National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
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geht gerade westlich nach Ordan-Padschah; die ganze Strecke ist „tjöll" mit „ala-kum";
kein einziges Dorf, nur ein paar Brunnen sind vorhanden.
Etwa 1 km westlich von Terek-lenger hatten wir auf einer Brücke einen Kanal, Khandi-
arik, passiert. Er beginnt am linken Ufer des Jarkent-darja, eine Tagereise oberhalb der
Stadt, läuft zwischen dieser und Kok-robat und erreicht Lajlik nicht; in seinem Oberlaufe
treibt er auch mehrere Mühlen. Er soll im Jahre 1886 auf chinesischen Befehl angelegt
worden sein, wobei 11000 Arbeiter beschäftigt waren. Die Bodengestaltung verrät un-
zweifelhaft, dafs dieser Kanal in einem alten Bette des Flusses gegraben ist, welches die
grofsartige Arbeit beträchtlich erleichtert hat. Terek-lenger liegt jetzt 3 km vom Jarkent-
darja; die Bewohner behaupteten, dafs es früher unmittelbar am Ufer gelegen habe, dafs
aber der Flufs sich dann in einem Bogen entfernt hätte; hierdurch hätten sie ihre Äcker
über den Alluvialboden erweitern können. Man erwartete hier das Hochwasser Mitte Juni.
Der Maximalstand hält sich einen Monat, die folgenden 40 Tage ist der Flufs noch ge-
waltig und fällt dann langsam bis zum Herbst. Hier regnet und schneit es etwas mehr als
in den weiter unterhalb liegenden Dörfern.
14. März. Der Weg läuft dann nach NO am Flufsufer, welches nach 3½ „potaj"
von Terek-lenger erreicht wird. Hier sieht der Flufs majestätisch aus und teilt sich in zwei
mächtige, von Schlamminseln erfüllte Arme. Das linke Ufer war aufserordentlich scharf
markiert und bildete eine senkrechte Wand, 4½ m hoch, an der die Pflanzenwurzeln bis zur
Wasseroberfläche hervortreten; diese Wand zeigte eine horizontale Schichtung von feinem
Staub, Alluvialthon und Sand. Nach beiden Seiten, nach oberhalb und unterhalb, bieten sich
schöne Aussichten über den Flufs dar. Die ersten Dörfer am Wege heifsen: Tikken, Notje-
östäng, mit Bazar und mehreren „kischlaks", deren alter gemeinsamer Name Hällike ist;
Joll-arisch, Tjakmak-köll und Salldjelik. Unterhalb des letztgenannten Dorfes geht ein
schmaler „arik" von einem nach W konvexen Bogen des Flusses aus, welcher wohl den
westlich von Lajlik gelegenen Sumpf bildet. Dann folgen die Dörfer Kowna-östäng, Ägins,
Djodjaj und endlich Lajlik. Die erste Hälfte dieses Weges führt durch „kischlaks", Gärten,
Kleinwald, Dickicht und Steppe, die spätere Hälfte ist mehr offen und öde. Westlich
vom Wege hatten sich einige kleine Sanddünen gebildet.
Am 19. März gingen wir nach dem rechten Ufer des Jarkent-darja hinüber, um in dem
grofsen Dorfe Merket unser Hauptlager zu errichten. In den 11 Tagen, seitdem ich die
erste Messung ausgeführt hatte, war der Flufs beträchtlich gefallen. Das rechte Ufer befand
sich jetzt 2,12 m über der Wasseroberfläche, die also 0,28 m gefallen war. Ein ziemlich
breiter Gürtel am linken Ufer, der am 8. März noch überflutет war, lag jetzt trocken, und
einige neue Schlamminseln tauchten jetzt aus dem Wasser hervor. Ich hatte also eine
Gelegenheit, die Mitteilungen, die ich früher erhalten hatte, zu bestätigen, nämlich, dafs das
Aufgehen des Eises eine erste Frühlingflut verursacht, auf welche dann Niedrigwasser
folgt. Von der Fähre führt der Weg nach SO. Auf der Strecke nach Angetlik, dem
ersten Dorf, passiert man einen recht grofsen Arm des Flusses, der hier also einen weiten
Bogen nach O macht. Das Gebiet zwischen diesem Arm und dem Hauptflufs wird im
Sommer überschwemmt. Von diesem Arm, der sich wieder mit dem Hauptflufs vereinigt,
bekommt Angetlik zeitweise einen Teil seines Wasserbedarfs, sonst wird es vom Tismab-
darja bewässert. Angetlik befindet sich etwa 1½ km vom Hauptflufs; seine Gärten und
Äcker gehen allmählich in die von Tjamgurluk über. Nach 11 km erreichen wir den mit
einer Brücke versehenen „östäng", welcher das Gebiet von Merket begrenzt. Wenig östlich
davon liegt der Bazar. Jantak, Jantak-bazar oder Jantaklik ist ein Dorf wenig nördlich
von Merket. Der Bazar befand sich früher in Jantaklik, wurde aber später nach Merket
verlegt; man spricht deshalb noch jetzt von Jantak-bazar, obgleich Merket der Marktplatz
ist. Angetlik, Tjamgurluk und Jantaklik bilden einen „beklik", während Merket seinen
eigenen „bek" hat. Das Gebiet ist sehr gut bebaut und bewässert und soll 1000 Höfe
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