National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
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Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
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Durch die Wüste Takla-makan.
Vom 10. April bis zum 6. Mai 1895 kreuzte ich mit 4 Mann und 8 Kamelen die
Wüste Takla-makan von Merket (Jarkent-darja) nach Buksem (Khotan-darja). Der Reiseweg
beträgt 390 km und beschreibt einen flachen Bogen nach Norden. Ich werde im folgenden
kurz die Terrainverhältnisse dieses Teils der Wüste beschreiben. Die meteorologischen
Beobachtungen sind in dem von Dr. Ekholm bearbeiteten Journal angeführt.
Die erste Tagereise führt nach OSO, die 8 folgenden nach ONO und NO, also parallel
mit dem Jarkent-darja, die 14 letzten nach OSO und O. Das kultivierte Gebiet von Merket
erstreckt sich 8 km nach O und geht dann in „däscht", Steppe mit Kamisch und Gebüsch,
über. 3,6 km vom Bazar kreuzen wir das etwa 100 m breite, jetzt trockene Bett des
Tisnab-darja; die Wassermenge wurde nämlich gerade jetzt für die Berieselung der Felder
in Anspruch genommen. Vom Hochwasser wird das Bett ganz gefüllt. Der Boden ist mit
Staub bedeckt, der oft sehr weich ist, so dafs die Kamele einsinken; stellenweise ist er
hart und salzig. Nach weiteren 6½ km beginnen die Sanddünen, die zwar niedrig und
etwas bewachsen sind, jedoch hier einen zusammenhängenden Gürtel bilden. Auf der öst-
lichen Seite dieses Gürtels kam wieder Vegetation vor, Pappeln, Gebüsch und in einem von
S nach N gerichteten Rinnsal dichter Kamisch. Diese Rinne ist offenbar von einem Seiten-
arm des Tisnab-darja gebildet worden und enthält wohl in der Hochwasserperiode etwas
Wasser. Sie war nur 5 bis 6 m breit und 1½ m tief im Boden eingeschnitten. In diesem
Bette wurde der erste Brunnen gegraben; der Boden bestand aus feinem, feuchtem Staub
mit Sand gemischt und enthielt eine Menge Pflanzenreste und Wurzeln. In den oberen
Schichten des Brunnens waren die Wurzeln frisch, in den unteren verfault. In 0,4 m
Tiefe war die Temperatur des Bodens 11,1°, in 0,75 m = 10,4°, in 1,08 m, wo das Wasser
stand, = 9,9° (24,8° Lufttemperatur). In 1,05 m Tiefe begann eine Schicht von plastischem,
blauen Thon, mit wenig Sand vermischt. Diese Schicht hatte nur 4 cm Mächtigkeit und
ruhte auf dem wasserhaltenden Sand, der wohl auch seinerseits auf Thon abgelagert ist
und zahlreiche Wurzeln enthielt. Das Wasser hatte einen unangenehmen, salzigen Ge-
schmack, konnte aber von den Kamelen genossen werden. Es war dasselbe Phänomen,
welches wir später so oft beobachteten, dafs die Brunnen in der Nähe der Flüsse salziges
Wasser haben, wogegen die weit von den Flüssen gelegenen vollkommen süfses Wasser
geben.
11. April. Wenig östlich des Lagers breitete sich wieder zusammenhängender Sand
aus; die Dünen lagen in N und S ausgezogen und schienen von zwei verschiedenen
Windrichtungen, NW und NO, beeinflußt gewesen zu sein; die höchsten erreichten 5 bis
6 m; der Sand war noch ziemlich hart („kattik-kum"), in den Thälern zwischen den Dünen
wuchs noch Kamisch. Etwas weiter östlich wurden die Dünen immer beträchtlicher,
und wir hielten deshalb nach NO und folgten dann während der nächsten Tage dem west-
lichen Rand des eigentlichen, hohen, mächtigen Sandes. Jedoch ist dieser natürlich nicht
scharf begrenzt, er geht allmählich in niedrige Dünen über und sendet Sandgürtel wie
Erzgänge nach W aus. Zwischen diesen breiten sich ebene Flächen des unterliegenden,
festen Bodens aus; derselbe besteht gewöhnlich aus braunem Staub, nicht selten feucht
und salzig („schor") ist. Bisweilen passieren wir auch kleine Steppengürtel mit Kamisch
und hin und wieder Pappeln. Auf einem dreieckförmigen Flecke von feuchtem Boden
wurde jetzt der Brunnen gegraben; er führte durch groben Dünensand. In 0,31 m Tiefe
= 9,9°, in 0,62 m = 9,5°, wo das Wasser stand. Es war ebenso salzig wie das des vor-
hergehenden Tages. Hier gab es keine Thonschicht.
12. April. Wenig jenseits des Lagers Nr. II hörten die Dünen auf, der Boden
ist dann, soweit es uns der Staubnebel zu sehen erlaubt, vollkommen eben und besteht aus
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