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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0074 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
| 私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1 |
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Auch hier bleibt der Flufs 3 bis 3½ Monate gefroren, und man wartete jetzt (28. Fe-
bruar), dafs das Eis in 5 bis 6 Tagen aufgehen sollte; nach Aufgehen des Eises führt der
Flufs noch 3 bis 4 Tage schwimmende Treibeisschollen. Hier soll der Flufs auch bei seinem
niedrigsten Wasserstande zu Pferd nicht passiert werden können. Die Geschwindigkeit
des Stromes soll in der Hochwasserperiode ziemlich bedeutend sein; die Hirten sagten:
ebenso schnell, wie die Geschwindigkeit eines gut trabenden Pferdes. Das Hochwasser
steht 40 bis 50 Tage. Vorherrschender Wind ist N und O; die nördlichen Burane sind
oft sehr gewaltig und mit Massen von Staub beladen; sie fangen Ende März an. Im
Hochsommer regnet es wenig; diesen Winter hatte es nicht geschneit.
Von Sarik-buja nach Dung-sattma. (1. März.) Diese ganze Gegend, welche
ziemlich dicht von Hirten mit ihren Herden von Schafen, Ziegen und Rindvieh bewohnt
ist, wird mit einem gemeinsamen Namen Ugen genannt. Wenn man fragt, wie die und
die Stelle heifst, wird immer Ugen geantwortet, und erst nach einer neuen Frage kann
man den Lokalnamen ausfindig machen. Die Häuser sind immer nach einem und demselben
Typus gebaut: es ist ein niedriges, viereckiges Haus, aus in der Sonne getrockneten Lehm-
ziegeln und mit flachem Holzdach; an der Seite oder vor demselben finden wir dazu noch ein
leichteres Haus aus Reisig und Zweigen oder Kamischbündeln. Im Winter wohnt man im
Lehmhause, im Sommer im Kamischhause; in der Nähe liegen die „kotana" für die Tiere.
Jede Familie hat eine ganze Menge halbwilder Hunde. In dieser Weise haben die Hirten
gewissermafsen ihre Hauptquartiere, aber auf ihren Wanderungen im Walde und auf der
Steppe wohnen sie auch zeitweise in zufälligen Hütten. Bei den Hauptquartieren haben sie
oft Pferde, Esel und „arabas" (Karren), auf welchen Brennholz und Kamisch transportiert
werden.
Der Tagemarach führte uns wieder aufser Sicht des Flusses, aber sehr oft hatten wir
Überschwemmungsarme und gefrorene Tümpel zu kreuzen. An einem trockenen Arm lag
eine „sattma", welche nur den Namen Ugeo hatte; die nächste, auch an einem trockenen
Arm gelegen, wurde Lojdang genannt. An einigen von diesen Niederlassungen wird Weizen
gebaut. Der Weg führt jetzt über dichte Kamischfelder, ringsum von Waldpartien um-
geben, welche wir nur hier und da kreuzen. Diese Steppe wurde durch einen schmalen,
tiefen Arm mit wenig Wasser durchquert; rechts breitete sich ein kleiner, seichter Ufersee,
Tjarkh-asste-köll aus; auch hier gibt es „sattmas", wo auf Anschwemmungsboden Weizen
gebaut wird. Dann folgen die Gegenden Kara-sattma, Durung-schima und Kudja-kotan, alle
bewohnt. An offenen Tümpeln auf der Steppe waren Enten und Gänse allgemein. Bei
Dung-sattma begegneten wir einer Karawane von Kaufleuten, welche auf Pferden und
Eseln verschiedene Waren aus Khotan führten; sie waren vier Monate unterwegs gewesen
und kamen über Tjarkhlik und Kara-kurtjin, von wo sie vor 40 Tagen aufgebrochen waren.
Bei Dung-sattma waren die hydrographischen Verhältnisse verwickelter als je, wenn
überhaupt die Nachrichten der Hirten richtig sind. Sie behaupteten, der Mus-art-darja
teile sich in der Gegend Atjal im unteren Laufe; der linke Arm heifst Dumbol-darja und
fliefst parallel mit dem Intjikke-darja, d. h. nach Osten, der rechte, Tja-jan, fliefst nach SO
und vereinige sich mit dem Intjikke. Sowohl Dumbol wie Intjikke sind im Sommer drei
Monate lang unpassierbar.
Noch verwickelter war aber das Flufssystem des Jarkent-darja; eine Konfusion bei
der Nomenklatur ist wohl auch nicht ausgeschlossen. Unter Ugen-darja verstand man hier
einen jetzt gröfstenteils trockenen Arm, wenig südlich von Dung-sattma, welcher im Sommer
sehr wasserreich wird, aber einen grofsen Teil seiner Wassermenge durch Speisen von
Sümpfen und Seen einbüfst. Der eigentliche Jarkent-darja soll sich auf diesem Meridian
in zwei Arme teilen, von denen der nördliche Atjik-darja heifst, der südliche Jumalag-darja,
welcher nur eine halbe Tagereise entfernt liegen soll; an beiden Ufern dieser Arme gibt es
überall Hirten. Bei Hassan-ak geht vom Ugen-darja der Arm Hassan-ak-darja aus, welcher
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