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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0153 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
| 私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1 |
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und mir gesammelten Nachrichten also unzweifelhaft. Ich habe darüber früher in Zusammen-
hang mit der Bedeutung des Namens Ajrilgan gesprochen. Freilich hörte ich nicht, dafs
in seinen oberen Teilen sogar lebender Wald vorkäme, finde dies aber sehr wahrscheinlich.
An der Mündung ist das alte Bett 20 Werst von der jetzigen Tarimmündung entfernt;
der Flufs hat sich also beträchtlich nach Osten bewegt. Dies ist auffallend im Vergleich
mit dem mittleren Jarkent-darja und mit dem unteren Khetan- und Kerija-darja, die sich
auch nach Osten bewegen — eine Tendenz, die wir vielleicht mit dem sogenannten Baer-
schen Gesetz in Verbindung setzen können. Aber wäre dieses Gesetz hier der einzige
Faktor, so müfste der von N nach S strömende Tarim (von Argan nach Kara-buran)
auch an sein rechtes Ufer pressen und sich also nach W bewegen; in der That wandert
er aber nach O, und zwar gerade gegen die vorherrschende Windrichtung. Das spricht
für die Gegenwart einer sekulären Senkung in südöstlicher Richtung.
Die durch die Tradition überlieferten verschiedenen Altersverhältnisse des Ketek-tarim
und des alten Bettes vom Tjertjen-darja führen uns zu recht merkwürdigen Schlußfolgerungen.
Oben haben wir gesehen, dafs etwa im Jahre 1725 der Tarim das neue Bett Ettek-tarim
(= Ketek-tarim) gebildet hat. Im Jahre 1851 hatte Kuntjekkan Bek noch etwas Wasser
darin gesehen, jetzt ist das Bett trocken. Nach Roborowskijs Erkundigungen vereinigt sich
das alte Bett des Tjertjen-darja mit dem Ketek-tarim etwa 48 Werst oberhalb der Mündung
des letzteren in den Kara-buran bei Lop — also nur etwa 28 Werst unterhalb Argan.
Wir haben auch gezeigt, dafs der alte Tjertjen-darja sich gleichzeitig (1725) nach S ver-
schoben hat. Der Ketek-tarim hat also einfach das alte Bett des Tjertjen-darja, welches
wahrscheinlich sehr lange seine nördliche Lage beibehalten hatte, gekreuzt, denn das nörd-
liche Bett des Tjertjen-darja ist natürlich älter als das Ketek-tarim-Bett. Beide Erschei-
nungen, die Bildung des Ketek-tarim und die Verschiebung des Tjertjen-darja beruhen auf
derselben oben erwähnten Ursache, nämlich einer Bodensenkung im Süden. Wo endete
aber die alte Tjertjen-darja? Das ist nicht schwer zu sehen. Vor der Bildung des Ketek-
tarim strömte der Tarim nach dem See im Norden von Abdal, wo Numet Bek geboren
war. Damals machte der Tarim seine östliche Biegung irgendwo im Süden von Kulaktscba,
d. h. zwischen 40 und 50 Werst nördlich vom jetzigen Kara-buran, auf eben derselben
Breite, wo der alte Tjertjen-darja mit dem Ketek-tarim sich vereinigt. Es ist also offenbar,
dafs der alte Tjertjen-darja in denselben alten nördlichen See einmündete. Dafür spricht
auch seine mit dem jetzigen Laufe parallele Richtung.
Als der Tjertjen-darja sein neues Bett bereitete, existierte schon in dieser Gegend
Sandwüste. Der Flufs ist nämlich sowohl im S als im N von Sand umgeben. Wäre der
Flufs mit seinem Vegetationsgürtel älter als die Wüste, so hätte er gewifs der Ausbreitung
des Sandes in dieser Richtung ein Hindernis in den Weg gesetzt.
Einige von den Namen auf der schönen Karte Roborowskijs sind auch einleuchtend.
Zwischen dem alten und dem jetzigen Bette des Tjertjen-darja finden wir z. B. die Wüste
Araltjining-kum, d. h. „Insel-Wüste"; mit „aral" bezeichnet man im allgemeinen ein Stück
Landes zwischen zwei Armen eines Flusses oder zwischen zwei einander nahe gelegenen
Flüssen. Am rechten Ufer des Ketek-tarim haben wir die Wüste Tarim-kojgan-kum, d. h.
„die Wüste, wo der Tarim übergesiedelt ist", oder „die vom Tarim hingebrachte Wüste",
und in der nördlichen Ecke zwischen dem alten Tjertjen-darja und dem Ketek-tarim die
Wüste Koschmet-kum, d. h. „die Wüste der Vereinigung" (zweier Flüsse). Dung-agil,
„Hügel-Niederlassung", ist ein nördlicher Arm des jetzigen Tjertjen-darja-Deltas und zeigt,
dafs auch hier Tamariskenkegel vorkommen. Als der Ketek-tarim sich 20 Werst nach
Osten bewegte, hatte also der alte Tjertjen-darja schon lange seine südliche Lage gehabt. Die
lebenden Pappeln im Oberlaufe des erstgenannten Flusses beweisen, dafs die Verände-
rungen hier ganz neulich von statten gegangen sind.
Pjewzow, Roborowskij, Bogdanowitsch und ich haben verschiedene Namen für den
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