National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
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sie umschließen gewöhnlich sehr salzige Tümpel. Offenbar hat sich hier seiner Zeit ein
See ausgebreitet; der von Osten vorrückende Sand hat auf seinem alten Boden schon eine
rudimentäre Dünenbildung begonnen. Streckenweise reiten wir durch abgestorbenen Wald;
rechts verlassen wir einen kleinen See, einen Ufersee des Ilek, mit dem gewöhnlichen
Namen Sollak-köll.
Wir rasteten in der Gegend Kum-tjekke, wo drei Familien von sieben Personen in drei
kleinen Kamischhütten wohnten. Sie stammten aus Tjeggelik-uj und waren nun seit drei
Jahren in der Gegend seßhaft. Die Hütten sind von Zweigen und Stangen, welche ein
Gerüst bilden und an welche die vertikal stehenden Kamischbündel gelehnt werden, auf-
geführt. Das kleine Dorf liegt auf einer Höhe zwischen einigen Tamariskenkegeln un-
mittelbar am Ufer des Ilek. Die Bewohner waren ein alter Greis mit seiner Frau und
zwei verheirateten Söhnen, von denen der eine ein Kind hatte. Jede Familie hat ihre
Hütte. Sie hatten einige Schafe und Hühner, sonst leben sie fast ausschließlich vom Fisch-
fang; dazu kommen Eier von Wildgänsen und Enten und die geschmacklosen Sprossen
des Schilfs und endlich Salz. Im Winter wird kein Fisch gefangen, sie sammeln deshalb
im Herbst so große Vorräte wie möglich, nehmen die Eingeweide heraus und hängen die
Fische paarweise unmittelbar unter dem Dache der Hütte an Stricken auf. Zum Fischfang
hatten sie vier lange, schmale Kanoes („kemi"), aus frischen, spaltenfreien Pappelstämmen
ausgehöhlt. Der Stamm wird deshalb, bevor man die mühsame Arbeit beginnt, genau
untersucht. Drei tüchtige Loplike verfertigen mit ihren Äxten ein solches Kanoe in 4 bis
5 Tagen, ein ganz kleines sogar in 2 Tagen. Die Pappeln, welche unmittelbar am Wasser
wachsen, sollen dazu am wenigsten geeignet sein; je trockener sie stehen, desto länger hält
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