National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
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lichen, kristallinischen Kalkstein in der Lage von 27° N, so dafs die Schichtköpfe gegen
den Weg zu Tage traten. Am Fuíse erhebt sich eine Gruppe von pittoresken Grabkuppeln,
sogenannte „gumbes". Etwa 1 „potaj" östlicher berühren wir wieder einen kleinen Aus-
läufer des Gebirges mit demselben Gestein in derselben Lage. Auf einem Felsenvorsprung
ist der Masar Hasrett-Ali erbaut, und am Fuíse liegt das Dorf Akhur-masar (auch Okhur),
etwa 1 „potaj" vom Kaschgar-darja.
Der Weg geht nach NO. 2½ „potaj" von Akhur-masar erreichen wir den kleinen Berg
Tumschuk, südlich vom Wege gelegen; er besteht aus demselben Kalkstein in der Lage
14° SW, ferner 5° SW. Der Berg sendet hier vier kleine Ausläufer nach N, wo die
Ruinen von amphitheatralisch, wie Schwalbennester aufgebauten Häusern noch sichtbar sind,
teils von gebrannten Ziegeln, teils von Lehm aufgeführt, also offenbar zwei verschiedenen
Epochen angehörig. Von den ersteren war nicht viel übriggeblieben, von den letzteren
nur einige Lehmmauern mit ihren Thüröffnungen. Die Häuser schienen mit Holzdächern
versehen gewesen zu sein. Alles war mit Detritus und Staub gefüllt und bedeckt. Das
am besten erhaltene Haus hatte 11 m Seite; der Fuísboden im Innern war mit weífsem
Kalk bestrichen. In einer Ecke lagen noch die Kohlen einer alten Feuerstätte. Auf der
Ebene unterhalb des Berges waren mehrere undeutliche Ruinen sichtbar. Die Lage ist
eigentümlich, denn wenigstens jetzt ist diese Gegend äuíserst steril und wasserlos. Etwa
1½ „potaj" nordöstlich davon liegt der „kischlak" Tumschuk mit seinem Bazar.
Etwa 6 km nordwestlich vom Tumschuk erhebt sich noch eine kleine Gebirgspartie,
ebenfalls aus Kalkstein (12° NO) bestehend, und von Ruinen, die Eski-schahr genannt
werden, umgeben. Auf den umliegenden Ebene verraten zur Hälfte nivellierte Trümmer-
haufen, die geometrisch geordnet sind, alte Häuser und Mauern. Das Gebirge selbst erhebt
sich wie eine rauhe, stark verwitterte Felseninsel aus dem ebenen Boden. Von den beiden
am besten erhaltenen Ruinen war die eine ein viereckiges Gebäude aus gebrannten
Ziegeln, von 10 m Seite, innen mit einem Ornamentfries in Relief geziert, und mit einer
Pforte nach Osten. Die andere war aus Lehm aufgeführt, hatte eine groíse Pforte und
schien ein altes Fort darzustellen. Auf zwei fast parallelen Ausläufern des Berges, die
nach NO gerichtet sind, finden wir deutliche Spuren von Mauern, aus Stein und Lehm
bestehend. An einigen Punkten scheinen Türme auf den Mauern aufgeführt gewesen zu
sein. Die südwestlichen Enden der beiden Mauern waren durch eine Quermauer verbunden,
die also den am höchsten gelegenen Teil des Ganzen bezeichnete. Hier fanden sich auch
Ruinen von Häusern, die mit Holzdächern bedeckt waren. Ihr Inneres war jedoch ganz
und gar mit Staub gefüllt, und die Dächer lagen jetzt in demselben Niveau wie die Detritus-
massen des Gebirgsabhanges. Die eben erwähnten Ruinen stammen gewiís aus der moham-
medanischen Zeit; die Mauern sind wohl damit gleichalterig, können jedoch älter sein.
Vom Tumschuk kehrte ich auf dem groísen Karawanenwege nach Maral-baschi zurück.
Südlich vom Tumschuk und Akhur-masar-tag und südlich des groísen Ak-su-Weges breitet
sich nach Pjewzow ein ausgedehnter Sumpf aus, der Lalmoj genannt und vom Kaschgar-
darja gebildet wird. Nach seinen Mitteilungen strömt hier ein freilich sehr geringer
Teil des Wassers vom Kaschgar-darja nach dem Jarkent-darja hinüber, was um so eigen-
tümlicher ist, da wenig oberhalb, nämlich in der Nähe von Maral-baschi, ein Teil des
Wassers vom Jarkent-darja nach dem Kaschgar-darja hinüberströmt. Gewiís sind hier
die hydrographischen Verhältnisse groísen Veränderungen unterworfen, besonders infolge
der sehr wechselnden Wassermenge in den verschiedenen Jahreszeiten. Pjewzow besuchte
diese Gegend im Hochsommer, und aus seiner Beschreibung geht hervor, daís um diese
Zeit eine Menge Sümpfe und kleine Seen entstehen, die durch Seitenärme aus dem Jarkent-
darja und Kaschgar-darja gebildet werden. Pjewzow erreichte das linke Ufer des Jarkent-
darja am 30. Juni 1889 und berichtet, daís der Fluís nur wenige Tage früher angefangen
hatte, zu überschwemmen, und daís die äuíserst trübe, gelbe Wassermasse sehr bedeutend
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