国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0148 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
| 私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1 |
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OCR読み取り結果
sich in den See Utschu-kul, 7 Werst nördlich von seiner gegenwärtigen Mündung, ergofs,
existierte gar keine Verbindung zwischen den Seen Kara-boën und Lob-nor. Sie wurden
voneinander durch eine wenigstens 40 Werst breite Landenge geschieden, und jeder See
wurde von seinem Flufs ernährt: Lob-nor vom Jarkent-darja und Kara-boën vom Tjertjen-
darja. Dieser letzte war auch damals viel gröfser als jetzt und bildete eine zusammen-
hängende Wasseransammlung, nur an den Ufern mit Schilf bewachsen. Nach der Tradition
bereitete der Jarkent-darja im Laufe von 4 Jahren seinen Weg nach Süden zum Kara-boën,
und von diesem See ging bald ein Wasserarm aus, welcher die benachbarten Seen ver-
band, worauf der See Utachu-kul zusammenzuschrumpfen begann, um endlich gänzlich aus-
zutrocknen. Die Spuren seines Beckens sind jedoch bis zum heutigen Tage erhalten."
Wenn wir mit v. Richthofen die beiden südlichen Seebecken auf der chinesischen
Karte mit dem Kara-buran und dem Kara-koschun (Khas-omo) identifizieren wollen, so
finden wir in den oben citierten Zeilen eine Erklärung, warum nicht auf dieser Karte
die beiden Seen durch einen Strom verbunden sind; zwischen dem Lop-nor und dem Khas-
omo gibt es freilich nur ein Flufsstück ohne Verbindung mit den beiden Seen. Dagegen
hat sich der Tjertjen-darja ehemals (vor etwa 200 Jahren) gewiß nicht in denselben
Kara-buran ergossen, wie heutzutage, was durch die Veränderung seines Flufslaufes be-
wiesen wird; vielleicht lag damals der Kara-buran weit NO von seiner gegenwärtigen Lage,
wie auf der chinesischen Karte gezeigt wird.
Nach Pjewzow leben im Lop-nor folgende fünf Fischarten: Schizostorax Biddulphi,
Aspiorrbynchus Przewalski, Nemachilus jarkandensis, Schizostorax argentatus und Di-
ptychus gymogaster; die Mollusken: Limnaea auricularia, var. ventricosa, L. stagnalis, L. pe-
regra und Planorbis sibiricus; endlich die Wasserschlange Tropidonotus hydrus.
Wie Pjewzow bei den Eingeborenen erkundet hat (S. 312), breitet sich zwischen
dem alten Bette, Schirge-tjappgan, und dem Kurruk-tjae eine namenlose Sandwüste aus.
„Das Innere dieser Wüste, welche von keinem Wege durchkreuzt wird, ist den Einge-
borenen vollkommen unbekannt. Sie begeben sich im Winter, um Brennholz zu holen, nur
an ihren südlichen Rand, in der Nähe des erwähnten Bettes (Schirge-tjappgan). Dort
besteht die Wüste aus kleinen, flachen Sanddünen, selten mit Tamarisken bewachsen;
weiter in der Tiefe der Wüste sind diese Dünen vollkommen steril; hohe Sanddünen sind
aber nicht sichtbar."
Es ist offenbar, dafs hier keine mächtigen Sanddünen haben entstehen können, da das
betreffende Gebiet ein Tummelplatz für die Wanderungen des Lop-nor-Beckens gewesen
ist. Doch fand ich am Ostufer der nördlichen Seenkette beträchtliche Dünen, obgleich auch
diese keineswegs mit den sterilen, gewaltigen Dünen der Takla-makan-Wüste verglichen
werden können.
Seite 317 sagt endlich Pjewzow, er habe von den Eingeborenen gehört, dafs im
Jahre 1880 der Kontje-darja die Seen Tjiminlik, Sogot, Talkejtjin und Tokum-kul gebildet
hatte, welche er auch auf seiner Karte, östlich vom Jarkent-darja, eingetragen hat. Mit diesen
Seen werden offenbar Avullu- bis Nias-köll gemeint. Auf der Reise nach N sah Pjewzow
dagegen selbst das alte Bett vom Schirge-tjappgan, welches sich vom Jarkent-darja in einem
geraden Winkel nach Osten wandte.
Hiermit verlassen wir die ausgezeichnete, gewissenhafte und inhaltreiche Beschreibung
des Lop-nor-Beckens von Pjewzow und geben zu den Beobachtungen über, über welche
sein Begleiter, der Geologe K. I. Bogdanowitsch, im zweiten Bande desselben Werkes
(„Trudij Tibetskoj ekspeditsij") berichtet.
Er sagt (S. 97): „Von den Kamischhütten Jurt-tjappgans erstrecken sich Sandhügel
in einer Linie nach NW in die Gegend von Ajrilgan, und andere Gürtel von Sand-
hügeln folgen, wie wir sahen, dem linken Ufer des Tarim. Das ganze Areal zwischen den
Sandhügeln, und zwischen ihnen und dem gegenwärtigen Lauf des Tarim ist von See- und
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