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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0211 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
| 私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1 |
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erreichen wir die Fortsetzung des Baches von Oj-tograk, der in seinem oberen Teil
Pischka-su genannt wurde, hier aber Terek-ulugan heißt und dann Burun-tal. Das Wasser
war ganz trübe wie Lehmbrei, und der Bach hat einen mäandrischen Lauf zwischen den
Dünen; der Weg läuft eine beträchtliche Strecke im Bett und kreuzt dasselbe oft, wo
armselige Vegetation gedeiht, an den Ufern wachsen lichte Pappeln. Das Arikwasser,
welches in Oj-tograk nicht in Anspruch genommen wird, strömt hier weiter; man behauptet
aber, und dies schien in der That der Fall zu sein, dafs die Wassermenge nach unten
allmählich beträchtlicher wird, was auf nichts anderem beruhen kann, als dafs der Bach
von der linken Seite, d. h. von oben, einige Zuflüsse bekommt. Jar-bulak ist eine
Gegend am Bache, in der sich an den Ufern Steppen ausbreiten und Schafherden weideten.
Diese Kamischsteppe wird durch Sanddünen begrenzt. Hier biegt der Bach in einer nörd-
lichen Richtung ab, und wir verlassen ihn rechts. In der Hochwasserperiode soll er dem
Kerija-darja eine nicht unbeträchtliche Wassermenge zuführen.
Bevor wir das Dorf Ghaderang erreichen, haben wir noch eine kleine Strecke öden
Sandes zu kreuzen. Besch-tograk mit prächtigen Pappelallleen liegt am rechten Ufer des
Kerija-darja. Das Bett dieses Flusses war hier breit und seicht, mit weichem alluvialen
Schlamm bedeckt, nur hier und da mit Geröll. Die Wassermenge betrug nur 4 cbm, es war
trübe und in mehrere kleine Arme geteilt, und man wundert sich, dafs dieser anscheinend
kleine Flufs derselbe sein konnte, welchem wir im Winter 14 Tage lang gefolgt waren,
und welcher in der kalten Jahreszeit noch weit im Norden so bedeutend sein konnte. Dies
war am 20. Mai, am 11. Juli war der Flufs noch klein, was offenbar auf dem Ader-
lassen der „ariken" beruhte. Die Breite betrug dort 28,7 m, die größte Tiefe 0,51 m, die
größte Geschwindigkeit 1,43 m und die Wassermenge 15,8 cbm; vor kurzem war aber der
Wasserstand 0,30 m höher gewesen.
Die Stadt Kerija liegt am linken Ufer in unmittelbarer Nähe des Flusses, hat einen
chinesischen Amban und sonst, in Jangi-schahr, etwa 100 chinesische Bewohner, 4 Beken,
mehrere „jus-baschis" und einen „mir-ab", der über die Verteilung des Wassers in den
verschiedenen „ariken" die Aufsicht zu führen hat; das Stadtgebiet bekommt also Wasser
während 6 Tage, dann die „kischlaks", jeder 6 Tage nacheinander und so weiter. Die
Bevölkerung des Distriktes wird zu 3000 „ujliks" berechnet.
Der Bazar hat nur eine lange Hauptstraße, in welcher der Verkehr nur am Bazartage
lebhaft ist, wenn die Bewohner der umliegenden Dörfer sich mit ihren Waren nach Kerija
begeben. Ungefähr 40 andischanische Kaufleute wohnen jetzt hier; der Handel ist ohne
Bedeutung. Es gibt einen großen „mestjid" und ein paar „medresses", sonst nichts von
Interesse. Die wichtigsten Produkte des Distrikts sind: Schafwolle, Filzteppiche, Häute
und Gold; die Schafzucht steht verhältnismäßig hoch. Kerija ist der Areal nach das
größte „ambanat" von Alti-schahr („die sechs Städte", auch Jetti-schahr, „die sieben
Städte"), wie Ostturkestan zu Jakub Beks Zeit genannt wurde.
Die Aussaat erfolgt hier nur im Frühling; der Weizen Anfang März; die Ernte
ist schon Mitte Juli reif und wird im Laufe von 25 Tagen überall eingebracht. Der Mais
wird Anfang Juni gesäet und Mitte Oktober geerntet; ungefähr dasselbe gilt vom Reis,
der jedoch in weniger bedeutender Menge gebaut wird. Sonst werden die gewöhnlichen
Früchte und Gemüse gebaut. Es wurde mir versichert, dafs in Khotan die Trauben Mitte
Juli reif werden, in Kerija Ende Juli, in Nija Anfang August und in Tjertjen Ende August,
also je weiter nach Osten, desto später. Woraus dies beruht, ist schwer zu sagen bei
einem in geographischer Hinsicht so gleichmäßigem Lande; vielleicht sind die Windverhält-
nisse mafsgebend.
Die schwarzen Stürme sollen gewöhnlich westlich sein, die gelben nördlich, Regen-
wolken und Regen kommen aus Süden; die Schneemenge ist verschwindend klein. Der
Flufs ist wie überall in diesen Gegenden sehr viel von der Witterung abhängig. Anfangs
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