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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0191 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
| 私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1 |
引用情報
OCR読み取り結果
Tjertjen zu begeben. Nach Bokalik begeben sich fast nur Bewohner von Tjertjen. Der Weg
führt an einem Gebirge NO von Arka-tag, welches sie Tömurlik-tag (Eisengebirge) nennen
und 40 Tagereisen erfordert, wobei sie jedoch nur kurze Tagemärsche machen, indem sie
zu Fufs gehen und ihren Proviant, Mehl und Brot, auf Eseln und Pferden mitführen,
zum Teil leben sie auch vom Fleische des wilden Jaks; im Sommer bekommen sie auch
weiteren Proviant aus Tjertjen. Nur an einigen Stellen gibt es gute Weideplätze,
wo sie ihre Transporttiere während des Sommers lassen. Das Erhalten des Lebens in
diesen sterilen, hochgelegenen Gegenden ist natürlich die schwierige Frage der Goldsucher.
Was jemand aber an Gold findet, ist sein freies Eigentum. Eine andere Schwierigkeit
bietet die Witterung; die oft heftigen Sommerregen im Gebirge machen zeitweise die
Gebirgswässer unpassierbar, und der Schnee verbirgt das Gras; wenn es längere Zeit schneit,
gehen die Lasttiere zu Grunde. Aber eben die Gegenden, wo die Weide reichlich ist, sind
auch reich an Wild. — Ein anderer Weg nach Bokalik führt über den Pafs Amban-asch-
kan-dawan.
Einen sehr unwillkommenen Zuwachs der Bevölkerung erwartete man eben jetzt, näm-
lich zwei „lanzas" von chinesischen Soldaten, die als feste Garnison ihren den südlichen
Weg bewachen sollten; diese werden mit Recht von der einheimischen Bevölkerung als
Parasiten betrachtet, und man fürchtete sie um so mehr, weil die Ge-
treideproduktion kaum für den einheimischen Bedarf ausreichend ist.
Die beistehende Skizze gibt einen Begriff von der Lage der „ariken".
Vom rechten, östlichen Ufer des Flusses geht nur ein „arik", Araltji (1),
aus; er wird in zwei Arme geteilt: Ikki-tjahrtag genannt („tjartag",
ausgesprochen „tjatag", bedeutet Teil, Arm, Zweig eines „ariks"); der
anbaufähige Boden wird hier vom Sande bedroht, aber früher soll der
gröfste Teil von Tjertjen hier gelegen haben. Jetzt liegt der gröfste
Teil der Stadt am linken Ufer und erhält Irrigationswasser aus drei
„ariken": Jangi-arik, der oberste (2), mit folgenden Zweigen und „kents":
Basch-jangi-arik, Arisch, Ghärip-arik, Köttemä und Jangi-östäng, dessen
Äcker jetzt verlassen sind; der mittlere (3) heifst Otter-arik und ist auch in zwei Arme
(Ikki-tjahrtag) geteilt; endlich der unterste (4) Tjörul-meja mit den Armen: Dung-mähälle,
welcher zum Bazar geht, Köttema und Tjörul-meja. Der Ursprung dieser Kanäle liegt nahe
bei einander. Jetzt strömt das Wasser ruhig und regelmäfsig, aber wenn das Hochwasser
kommt, müssen sie überwacht und teilweise geschlossen werden. Der Weizen wurde Mitte
März gesäet und ist Ende August oder Anfang September reif.
Was wir in Tatran über die Schwankungen des Flusses erfahren hatten, wurde hier be-
stätigt, jedoch rechnete man die eigentliche Hochwasserperiode zu drei Monaten; wenn er
gefriert, ist nur klares Quellwasser zurückgeblieben. Es gibt keine Fähre, auch nicht die
kleinsten Boote, und die Kommunikation zwischen den beiden Ufern ist also während des
Hochwassers ganz schwierig. Wenn aber besonders am Bazartage die Bewohner von Araltji
hinüber müssen, reiten oder schwimmen sie über den Flufs bei Sonnenuntergang, wenn er
am niedrigsten ist.
Die Lage von Tjertjen ist eigentümlich, überall ist die kleine Stadt von Wüsten um-
geben und liegt fern von den Verkehrsstraßen Ostturkestans. Nach Norden gibt es natür-
lich gar keinen Weg, dort breitet sich nur das Wüstenmeer aus. Die Sanddünen sollen
in 4 „potaj" Entfernung nach Norden anfangen, und nur 1 „potaj" weiter sind sie schon
hoch und steril. Ein „potaj" westlich von der Stadt gibt es ein „tim" oder Ruine eines
chinesischen Turmes; dort liegt auch der Masar Jallgus-tugh-Paschahin, — „der einsame
Pferde- oder Jakschwanz".
Von Tjertjen nach Nija gibt es zwei Wege, einen oberen über Kapa, „ystyn-joll"
oder „arka-joll" genannt, und einen unteren durch die Wüste, „astun-joll" oder „altun-
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