National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
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mächtiger ist als der westliche, empfangen hat, durchbricht er, wie erwähnt, die nördliche
Kette, strömt nach N und dann, soweit dies sichtbar ist, nach NW. Im Querthale ist der
Lauf sehr mäandrisch, und der Fluß windet sich von der einen Thalseite zur anderen und
preßt an den scharfen Biegungen an die Schieferfelsen, die hier und da auch senkrechte
Partien bilden. Unterhalb Littledale's Lager ist das Terrain mehr abgerundet und sanft.
Die vorherrschenden Fallrichtungen des Schiefers auf der Strecke zwischen dem Lager
Nr. VIII und Littledale's Lager, d. h. bis in die Mündung des Durchbruchthales, waren:
zuerst unter 68° nach W 330° N, die für eine Strecke von 200 m konstant bleibt, dann
unter 79° nach S; an der Vereinigungsstelle der beiden Bäche finden wir eine Synklinale
mit Einfallen 62° nach O 140° S resp. 74° nach N; weiter unterhalb eine Antiklinale,
und dann ist die Fallrichtung 64° nach O 150° S. Kombinationen von Faltungen und
Verwerfungen kommen auch vor. Das
Gestein ist mit einem Worte überall,
wo es überhaupt sichtbar ist, stark
gefaltet. Nach der Diagnose von Dr.
Bäckström ist dieser Schiefer eine
graue, sehr feinkörnige Arkose von
kleinen, scharfeckigen Quarz- und Feldspatfragmenten, vielleicht ein grauer, sehr fein-
körniger, feldspatreicher Sandstein.
Am 18. August mittags war unser Bach 6 m breit, im Durchschnitt 0,4 m tief und
hatte eine mittlere Geschwindigkeit von 1,2 m, also 2,9 cbm Wasser in der Sekunde. Der
vereinigte Bach war 21 m breit, 0,3 m tief und hatte 1 m Stromschnelligkeit, also 6,3 cbm
Wasser. Das Wasser war zu dieser Zeit fast ganz klar; das Bett ist von feinem Schiefer-
schutt gefüllt. Unser Bach ist morgens am niedrigsten, steigt allmählich im Laufe des
Tages und erreicht abends sein Maximum, das Wasser erfüllt dann ein Drittel oder die
Hälfte des „saj"-Bodens; dann fällt es wieder bis zum Morgen und hat da an den Ufern
kleine Eisbänder. Auch der Boden gefriert im Laufe der kalten, klaren, ruhigen Nächte,
taut aber vormittags wieder auf. Jeden Tag hatten wir heftigen NW-Wind mit Hagel und
Schnee; die Nächte waren, wie erwähnt, fast immer klar. Nur in der Nacht vom 21. zum
22. August raste ein äußerst heftiger und andauernder Schneesturm. Sobald aber die Sonne
aufgeht, verschwindet der Schnee immer schnell wieder; nur an geschützten Stellen und an
den Nordabhängen bleibt er den ganzen Tag liegen.
Am 22. August machten wir einen sehr kurzen Marsch stromaufwärts an dem von O
kommenden Bach. Wir gingen auf die linke Uferterrasse dieses „sajs". Von S mündet
ein recht bedeutendes Nebenthal aus. Der Schiefer herrscht überall vor und hat im all-
gemeinen steile Lagen, die jedoch wegen der Faltungen sehr wechseln; so 65° nach W,
45° nach W und 82° nach N; dann gehen wir in den „saj"-Boden hinab. Die Wasser-
menge des Baches hatte etwas abgenommen; der „saj", d. h. das von dem großen Sommer-
wasser bespülte, steinige Bett ist sehr breit und nimmt drei Viertel, bisweilen den ganzen
Thalboden in Anspruch, wobei kein Übergang durch sanfte Abhänge gebildet wird. Das
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