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0225 Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1
私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 / 225 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000262
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dem letzten Regen beträchtlich gesunken und konnte hier, besonders jedoch wegen seiner
Breite und unbedeutenden Geschwindigkeit, gekreuzt werden.

Von Tograk-lenger gibt es nach Oj-tograk keinen direkten Weg, weil das zwischen-
liegende Gebiet Sandwüste ist. Aus demselben Grunde und wegen hügeligen Terrains
steht es auch nicht mit Sourgak in direkter Verbindung. Nach allgemeiner Aussage konnte
man auch östlich von Pulur nicht das Kwen-lun-Gebirge kreuzen. Der von Pjewzow ge-
fundene Weg über Sarik-tus war dagegen allen bekannt.

Die beiden „ariken", die wir in der Nähe von Tograk-lenger gekreuzt hatten, waren
Kum-östäng und Jandema; bei Tar-agis („der enge Mund") vereinigen sie sich zu einem,
der unter dem Namen Kirk-gas-östäng über Kum-bag nach den Dörfern Kirk-gas, Merket,
Deschmen, Sijek &c. Wasser führt. Dies ist also der westlichste „arik" des Kerija-Gebietes.
Dann beginnt etwa 6 km unterhalb Tograk-lenger und in der Nähe des Dorfes Kum-tuck
der Tograk-östäng. Näher der Stadt fin-
den wir Jar-östäng, Katjin, Mogulla und
Kaluk; der letztgenannte versieht die Stadt
selbst mit Wasser. Am rechten Ufer finden
wir nur zwei kleine „ariken" nach Besch-tograk
und Aral, die wenig oberhalb des großen
Weges beginnen. Oj-tograk dagegen erhält, wie
erwähnt, sein Wasser von einem besonderen Bach.
Ganz roh gezeichnet, würde die Verteilung des
Wassers unter den Dörfern um Kerija ungefähr, wie
das beistehende Bild zeigt, aussehen.

Die „ariken" von Kerija-darja sollen sich an ihrem
Ursprung von selbst regeln. Bei ungewöhnlich großen
Dimensionen des Flusses sollte man glauben, dafs die
Äcker und Dörfer überschwemmt werden könnten. Dies er-
eignet sich aber nicht, weil die „ariken", wenn sie mit
Wasser überfüllt werden, von selbst das umliegende Land an
ihrem Oberlauf, wo sie dadurch keinen Schaden verursachen,
überschwemmen. Dadurch wird natürlich das Wasser geregelt
sobald es in die künstlich im weichen Erdboden gegrabenen
Strecken des „ariks" hineinkommt. Der Oberlauf strömt, wie
erwähnt, durch Stein- und Sandboden, ist aber nicht künstlich ge-
graben. Dafs zu wenig Wasser wegen ungewöhnlich niedrigen Stan-
des des Flusses in die „ariken" hineinkommt, ereignet sich dagegen
äuferst selten. Die Einwohner konnten sich nur erinnern, dafs dies
einmal, während der Regierung Jakub Beks, der Fall gewesen war, wo-
bei auch die ganze Ernte verloren ging.

Bei Kerija finden wir dasselbe Verhältnis wie bei Kaschgar, Jar-
kent, Kara-kasch, Iltji, Tjira und Tjertjen, nämlich dafs die Städte am
linken Ufer der Flüsse liegen. Dieses Gesetz kann gewiß nicht nur
Zufälligkeit sein; es mufs mit der Tendenz der Flüsse, sich nach
O zu verrücken, im Zusammenhang stehen. Das rechte Ufer wird
energischer ausrodiert, ist deshalb steiler und weniger geeignet für die
Bildung künstlicher „ariken". Eine Ausnahme fanden wir freilich beim
Jurun-kasch, wo auch vom rechten Ufer mehrere mächtige „ariken"
gegraben sind, aber wir fanden dort auch, dafs der Flufs aus dem älteren Bette des Kalta-
kumat eine kleine Strecke nach Westen sich bewegt hatte, was jedoch wahrscheinlich nur
eine zeitweilige Schwankung bezeichnet.