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0052 Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1
私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 / 52 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000262
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Wir konnten aber dem Ufer nicht weit folgen, bald reichten wieder die Dünen bis an
den Flufs, und uns blieb nichts anderes übrig, als zwischen denselben zu gehen. Dieser
Sand war jedoch von Tamarisken und Pappeln ziemlich dicht beschwert. Der Wald des
linken Ufers wird also teils von ungemein dichten Kamischfeldern, teils von Sanddünen
unterbrochen. Gegen Abend (27. Januar) trafen wir die ersten Hirten, die uns einige
Mitteilungen machten.
Die interessanteste Entdeckung jedoch während dieser Tagesreise war ein altes Flufs-
bett, Kovna-darja, westlich vom jetzigen (Jangi-darja oder der neue Flufs) gelegen. Die
Entfernung zwischen beiden beläuft sich auf 2 bis 3 km. Der Flufs soll vor nur 15 Jahren
das alte Bett verlassen und seinen neuen Lauf östlich genommen haben. Während
des Marsches kreuzten wir mehrere Male das alte Bett, welches sehr deutlich ausgeprägt
ist, im Mittel eine Breite von 30 m und eine Tiefe von 1 bis 2 m hat und dessen Ufer-
linien ebenso deutlich sind wie an dem Punkt, wo wir den Kerija-darja erreichten. An
den Ufern, besonders am linken, haben wir dichten Wald und Kamisch; das Bett selbst
ist fast nackt, nur hier und da kommen junge Pflanzen vor — die Vorläufer einer
Vegetation, die wohl bald das Bett bedecken und verbergen wird. Das neue Bett da-
gegen ist seicht und breit, und das Wasser hat hier noch keine deutlich markierte Furche
im Boden eingegraben. Die Insel zwischen den beiden Betten trägt im Westen Sanddünen,
im Osten ist sie hauptsächlich Steppe. Am linken Ufer des Kovna-darja finden wir die
reichste Vegetation der Gegend; hier sind auch die besten Weideplätze und sämtliche „agila"
oder Hirtenniederlassungen gelegen. Dafs der Kerija-darja eine lange Zeit in seinem alten
Bett geströmt hat, geht eben aus dem dichten, hochstämmigen Wald hervor; am Jangi-darja
dagegen hat die Vegetation noch nicht Zeit genug gehabt, um sich heimisch zu machen.
Der Flufs hat den alten Wald verlassen, derselbe lebt jedoch noch vom Grundwasser;
aber die Zeit wird kommen, in welcher die Wurzeln das Wasser nicht mehr erreichen
können. Dann wird der Wald absterben, um „köttek" zu bilden, d. h. solche von Süden