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0203 Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1
私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 / 203 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000262
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OCR読み取り結果

Der Arpa-saj erreicht niemals den Bostan-tograk, sondern versiegt im Sande. Im
oberen Teil des Thales gibt es nur einen Weg für Hirten. Eine Tagereise nördlich von
Arpa soll der Sand anfangen; bis zum unteren Weg rechnet man drei Tagereisen, wobei
dem Bostan-tograk folgt. Mitte Juni regnet es am meisten; bis Anfang Mai kommt
der Niederschlag in Form von Schnee. Vorherrschender Wind ist NO, die Gegend ist aber
nicht sehr windig und Burane treten nicht ein.

Im Laufe des Tages war sowohl am 14. Mai wie am 25. Juli der Arpa-saj, als wir
ihn auch kreuzten, so gut wie trocken. Am Abend des erstgenannten Tages kam aber eine
recht beträchtliche Wassermenge in dem steinigen Bette herab. Ich hatte schon mehrmals
beobachtet, dafs diese Betten überhaupt nur abends Wasser führen, und zwar weil das im
Laufe des Tages geschmolzene Schneewasser erst spät hierher gelangt. Die Menge des
Wassers beruht auf dem Wetter; an ruhigen, klaren Tagen ist sie am gröfsten und das
Wasser klar und rein; an bewölkten Tagen ist die Wassermenge gering; das „sil"-Wasser
der Regengüsse kommt sowohl als Nachts und ist immer sehr trübe.
Der Arpa-saj ist nach heftigem Regen so wasserreich, dafs er nicht passiert werden kann.

Dann geht der Weg nach WNW nach Kalmak-agil, wo früher Mongolen („kalmak")
gewohnt haben sollen; es ist ein unbedeutendes Bett mit etwas Sand an der linken Seite.
Lajka ist der nächste „tjapp", und dann folgt Buganalik. Über Tjukkur-tjapp und Segislik-
tjapp, d. h. „die Löfs-Furche", gelangen wir auf dem etwas besseren, unteren Weg nach
dem Buka-bulak, dessen Bett immer ein kleines, von Quellen gespeistes Rinnsal
führt. Hier wohnen einige Hirten aus Arpa; der Boden ist in dieser Gegend während
5 Monaten bis 1½ m tief gefroren; Ende September beginnt er zu frieren, und wenn er im
Frühling wieder auftaut, wird die Gerste gesät. Im Tusluk-ungur kommt Salz vor; der
Julgun-tjapp und der Sirka waren jetzt wasserlos; der letztgenannte, welcher sich nicht
weit vom Wege mit dem Bostan-tograk vereinigt, hatte noch am vorhergehenden Abend
Wasser geführt.

Jetzt sehen wir auf dem ganzen Weg linker Hand die mächtige Kette des Kwen-lun-
Gebirges mit seinen schneebedeckten, zackigen Kämmen und Gipfeln, und vor und unterhalb
derselben die dunklen, schneefreien Ausläufer, die sich gegen Norden erstrecken und zwischen
welchen alle diese „tjapps" und „sajen" sich öffnen und aus dem Gebirge heraustreten.
Unterhalb dieser Ausläufer und Verzweigungen läuft unser Weg ihrem Fufse entlang auf
weicher Erde und gelbem Löfs mit Steppe, nur selten ist der Boden etwas steinig. Diese
langsam abfallenden weichen Partien zwischen den „tjapps" werden, je weiter nach Norden,
desto ebener, bis der Boden am „astun-joll" für das Auge vollkommen eben aussieht. Wie
wir gesehen haben, steigt der Triebsand ziemlich weit hinauf auf diese nördlichen Ab-
hänge des Kwen-lun-Gebirges und bildet an der linken Seite der „tjapps" spitzige, gegen
Süden gerichtete Ausläufer.

Dann erreichen wir das außerordentlich mächtig eingeschnittene Bett des Bostan-tograk;
an dem Punkt, wo der Weg kreuzt, sind die Konglomeratwände nicht so steil, sonst sind
sie lange Strecken vollkommen senkrecht und stehen in ein paar hundert Meter Entfernung
voneinander wie hohe, dunkle Mauern. Der „saj"-Boden dort unten ist mit Schutt, Geröll
und Blöcken aus Granit und grünem Schiefer gefüllt. Die zwischen 5 und 6 cbm mächtige
Wassermasse schlängelte sich von der einen zur anderen Thalseite; das Wasser war trübe
und soll immer so sein, weil es höher hinauf durch sehr lockeren Löfsboden fliefst; nur
wenn es ganz niedrig ist, wird es klar; die Temperatur war 9,4°; nach heftigem Regen
wird der Flufs wie der Möldja unpassierbar, aber nur für ein paar Tage. Am 24. Juli,
als ich den Flufs zum zweiten Mal passierte, betrug die Breite 26 m, die mittlere Tiefe 0,3 m,
die mittlere Geschwindigkeit 1,3 m und die Wassermenge etwas über 10 cbm in der Sekunde,
die Temperatur 13,6° und die Durchsichtigkeit des Wassers 2½ cm. Auch hier strömen
abends und nachts gewaltige Wassermassen; Mitte August nimmt die Wassermenge ab, bis