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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0077 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
| 私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1 |
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ist nach W und WNW gerichtet. Ein kleiner „davan" bestand aus 6 bis 8m hohen Sand.
Am Rande eines sehr scharf markierten alten Flußbettes, der jetzt zum großen Teil mit
Sand gefüllt war, machten wir Halt.
Dieser Wüstengürtel hat keinen besonderen Namen, wird gewöhnlich einfach „tjöll"
oder „kum" (Wüste oder Sand) genannt, oder auch Jangi-sarning-kum oder Tja-jan-kum.
Er erstreckt sich bis nach Kontje-darja und nach Westen bis in die Gegend südlich von
Kutjar, in welcher Richtung die Wüste immer schmäler wird. Wie in den anderen
Wüstengebieten Ostturkestans spricht man auch hier von alten, im Sande begrabenen
Städten, und einer meiner Wegweiser hatte selbst zwei „gumbes" (Türme, Kuppeln) ge-
sehen. Das alte, deutlich ausgeprägte Flußbett war insofern interessant, als es die Ver-
mutung wahrscheinlich machte, dafs auch in diesen Gegenden die Flüsse sich nach rechts
bewegen. Die Wegweiser erklärten, der oben erwähnte Opgan hätte ungefähr dasselbe
Aussehen, wie dieses ausgetrocknete Bett, und der Tunne-kiss, auch Sarik-kosa genannt, der
noch ein wenig Wasser führt, schien demselben Schicksale entgegenzugehen. Wilde Kamele
zeigen sich nie in diesem kleinen, isolierten Wüstengebiete.
Am 7. März gingen wir weiter gegen NO. Die Sandgürtel werden oft durch ausge-
dehnte, ebene Strecken von Thon- und Staubboden, wo Tamarisken auf Kegeln wachsen,
unterbrochen; hier sahen wir wieder ein altes Flußbett, hauptsächlich von W nach O sich
erstreckend. Pappeln treten wieder auf. Einem dritten alten Bett folgten wir nach Osten,
wo allmählich die Vegetation reicher wurde und in Wald überging.
Vom Hirtenlager Tjahr-tjak kreuzten wir eine dichte Kamischsteppe und erreichten
den Flußsarm Jangi-su oder Tjahr-tjak-darja, über den eine Brücke gebaut ist. Das Bett hat das
gewöhnliche, charakteristische Aussehen, tief, im Boden energisch ausgemeißelt, und sieht
wie ein künstlich gegrabener Kanal aus. Die Breite war 12 m, die größte Tiefe beinahe
3 m, Geschwindigkeit des Stromes 0,3 m; die Brücke liegt ungefähr 1 m unterhalb des
Niveaus des umliegenden Bodens und doch 3 m über dem Wasserspiegel. Nur an den Ufern
lagen schmale Eisbänder, schief gegen das Wasser abfallend, woraus hervorging, dafs das
Wasser beträchtlich gefallen war, seitdem sich das Eis bildete; an den Ufern wuchs
dichter Kamisch. Dieser Fluß stammt von Schah-jar und Kutjar-darja, und ist wohl der-
selbe, welcher weiter westlich Dumbol-darja genannt wird. Sein Hochwasser soll erst An-
fang Juli kommen, es strömt zwei Monate, wird dann niedriger und gefriert Ende No-
vember; es bleibt 3 bis 3¼ Monate gefroren. Im Mai und Juni erreicht der Fluß sein
Minimum. Im oberen Laufe ist er breit und seicht, wird gegen Osten immer tiefer und
schmäler und soll sich mit dem Kontje- oder Korla-darja vereinigen, nachdem er eine
Tagereise westlich vom Vereinigungspunkte einen kleinen See gebildet hat. In seinem
unteren Laufe sollen seßhafte Bewohner aus Korla leben und Ackerbau und Viehzucht
treiben. Das Schmelzen des Eises verursacht auch hier eine kleine Frühlingsflut; im Juni
soll der Jangi-su zeitweise ganz trocken liegen; der Name „neues Wasser" deutet auf
eine rezente Bildung hin.
Da es unmöglich war, unsere Kamele über die Brücke zu schaffen, mußten wir dem
rechten Ufer durch den Wald nach Osten folgen. Die Gegend wird Basch-engis genannt,
auch hier wohnen Hirten; die Landschaft besteht aus ausgedehnten Kamischfeldern, offenen
Strecken mit Tamarisken; und nicht selten ist der Boden sumpfig. Ein kleiner gefrorener
Nebenarm wurde Kum-kotan genannt. Tollak-akin ist, was der Name angibt, ein Über-
schwemmungsarm, welcher sich vom Jangi-su trennt und einen ziemlich großen Sumpf
bildet. Bei Ujjup-serker kreuzen wir endlich auf einer breiten Brücke den Flußsarm. Hier
wohnen einige Hirtenfamilien, die auch Weizen bauen. Weiter unten am Jangi-su finden
wir die Orte Muktar-tjölli, Togda Mahmet-togrigi und Pschuj-tjekke, wo das Wasser des
Flusses in mehrere Bewässerungsarme geteilt wird, da man hier überall Weizen baut. Der
letztgenannte Ort liegt ganz in der Nähe vom Kontje-darja. Der Intjikke-darja soll sich nach
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