国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

> > > >
カラー New!IIIFカラー高解像度 白黒高解像度 PDF   日本語 English
0210 Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1
私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 / 210 ページ(カラー画像)

New!引用情報

doi: 10.20676/00000262
引用形式選択: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR読み取り結果

gorien von Reisenden unterscheiden: solche, die sich nach Sourgak, Kap und Arka-tag
begeben, um Gold zu suchen, und Pilger, die den Masar von Imam Djafer Sadik unterhalb
Nija besuchen wollen. Im Vergleich zu diesen Reisenden ist der übrige Verkehr un-
bedeutend.

Von Joll-arisch („Weg-Teilung"), einer vollkommen unbewohnten Gegend, geht ein
direkter Weg nach Sourgak. Der Sand wird höher, wie auch die beiden nächsten Namen
der Gegend zeigen. Bei Togri-kum sind schon die Dünen recht bedeutend, liegen in
NNW—SSO, mit dem steilen Abhang nach S gerichtet, und sind auch sonst unregelmäßig
gebaut. In Taglik-kum („Sand-Berge") sind die Dünen hoch und steril, mit dem steilen
Abhang nach S und SW. Oj-jar ist eine Lößterrasse, einst von einem Bache ausrodiert
und mit Tamarisken im Bette. Bei Kasch steigen wir an den steilen SW-Abhängen der
Dünen herab, der Sand hört mit einemmal auf und ein steiniger „saj" breitet sich vor uns
aus. Nur das temporäre „sil-su" kann eine solche scharfe Grenze hervorrufen. Pischka
(auch Pschka) ist ein Bett mit wenig Wasser. Tagalla-masar wird ein Tamariskengesträuch
genannt, welches mit einer Menge Fetzen und Schwänzen von Pferden und Jaks behängt
ist. Sullde ist ein einsames, mit Gärten umgebenes Landhaus.

Oj-tograk ist eine große, ausgedehnte Oase, im W, O und N von Wüste umgeben,
im S von „saj". Es gibt hier 60 bis 70 Häuser und einen „jus-haschi", aber keinen Bek.
Reis und Gerste werden nicht gebaut, und Weizen nur in solchen Jahren, in welchen die
Wasserzufuhr reichlich ist. Dieses Jahr war die Bewässerung ungewöhnlich gut gewesen.
Am meisten werden Mais, Melonen, Aprikosen, Äpfel, Maulbeeren und verschiedene Gemüse
gebaut. Weiden, Pappeln und Eleagnus sind allgemein und bilden Alleen am Wege; sie werden
von „ariken" bewässert; hier und da findet sich ein Bassin mit klarem Wasser. Der Bach
kommt vom Dorfe Pischka, eine Tagereise südlich gelegen und von 15 bis 20 Familien be-
wohnt. In Pischka-su mündet von Osten ein Bett, Kara-bulak, aus, das nur nach Regen
Wasser führt.

Eine Tagereise südlich von Pischka erhebt sich schon „ak-tjakkil-tag", d. h. schneebedecktes,
unübersteigbares Gebirge. Der Name Oj-tograk soll davon herrühren, dafs weiter unten
das Bett tief („oj") eingeschnitten ist und weil an den Ufern Pappeln („tograk") wachsen.
Über das weitere Schicksal des Pischka-su wurde mir mitgeteilt, dafs derselbe noch eine
Tagereise durch die Wüste in der Richtung nach dem Kerija-darja strömt und dafs, wo er
sich mit diesem Flufs vereinigt, vor 4—5 Jahren ein Dorf von 16 Familien angelegt worden
ist; der Name des Dorfes sei Hassren-ettim (Hasrett-atam oder Hassan-atam?). Eigen-
tümlicherweise kannten die Hirten am mittleren und unteren Kerija-darja dieses Dorf nicht;
aber Pjewzow hat ein Dorf Hassan-ata eine Tagereise unterhalb Kerija am Kerija-darja
aufgenommen. Der Pischka-su geht aber nicht direkt in nordwestlicher Richtung nach dem
Kerija-darja, sondern er macht, wie wir sehen werden, einen mächtigen Bogen nach W
und erreicht wohl übrigens nur in der Hochwasserperiode den Hauptfluis; selbst der Tienab
erreicht den Jarkent-darja nicht. Dafs aber der Jurun-kasch mit dem Kara-kasch sich ver-
einigt, beruht auf dem ausgedehnten, mächtigen Quellgebiet. Wir finden jedoch bei den
drei gegen N strömenden Flüssen: Jarkent-darja, Khotan-darja und Kerija-darja in dieser
Beziehung eine geographische Homologie: jeder von ihnen hat an der rechten Seite einen
Nebenflufs, der besonders beim Khotan-darja mächtig ist.

Über öde Steppen gelangen wir jetzt zu den Dörfern Ara-östäng und Lenger. Ilek ist
ein Bach mit sehr trübem Wasser; auf einer dominierenden Düne steht hier ein Masar,
Bughra-Khan Masar genannt. Um Arka-östäng breiten sich wegen Wassermangel jetzt
verlassene Äcker aus. Khan-tograk ist ein kleines Dorf, bei welchem am Wege eine kolossale
Pappel, die größte, die ich je gesehen habe, stand; der Name beweist entweder, dafs hier
einst ein „khan" passiert hat, oder dafs die Pappel ein „khan" unter den Pappeln ist.

Über die Dörfer Kara-kumusch und Jschmelik und durch eine kleine Strecke öder Gegend