国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0183 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
| 私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1 |
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OCR読み取り結果
von Tattlik-bulak. Talät-kuduk ist ein Brunnen, in dessen Nähe einige Pappeln wachsen.
Kegel wechseln jetzt mit ebener Steppe ab. Im allgemeinen ist die Gegend im Süden öde,
im Norden mehr bewachsen; links folgt jetzt ein „saj" (Steinwüste), der in der Ferne in
niedrige Sandhügel übergeht, und endlich in das schwach sichtbare Gebirge. Der „saj" ist
durch Regenwasser gebildet worden, welches alles leichtere Material weggespült und nur
den groben Schutt zurückgelassen hat. Kal-öllgen-kuduk ist ein jetzt verlassener und mit
Sand und windgetriebenem Staub gefüllter Brunnen. Kurz darauf hören die Pappeln für
eine Strecke auf, die Kegel sind aber immer da. Der „saj" erstreckt sich noch weit nach
W und S; hier und da erstrecken sich niedrige Grate aus losem Material, besonders grobem
Sand, nach N; es sind dies die letzten Ausläufer des Astun-tag, den wir hier in der Nähe
haben. Tegermen-tasch-saj ist ein breites Bett mit temporärem Regenwasser, jetzt mit
einem ganz kleinen Rinnsal in der Mitte, welches sich zwischen den Sandhügeln wie durch
eine Pforte einen Weg bahnt. Hoschu-kuduk (auch Uschur-kuduk genannt) ist noch ein
Brunnen. Dann haben wir rechts einen scharf begrenzten Gürtel Pappelwaldes, nicht be-
sonders dicht, worauf niedriger Sand in rudimentären Dünen folgt. Jenseits der Gegend
Tograk-tjapp erreichen wir ein viel mächtigeres Bett als die bis jetzt gekreuzten, welches
sich in Lößschichten ziemlich tief ausgemeifselt hat; es führte jetzt etwa 2 cbm rotgelbes
in zwei Arme geteiltes Wasser, an dessen Ufern dichter Pappelwald, darunter auch alte,
solide Bäume, und „köttek" wächst. Es ist der Bach von Vasch-schahri, des einzigen Orts
auf dem Wege zwischen Tjarkhlik und dem Gebiet von Tjertjen.
Vor 20 Jahren soll Vasch-schahri unbewohnt gewesen sein, als ein Mann aus Kerija,
Kipek-Schab, sich mit seiner aus 10 Personen bestehenden Familie hierher begab, um das
Land zu bebauen, und bei meinem Besuch war er noch immer da. Eine Reihe von Jahren
soll er mit den Seinigen allein hier gewohnt haben, bis vor 3 Jahren und auf chinesische
Veranlassung einige Familien aus Khotan, Kerija, Tjertjen und Tjarkhlik hierher über-
siedelten, so dafs die Einwohnerzahl von Vasch-schahri heutzutage 16 Familien oder 45
Menschen zählt. Der Amban von Tjarkhlik, unter dessen Oberhoheit der Ort steht, thut
alles was er kann, um Vasch-schahri ins Aufblühen zu bringen. So gibt er die ganze
Aussaat im voraus, sowie auch Spaten und andere Geräte, welche die Bewohner für den
Ackerbau nötig haben. Wenn die Ernte gelingt, so müssen sie jedoch den Wert der Aus-
saat ersetzen; sonst sind sie steuerfrei. Weizen, Mais, Gerste, einige Frucht- und Gemüse-
arten werden gebaut. Der Weizen wird Anfang März gesäet und soll 5 Monate zum
Reifen bedürfen; der Mais wird Anfang Mai gesäet und reift Ende September. Die Frost-
nächte sind im Frühliog für den Weizen verhängnisvoll; sonst sind die kräftigen Burane
der schlimmste Feind des Ackerbaues.
Der Bach von Vasch-schahri kommt vom Astun-tag. Wenn im Sommer sein Wasser
verhältnismäfsig rein („syssyk") ist, so stammt es von schmelzendem Schnee und Eis, wenn
es aber, wie es jetzt der Fall war, trübe („lajlik") wie ein Lehmbrei ist, so kann man
sicher sein, dafs es von Regengüssen im Gebirge herrührt. Von Anfang Juni an regnet es,
bisweilen ziemlich viel; zum Reisbau genügt jedenfalls die Wasserzufuhr nicht. Die Winter
sind kalt, und es kann bis 20 cm schneien. Das Bett des Baches liegt da ganz trocken;
aber in der Nähe gibt es Süfswasserquellen, die den Wasserbedarf decken. Der Pappel-
wald, welcher dem Bache folgt, soll sich bis in die Nähe des Tjertjen-darja erstrecken,
jedoch hier und da unterbrochen. Die jetzt vorhandene Wassermenge versiegt nicht weit
von Vasch-schahri im Sande und erreicht den Flufs nicht. Zwischen unserem Wege von
Tjarkhlik nach Vasch-schahri und dem Lauf des Tjertjen-darja breitet sich also ein Wald-
gürtel und nördlich davon ein Sandgürtel aus. Wenn aber ein mächtiger „sil" (Über-
schwemmungswasser, durch Regen verursacht) durch das Bett strömt, so soll er sich ziemlich
weit fortsetzen, vereinigt sich aber nie mit dem Flufs, sondern fliefst mit demselben parallel,
um sich höchstens mit den Bächen von Tattlik-bulak und Tjarkhlik zu vereinigen.
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