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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0217 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
| 私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1 |
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wir uns hier auf bedeutender Höhe befanden, war die Temperatur etwa 10° höher als in
Khotan; der Unterschied wird natürlich durch die Vegetation hervorgerufen. Derselbe
Wind, OSO, dauerte noch den ganzen folgenden Tag fort. Am Morgen des 1. Juli war
der Bach nicht unbeträchtlich gestiegen; das Wasser war grau und trübe. Der kleine Arm
am rechten Ufer, welcher das Bassin füllt, war aber geschlossen, da das Reservoir schon
kürzlich gefüllt worden war.
Wenig OSO von Uttura-kija wird das Terrain wieder gewellt und von einigen „tjapps"
gekreuzt. Der erste wird Kaper-basste genannt, der nächste Paktalik; alle sind trocken,
den ganzen Tag sahen wir nicht einen Tropfen Wasser. Die Gegend ist außerordentlich
öde und steril, wird allmählich immer unebener und hügeliger, aber der Boden ist hart, der
Weg gut, obgleich Schutt und Geröll allgemeiner werden. Jenseits des „tjapps" Kasan-
asste heißt die Gegend mit Recht Mejdan-tus („ebener Platz"); der Boden ist hier eben
und ohne „tjapps". Die letzteren beginnen aber wieder auf der anderen Seite dieser
„mejdan"; der erste heißt Ujas-tjapp; und dann folgt eine Reihe kleiner Furchen mit dem
gemeinsamen Namen Jetti-tjapp, „die sieben Betten". Hier fängt eine sehr spärliche
Vegetation an.
Während der ganzen Tagesreise sahen wir rechter Hand den Tekkelik-tag, dessen Um-
risse allmählich immer deutlicher werden, je weiter wir nach OSO kommen. Kapak-asste
ist ein ganz kleiner „davan" (Paß) auf einem steinigen Grat. Auf dem Höhepunkt ist
eine Art Masar errichtet worden; es sind einige zeltförmig aufgestellte Stangen, mit alten
Stiefeln, Fetzen, zerbrochenen Gefäßen und auf der Reise verdorbenen Sachen
vollgehängt.
Ullug-art ist an und für sich auch eine kleine Schwelle, nur im Vergleich mit den
übrigen auf diesem Wege groß — deshalb der Name: „der große Paß". Der Boden steigt
langsam bis zum Kulminationspunkt, von wo, wie gewöhnlich, die Aussicht weit und breit
ist. Dann erreichen wir eine kleine, jetzt trockene Schlucht zwischen Konglomeratwänden,
worin nach Regen Wasser gegen NO strömt, um sich mit dem breiten Bett Soug-jilga
zu vereinigen, welches eine NNO-Richtung hat und weiter unten sich wahrscheinlich mit
dem Tjira-darja vereinigt. Südöstlich dieses Bettes haben wir noch einen kleinen Paß,
Eschek-art, und dann wieder ziemlich ebenen Boden; nur von kleinen „tjapps" durch-
schnitten; nur Go-jilga ist scharf markiert und teilweise von vertikalen Konglomeratwänden
umgeben. Während der ganzen Tagesreise tritt nirgends festes Gebirge zu Tage; der Boden
ist überall Detritus und hartes Konglomerat, an der Oberfläche abgerundet und von zahl-
reichen „tjapps" durchschnitten. Der Schutt, der hier und da zerstreut liegt, besteht aus
grauem und rotem Granit, schwarzbraunem Porphyr, Gneis und allerlei kristallinischen
Schiefern.
Das Dorf Hascha hat eine sonderbare Lage. Man reitet gegen SO und glaubt sich
von einer vollständigen Steinwüste umgeben; da mit einemmal und ganz in unserer Nähe
öffnet sich in dem Boden eine gewaltige Spalte. In der Tiefe dieser Spalte breiten sich
herrliche grüne Gärten und Felder aus, und in der Mitte strömt wie ein graues Band ein
Fluß. Alles wird in Vogelperspektive deutlich wie auf einer Karte gesehen. Nach oben
und unten verschwindet das Thal im Nebel, nur gerade unter uns ist alles deutlich, so
auch die gegenüberstehende Wand des tiefen Einschnittes. Ein steiler Pfad führt hinunter,
und am rechten Ufer des Flusses liegt das eigentliche Dorf.
Hascha hat einen „jus-baschi", zählt mit den oben und unten im Thale liegenden
„kents" 60 Häuser und wird administrativ zu Kerija gerechnet. Hier um den Hauptort
des Thales werden Weizen, Mais, Gerste, Pflaumen, Maulbeeren, Aprikosen, Äpfel, Birnen
und Melonen gebaut. In anderthalb Kilometer Entfernung unterhalb befindet sich ein kleines
Dorf, Keng-tokaj, und dann zwei „lenger" auf dem Wege nach Tjira, wohin man eine
Tagesreise rechnet. Zwei kleine Tagesreisen oberhalb soll das Thal bewohnt sein, und von
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