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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

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0300 Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1
私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 / 300 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000262
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OCR読み取り結果

Thal steigt gleichmäfsig
und langsam nach O und
hat an beiden Seiten be-
deutende Gebirgskämme.
An der Stelle, wo Little-
dale gelagert hatte, über-
nachteten auch wir, da
die „taglika" behaup-
teten, die Weideplätze würden jetzt aufhören. Am Lager fiel der Schiefer unter 65°
nach S ein.

Am 23. August ritten wir weiter im Thal hinauf, das jetzt immer schmaler wird; die
relative Höhe der Gebirgskämme nimmt ab. Alles ist mit weichen Verwitterungsprodukten
bedeckt, mit Ausnahme der vertikalen „saj"-Wände. Hin und wieder erweitert sich das
Bett des Baches zu bedeutender Breite; das Wasser ist krystallklar. An allen Krümmungen,
die übrigens hier sehr allgemein sind und wegen welcher wir sehr oft gezwungen werden,
über den Bach zu reiten, sehen wir, wie das Wasser gegen die nackten Felswände des
„sajs" prefst. Hier strömt es in einer tieferen und energischer auserodierten Rinne un-
mittelbar am Fuíse der Felswand, und dafs dieser Erosionsdruck des Wassers in der That
wirksam ist, sieht man daran, dafs von Zeit zu Zeit Gesteinsfragmente losgerissen werden.
Nur an den Punkten des „sajs", wo das Wasser in dieser Weise wirkt, ist das Gestein
entblöfst. Durch diese Stofs- und Erosionskraft des Wassers, welche zeitweise wohl sehr
mächtig sein kann, entstehen die Krümmungen des Bettes, indem der Bach immer tiefer
sich in die konkaven Krümmungen hineinmeifelt. Der Bach strömt von der einen Fels-
wand zur anderen über und folgt immer der konkaven Seite des „sajs", so dafs der Bach
selbst mehr gewunden ist als der „saj". Einige von den hierdurch entstandenen Halbinseln
sind an der Wurzel so schmal, dafs man voraussehen kann, dafs
sie mit der Zeit ganz verschwinden müssen. Dies ist wohl dort
schon geschehen, wo der „saj" mit einemmal doppelt oder mehr-
mal so breit wird als sonst.

Der Schiefer fiel jetzt 87° nach O 160° S ein. Nun erreichen
wir die Gegend, in welcher das Thal sich wieder erweitert und
in ein sehr breites Muldenthal verwandelt wird. Der Bach ist
hier in mehrere Arme geteilt, und es entsteht ein Sumpf mit
sehr weichem Boden. Mehrere Neben-„jilgas" münden in das
Hauptthal aus, und durch die dadurch gebildeten Öffnungen sehen
wir die Hauptkette, von welcher die Seitenkämme unseres Thales
ausgehen. Besonders von der rechten Seite, S, münden mehrere
kleine Rinnsale aus. Das Muldenthal ist sehr ausgedehnt, mit
kaum bemerkbar steigendem Boden, der stellenweise so weich
ist, dafs man weite Umwege machen mufs, weil er für die Karawanentiere gefährlich ist.
Es ähnelt einer grofsen Arena, von relativ niedrigen Kämmen eingeschlossen und von
den kleinen Quellenarmen des Baches durchkreuzt. Festes Gestein ist nirgends zu sehen,
alles ist weiches Verwitterungsprodukt und der Boden überall feucht.

Nachdem wir dieses Muldenthal gekreuzt hatten, gingen wir weiter nach SO durch
ein mächtiges Nebenthal hinauf. Zur Linken lassen wir ein noch mächtigeres Thal, das
von OSO kommt; die beiden Thäler haben ungefähr gleich viel klares Wasser in ihren
Bächen. An der rechten Mündungsseite unseres Thales stand wieder die gewöhnliche,
harte, feinkörnige, graue bis dunkelgrüne, quarz- und feldspatreiche Arkose an, mit
weichem, schwarzem Tafelschiefer abwechselnd und mit einem Fallwinkel von 78° nach S;
gerade gegenüber, an der linken Seite fiel aber derselbe Schiefer ebenso steil nach N,