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0281 Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 / Page 281 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000262
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2 mm großen Glimmerblättchen, teils von Biotit, teils von Muskowit, besteht. Die Farbe
dieses eigentümlichen Glimmersandes ist braun und silbergesprenkelt. Als untergeordnete
Einmischung kommt ganz feiner, stark kalkhaltiger Sand mit etwas Magnetit vor. Dazu
wurden samenähnliche Pflanzenteile und eine fast 1 mm lange, etwas gelbliche, aber gut
erhaltene Schale eines Ostracods, der sich hier zweifelsohne auf sekundärer Fundstätte
befand, angetroffen.
Eine Probe aus dem Lager Nr. XII (1895) besteht aus hell gelbbraunem, ziemlich
stark kalk- und magnetithaltigem feinem Flugsand, dessen Körner gewöhnlich nicht größer
als 0,2 mm sind.
Eine andere Flugsandprobe, am 26. April beim Lager Nr. XIV genommen, hat bei-
nahe dieselbe Korngröße, aber etwas hellere Farbe und ist auch reicher an Kalk und
Magnetit. Aus demselben Lagerplatz gibt es auch eine Probe von der Unterlage des
Flugsandes, die sich von besonderem Interesse erwies. Sie besteht aus sehr fein-
körnigem, staubigem, graugelbem Sand mit wenig Magnetit, aber starkem Kalkgehalt. In
dieser Probe wurden bei näherer Prüfung ein paar Dutzend gut erhaltener, weißer Schalen
von Ostracoden angetroffen. Die größten Exemplare sind etwa 0,8 mm lang, aber unter-
halb dieses Grenzwertes gibt es zahlreiche noch nicht ausgewachsene Exemplare aller Größen.
Sowohl hieraus als auch aus der großen Anzahl der Schalen scheint es deutlich zu sein,
dafs die Tiere an Ort und Stelle gelebt haben, und dafs also diese Gegend während der
Quartärzeit, aber vor der gegenwärtigen Flugsandepoche unter Wasser gestanden hat. Sei
es, dafs dieses Wasser ein strömender Wasserzug oder ein größerer quartärer Binnensee
gewesen ist, so werden ohne Zweifel fortgesetzte Untersuchungen über die Verbreitung
des ostracodenführenden Wassersediments von Gewicht für die Kenntnis der klimatischen
Veränderungen sein, welchen das Gebiet während der Quartärzeit unterworfen war.
Aus Tjapan-kalldi am Tjertjen-darja haben wir weiter eine am 2. Mai 1896 genommene
Probe von einem schwach rötlichem, hellgrauem, mittelkörnigem Sand mit schön rund-
geschliffenen Körnern, größtenteils weißer, farbloser oder rötlicher Quarz, aber auch in
ziemlich reicher Menge Ortoklas, Plagioklas, Hornblende und Glimmer, wozu noch Quarzit
und Glimmerschiefer &c. kommen. Auch dieser Sand ist, wie alle die übrigen Proben,
kalkhaltig.
Ein Proberohr mit der Aufschrift: 19. Februar 1896, südlich vom Atjik-darja, und
ein anderes mit der Aufschrift: 6. April 1896, Ostufer des Kara-köll, Lop-nor, enthielten
kleine Pflanzenreste derselben Art, wie die oben erwähnten.
Endlich gehören zu der Sammlung einige im Innern der Takla-makan-Wüste zwischen
den Dünen gefundene etwa 10 cm lange und 1—2 cm dicke Rohre aus feinkörnigem Sand,
die offenbar durch kohlensauren Kalk, der sich an den Wurzeln oder vielleicht auch an
anderen Pflanzenteilen (Kamisch?) abgesondert hat, zusammengekittet worden sind. Die in
dieser Weise eine feste Masse bildenden Sandkörner sind gewöhnlich etwa 0,2—0,5 mm
groß. Diese Bildungen scheinen anzudeuten, dafs in diesen Gegenden Vegetation vorhanden
war, als die Flugsandepoche anfing.
Von Interesse ist der in sämtlichen Proben angetroffene Kalkgehalt, der in so ober-
flächlich liegenden Schichten und in einem Lande mit normalem Niederschlag sich ungelöst
kaum hätte erhalten können. Der Kalkgehalt scheint, wie ja oft der Fall ist, in dem
feinsten Materiale am größten zu sein, was auf lokale Anhäufung beruht, im Gegensatz
zu den Anhäufungen mit dem Magnetit und sonstigen schweren Mineralien.
Die vereinzelte Ostracodenschale, die in der Probe vom 13. April angetroffen wurde,
rührt höchstwahrscheinlich aus einer ostracodenführenden Schicht her, die unter dem Flug-
sande liegt und der Schicht des Lagerplatzes Nr. XIV entspricht. Inwieweit die Pflanzen-
reste dieselbe Herkunft haben oder recent sein können und sich also von den Um-
gebungen der Wüste herschreiben, wird durch fortgesetzte Untersuchungen entschieden
werden können."

Über die in einer der erwähnten Proben von Prof. De Geer gefundenen Ostracoden
hat mir Herr cand. phil. J. G. Andersson gütigst folgende Mitteilung gegeben: