waren auf dem Kopfe
tragen. Auch in Tavek-kel behaupteten die Einwohner, der Kara-kasch sei in der That
der größte von den beiden Flüssen, während der Hochwasserperiode dagegen kleiner und
zwar dies wegen der großen Bewässerungskanäle, welche diesem Fluß so viel Wasser
rauben; die „ariken" von Jurun-kasch sind dagegen weniger und kleiner. Bei Koschlasch
ist der Kara-kasch selten tiefer als 1½ m.

Im Herbst und Winter begeben sich die meisten Kaufleute von Khotan nach Ak-su
und umgekehrt; im Sommer reist man hier nur selten und zufälligerweise; der Winterweg
verläuft im Bett selbst, der Sommerweg im Walde am linken Ufer. Bei Tavek-kel soll die
Entfernung zwischen den beiden Flüssen 5 „potaj" sein und der Zwischenraum ist von Sand-
dünen ausgefüllt; bei Kara-kasch leben auf dieser Breite nur einige Hirten mit ihren Herden;
Dörfer giebt es nicht.

Der Bazar von Tavek-kel ist ohne Bedeutung und besteht nur aus einer ganz kleinen
Tunnelstraße; die meisten, die etwas aufzukaufen oder zu verkaufen haben, begeben sich
lieber nach Iltji. — Wind- und Niederschlagsverhältnisse sind dieselben wie bei Tara-
schillik.