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0216 Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1
私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 / 216 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000262
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OCR読み取り結果

drei verschiedene Kategorien von Oasen in Ostturkestan unterscheiden: 1) die, welche an
den Punkten liegen, wo die Bewässerungskanäle den großen Weg kreuzen; 2) die, welche
am Laufe der Flüsse liegen, und 3) solche, die in den Thalmündungen liegen. Die Oasen
der Kategorien 1 und 2 fallen oft miteinander zusammen, und zu 1 gehören natürlich auch
solche, die oberhalb oder unterhalb des großen Weges liegen.

Als wir uns nach einer Stunde im Sattel umdrehten, sahen wir am Rande des
Horizontes die scharfe, dunkelgrüne Linie der Vegetation, sie wird jedoch immer schmaler,
um endlich zu verschwinden. Der Boden ist schwach gewellt; rechts haben wir niedrige,
sterile Hügel — die letzten Ausläufer des Tekkelik-tag, welcher sichtbar sein müßte, wenn
die Luft klar wäre. Bis zum Ullug-tag („die großen Berge" = Kwen-lun) werden zwei
Tagereisen gerechnet. Eine unbedeutende Schwelle des Bodens wurde Att-sootgo genannt.
Hier steht ein roter, lockerer, poröser, stark verwitterter Sandstein, mit der Lage 22° W
300° N.

Eine Unterbrechung in der einförmigen Landschaft wird gebildet durch das unbedeu-
tende Bett des Atjik, worin ein wenig klares, aber schwach salziges Wasser strömte. Das
rechte Ufer ist steil und hoch, das linke langsam abfallend und niedrig. Hier und da
wächst in der unmittelbaren Nähe des Wassers eine Pappel, eine Tamariske oder Eleagnus.
Die Gesteinsart ist Konglomerat, in der deutlichen Lage 33° O 100° S. Die Gebirgs-
mündung vom Atjik soll von 20 Familien, die Weizen und Gerste bauen, bewohnt sein.
Von der Höhe der Hügel des rechten Ufers ist die Aussicht nach O sehr weit, der „saj"
sieht so eben aus wie ein Fußboden, ist hart und vorzüglich zum Reiten.

Saki-jar ist ein breites, seichtes Bett mit steingefülltem Boden, jetzt trocken, nur nach
Sommerregen „sil-zu" führend. An seinen Ufern gedeiht keine Vegetation. Das rechte
Ufer ist auch hier schärfer markiert und kräftiger auserodiert — es ist dasselbe Verhältnis,
welches wir in den Kirk-saj („die 40 Betten") zwischen Kapa und Sourgak so oft gefunden
hatten. Kara-bulak ist ein schmales, trockenes Bett. Das Terrain wird dann wieder ein
wenig hügelig, und bisweilen kreuzen wir scharfe niedrige Grate, welche den Weg unter
rechten Winkeln schneiden.

Wenn die morphologischen Unterschiede zwischen den beiden letzten Betten deutlich
waren, so ist dies bei Uttura-kija in hohem Grad der Fall. Im Gegensatz zum linken ist
hier das rechte Ufer außerordentlich hoch, steil und schroff. Der Bach bildet die Grenze
zwischen zwei verschiedenen Niveaus in der ganzen Landschaft; es ist eine gewaltige Stufe,
alles, was östlich des Baches liegt, ist wohl 100 m höher als der Boden westlich davon.
Auf der Höhe der rechten Uferterrasse liegt der „lenger" Uttura-kija, ein weißes Steinhaus
mit mehreren Zimmern und viereckigem Hof, von Nias Hakim, Bek von Khotan, erbaut.
Zwei Familien sind hier seßhaft. Vom „lenger" sehen wir tief unter uns das Thal des
Baches, der jetzt sehr wasserarm war, und in einer Weitung des Thales wird Weizen und
Gerste auf ein paar kleinen Äckern gebaut. Einige Pappeln, Maulbeer- und Pflaumen-
bäume wachsen auch dort. In der Nähe hat man ein großes Bassin gegraben, worin sich
schönes, klares Wasser befindet. Der Bach ist nur nach Regen wasserreich; vor vier Tagen
war die letzte Zufuhr gekommen, und das Bassin wurde damit gefüllt — es genügt aber
nur für zwei Monate. Wenn es nicht regnet, so wird der Bach trocken; er wird also gar
nicht von Quellen gespeist; im Winter ist er immer trocken. Die Aussicht nach NW von
dem „lenger" ist außerordentlich ausgedehnt; vom Rande der erwähnten Stufe verliert
sich der Blick in der Ferne, wo der Horizont in einem unsicheren Nebel verschwindet.
Die Gegend soll sehr windig sein; die Stürme sind gewöhnlich westlich. Daß es aber auch
von O wehen kann, erfuhren wir eben jetzt (30. Juni); von 12 Uhr mittags wehte uns
nämlich ein recht starker Wind entgegen, bald glühend heiß, bald ein paar Grad abgekühlt,
als ob die Luftlagen aus verschieden hoch gelegenen Gegenden stammten. Staubwolken
wurden an die Erdoberfläche getrieben; sie rufen ein erstickendes Gefühl hervor. Obgleich