国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

> > > >
カラー New!IIIFカラー高解像度 白黒高解像度 PDF グラフィック   日本語 English
0261 Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1
私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 / 261 ページ(カラー画像)

New!引用情報

doi: 10.20676/00000262
引用形式選択: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR読み取り結果

27. Mai. An beiden Ufern ist der Wald etwas
lichter, und hin und wieder sieht man Sanddünen zwi-
schen den Bäumen. Das Bett wird mehr mäandrisch
und sichtbar schmäler, 500—600 m breit, auch dies ein
Beweis dafür, dafs die Wassermenge auf ihrem Laufe
nach Norden allmählich kleiner wird. Auch hier ist
der Flufs eine Strecke lang in zwei Arme geteilt; der
westliche „Janji-darja" ist von Wald umgeben, der öst-
liche „Kowna-darja" von Sand; auch hier sind also die
Namen trügerisch, denn das im sterilen Sand gelegene
Bett ist das jüngste. Wir lagerten am Rande eines
400 qm großen „köll" von mehr als 2 m Tiefe und herr-
liches Wasser enthaltend.

28. Mai. Bald vereinigen sich wieder die beiden
Arme. Der Stromstrich liegt am rechten Ufer, wo auch
einige „kölls" standen; in diesen sind gewöhnlich große
Stücke und Stämme von Treibholz stecken geblieben.
Hin und wieder passieren wir kleine Inseln, und nicht
selten ist sogar der Boden des Bettes, besonders am
linken Ufer, licht grasbewachsen, d. h. an solchen
Stellen, welche vielleicht das Hochwasser in der letzten
Zeit aus irgend einem Grunde nicht überschwemmte.
Dann wurde das Bett wieder breiter; im allgemeinen
gilt als Regel, dafs, wo das Bett breit und seicht ist, die Tümpel fehlen, wo es enger wird,
kommen sie vor. In dieser Gegend und bei dieser Jahreszeit scheinen NW-Stürme vor-
zuherrschen. Wir erfuhren dies mehreremal; sie waren außerordentlich kräftig und mit
Sand und Staub beladen.

Am 29. Mai folgten wir dem linken Ufer und hatten rechts ein paar Inseln; das Bett
ist wieder breit, und wegen Staubnebel war das rechte Ufer nicht immer sichtbar; ein ganz
leichter Regen fiel, das zweite Mal, dafs wir dieses seltene Phänomen im Bette des Khotan-
darja beobachten konnten. Endlich verlassen wir das Flußbett, wo der Weg nach Awwat
und Ak-su führt; der Flufs setzt sich nach NO und ONO fort, unser Weg läuft NNW und
NW. Nahe am linken Ufer verläuft ein kleiner Flußarm mit demselben parallel. Bald ge-
langen wir in ein altes, trockenes und, wie es scheint, schon längst verlassenes Flußbett,
in welchem dann der Weg sich hinzieht. Dies ist entweder das alte Bett des Khotan-darja,
der sich also früher weit westlicher mit dem Jarkent-darja vereinigt hat, oder auch nur ein
alter Deltaarm des Flusses. Es wiederholt sich also auch hier genau dasselbe Phänomen,
welches wir schon beim Vereinigungspunkt des Jarkent-darja und Kaschgar-darja, beobachten
konnten, wo ein alter Arm aus dem erstgenannten Flufs nach Maralbaschi abzweigt.

Links steht lichter Wald unter niedrigen Dünen, rechts ist der Wald scharf begrenzt,
und sein Boden liegt 2 Fufs über dem Bett. Wo das Bett deutlich ist, erhält man
überall Wasser auf etwa 60 cm Tiefe, dasselbe ist aber hier, wie immer in der Nähe der
Flüsse, salzig. Stellenweise ist das Bett schon versandet, und der Weg wird durch Stangen
markiert. Es sieht aus, als ob in dieser
Gegend W- und NW-Winde vor-
herrschten und als ob das Vorrücken
des Sandes zum Teil den Flufs ge-
zwungen hätte, sich nach Osten zu be-
wegen, denn die Dünen bedrohen den
rechts vom Bett stehenden Wald, in