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0241 Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1
私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 / 241 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000262
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OCR読み取り結果

besonders breit zu sein. Der Tiger soll hier nicht mehr vorkommen und ist auch an
anderen Stellen dieses Teiles des Flusses sehr selten.

6. März. Die 3 ersten „potaja" führt noch der Weg durch Wald, worauf wir in
die unmittelbare Nähe des Flusses gelangen; derselbe war hier in zwei große und
mehrere kleine Arme geteilt; in den kleineren Armen stand noch eine Schicht porösen
Eises, nur an den Ufern war das Wasser offen; der Wasserspiegel befand sich jetzt 2—3 m
unter der Oberfläche des Bodens. In der Hochwasserperiode werden auch hier große
Strecken der Umgebungen überschwemmt, im Herbst zieht sich das Wasser wieder in die
tieferen Teile des Bettes zurück. Jetzt war der Fluß durch niedrige, sterile Schlamm-
inseln in Arme geteilt; andere, wie es scheint, mehr permanente Inseln sind mit Kamisch
bewachsen. Die Ufer bestehen aus feuchtem Schlamm.

Der Weg führt jetzt nach SSW, oft durch sumpfige Gegenden. An ein paar Punkten
kreuzen wir niedrigen Sand. Die Sümpfe und Überschwemmungsseen, die vom Hochwasser
gespeist werden, enthalten den ganzen Winter hart gefrorenes Wasser; im Frühling, kurz
bevor die Hochwasserperiode eintritt, sind sie am kleinsten, wobei mehrere ganz austrocknen.
Das Dorf Hekim-begim-lenger hat einen aus dem Flusse geleiteten „arik".

Das Dorf Lajlik ist von 15 Familien (Dolonen) bewohnt; jede Familie hat 10 bis 100
Schafe und einige Kühe. Weizen und Mais werden gebaut; ersterer wird im September gesäet
und reift im Mai. Der Fluß ist 2 „joll" (1 „potaj" = 10 „joll") entfernt; Anfang Juni
beginnt das Hochwasser und dauert 1½ Monate, wobei der Fluß hier 2 „joll" breit
wird; die Überschwemmungsseen an beiden Ufern trocknen vor Einbruch des Winters ganz
aus. In der eigentlichen Hochwasserperiode soll der Fluß bis fünfmal die „Länge eines
Mannes" tief werden, die Stromgeschwindigkeit ist nicht so schnell „wie ein trabendes
Pferd"; ein Reiter erreicht nämlich in 4 Tagen Maral-baschi, das Wasser braucht aber,
glaubt man, 10 Tage. Die Leute wissen nur, daß der Fluß nach Maral-baschi strömt, vom
Lop hatten sie nichts gehört. Auch während des Hochwassers konnte die hiesige Fähre
benutzt werden, weil die Fährmänner besonders tüchtig waren. Sie hatten nicht beob-
achtet, daß der Fluß sein Bett ändert, und soweit sie sich erinnern konnten, hatte es
immer dieselbe Lage gehabt. Fischfang wird in der Gegend betrieben, besonders an
kleinen See Gas-köll, 2½ „potaj" von Jantaklik gelegen. Die Fischnahrung ist jedoch
Nebensache im Verhältnis zu Ackerbau und Viehzucht.

Die Regenzeit soll im Juli anfangen, die Niederschlagsmenge ist jedoch unbedeutend;
Anfang April beginnen die Burane. Vorherrschende Windrichtungen sind O und W, doch
scheint der Ostwind gewöhnlicher zu sein, weshalb die Atmosphäre oft mit Staub gesättigt
wird. Wenn im Spätsommer und Herbst der Wind aufhört und die Regen beginnen, wird
die Luft wieder hell. Im Winter weht es fast niemals.

Auch Lajlik hat eine chinesische Poststation. Der meiste Verkehr besteht in Getreide
und Früchten, die von Jarkent nach Maral-baschi auf Eseln gebracht werden. Auf dem
Rückwege führen diese Karawanen Brennholz aus den Wäldern nach Jarkent. Die Ver-
bindung zwischen Lajlik und Jarkent wird niemals durch Überschwemmungen abgeschnitten.
Die weiter unterhalb gelegenen Dörfer, die im Sommer zeitweise an beiden Seiten isoliert
werden, können jedoch über Terem-Mogal mit Kaschgar in Verbindung treten.

Am 8. März machte ich eine Messung am Jarkent-darja. Die Fährstelle befand sich
etwa 2 km von Lajlik; das zwischenliegende Gebiet ist mit jungem Pappelwald bewachsen.
Die Fähre ist wie ein flaches Boot aus Pappelholz gebaut, und kann jedesmal 7 bis 8 Pferde,
6 Esel und 20 Mann befördern. Der Besitzer ist ein Privatmann, der den ganzen Gewinn
behält, ohne den Chinesen irgendeine Abgabe geben zu müssen. Gewöhnlich wird für ein
Pferd 25 „pul" (da-tien) bezahlt, für einen Esel 12 „pul" und für einen Mann 6 „pul". Arabas
und Kamele werden nur höchst selten befördert; in der Hochwasserperiode, wenn die Fähre
nur einmal des Tages die Überfahrt hin und zurück machen kann, bezahlt ein Pferd