国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

> > > >
カラー New!IIIFカラー高解像度 白黒高解像度 PDF   日本語 English
0099 Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1
私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 / 99 ページ(カラー画像)

New!引用情報

doi: 10.20676/00000262
引用形式選択: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR読み取り結果

Bis jetzt haben wir also folgende Beweise für die Bewegung der Seen nach Westen
gefunden:
1. Die unmittelbar am Seeufer befindlichen, dort höchsten Treibsanddünen.
2. Die vom See abgeschnürten Tümpel und Lagunen am östlichen Ufer.
3. Der Wald mit den drei oben erwähnten Entwickelungstadien.
4. Der östlich des Sees befindliche abgestorbene Kamisch.
5. Die Verwandlung gewisser Sanddünen in Kegel, mit Tamarisken bewachsen, und
das allmähliche Verschwinden derselben nach dem Zurücktreten des Wassers.
6. Die Sandinseln und Halbinseln im See.
Am 8. April hatten wir links zahlreiche Salztümpel und ziemlich große „schor"-
Flecken mit abgestorbenem Kamisch. Je weiter wir nach Süden gelangen, desto häufiger
werden die offenen Wasserflächen, so dafs dieselben endlich ein größeres Areal einnehmen
als der gelbe Kamisch selbst. Allmählich wird aber auch der See immer schmäler, und
bald sehen wir am westlichen Ufer in nur 3 km Entfernung die dort aufgetürmten niedrigen
Dünen. Die Uferlinie ist sägeartig von einer ununterbrochenen Reihe von Buchten einge-
schnitten, und diese Busen sind immer in W und O ausgezogen; sie werden bald durch
den vorrückenden Sand abgeschnitten werden, und auch jetzt hatten wir links mehrere
schon isolierte Tümpel mit klarem, salzigem Wasser, das im allgemeinen seicht, in der
Mitte bisweilen tief ist.
Eigentümlich ist es, dafs die Dünen, obgleich sie von vorherrschenden östlichen und
ONO-Winden getrieben werden und deshalb eine mehr meridionale Lage haben sollten, doch
wie lange, schmale Trümer nach W vorspringen. Dies gilt aber nur von den Dünen
unmittelbar an der Seelinie, wo sie durch Tamariskenkegel und Vegetation verändert
werden, während die mehr sterilen Dünen in größerer Entfernung vom See meridional
orientiert sind. Überall sind aber die steilen Seiten nach S und SW gerichtet, und die
Ausläufer sind die mehr oder weniger entstellten Flügel der verschiedenen Dünenindividuen.
Endlich erreichen wir den Punkt, wo der Flufs wieder aus dem See hinausströmt;
der See ist hier sehr schmal und keilförmig; wird jedoch wieder meistens durch Kamisch
verborgen. Der Flufs ist wiederum in zwei Arme geteilt, von denen der westliche, der
auch hier Ilek genannt wird, am größten ist; zum Unterschied von diesem wird der öst-
liche Kok-ala genannt. Dieser ist ganz schmal, etwa 8 m, ähnelt einem von Menschen ge-
grabenen Kanal von ungefähr derselben Breite überall und hat einen sich sehr schlängelnden
Lauf; die Tiefe scheint bedeutend zu sein, die Ufer sind ganz und gar von Kamisch be-
setzt; er hat mit einem Worte ungefähr dieselben Eigenschaften wie auf der Strecke ober-
halb der Seen. Das Wasser ist vollkommen kristallklar nach der Filtrierung in dem Ka-
misch der Seen, und nicht der geringste Salzgeschmack kann verspürt werden. Die Tem-
peratur um 1 Uhr nachmittags betrug 16,4° (31,9° in der Luft), also etwas niedriger als
in den Seen, vielleicht weil es mehr aus der Strömung und den tieferen Stellen der
Seen stammt. Von dem Punkte an, wo der Ilek aus dem Arka-köll austritt, wird der
Wald dichter und ununterbrochen; die drei Zonen des Waldes sind hier noch deutlicher;
auch tritt der hohe Sand ein paar hundert Meter zurück. Auch am westlichen Ufer ist
der Wald dicht; der Hauptflufs, Ilek, ist natürlich von hier aus nicht sichtbar.
In der Gegend wohnen einige Lop-Hirten. Im Osten breitet sich die große Sandwüste
aus, von der unsere Hirten nichts zu erzählen wufsten; Arghan soll in weniger als einer
Tagereise Entfernung gelegen sein. Der große Weg zwischen Korla und Tjarkblik läuft
am rechten westlichen Ufer des Tjong-tarim; am linken gibt es nur Hirtenwege.
Die beiden auf S. 88 stehenden Profile vergegenwärtigen das oben Gesagte, 1) über
die physisch-geographischen Verhältnisse an den Seen und 2) an dem Flufs.
Am 9. April setzten wir die Wanderung nach Süden fort; der Pfad führt zwischen
licht stehenden Tamariskenkegeln auf ebenem Staub- und Sandboden dahin; die äußersten