国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
|
|
カラー画像サムネイル -
目次 -
ページ番号 -
書誌情報(メタデータ) -
キャプション -
カラー画像 -
白黒高解像度画像 -
見開きページ -
グラフィック -
| 0335 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
| 私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1 |
引用情報
OCR読み取り結果
Beckens, desto stärker. Diese Flußarme gehören einem ganz andern Typus als der Tengelik-
gol an. Dieser war nämlich 4—5 m tief in den Boden eingeschnitten; hier liegt dagegen
der Wasserspiegel nur ein paar Dezimeter unter der Oberfläche des Bodens. Unzweifelhaft
vereinigen sich alle diese Arme weiter westlich und erreichen den See Hollussun-nor als
gesammelter einziger Arm.
Noch etwas weiter nordöstlich lagen in einem trockenen Bett recht dicke Salzkuchen,
und so auch in den zwei folgenden. Der letzte Arm war dagegen mit Wasser bis zu
0,6 m Tiefe gefüllt und breiter als die frühern; das Wasser war aber vollkommen unbe-
weglich. Die Mongolen behaupteten, dieser Arm stamme nicht vom Gebirge, sondern würde
aus kleinern Bächen gebildet und teilweise von einigen in der Nähe gelegenen Quellen ge-
speist. Doch waren die Spuren einer recht kräftigen Erosion deutlich. Dies war der letzte
Arm, und dann ist die Wüste vollkommen wasserlos. An den Ufern wächst hin und wieder
Kamisch, doch sehr licht und sporadisch, nur ein paar Arme waren absolut steril.
Zwischen den Flußarmen war der Boden feucht und weich, doch nicht mehr, als dafs
die Pferde ein paar Zentimeter einsanken. Er wird aber bald ganz trocken und ist
braungelber, salzreicher Thon; getrocknet und erstarrt, hart und spröde zerspringt er mit
einem klingenden Laut wie Ziegel. Er besteht aus einem Gewirr von Wülsten, kleinen
körnigen Erhöhungen und Löchern; offenbar ist er noch kürzlich feucht gewesen. Es sieht
aus, als ob, während der Boden noch nafs war, Gase von unten durchgedrungen sind, welche
Blasen gebildet haben, von denen die meisten dann zerborsten sind. Die Oberfläche dieser
dünnen Blasen ist, wo sie noch erhalten, so hart, dafs sie gewöhnlich die Pferde trägt;
doch zerbricht sie zuweilen, so dafs das Reiten, obgleich die Löcher nur dezimetertief
sind, sehr unangenehm wird. Dafs hier in einer nicht besonders weit entfernten Zeit ein
großer Salzsee sich ausgebreitet hat, ist offenbar; seine letzte deutliche Grenze läuft da,
wo der Tamarisken- und Kamischgürtel in die öde, sterile Wüste übergeht. Wegen der-
selben klimatischen Veränderungen wie in Ostturkestan hat sich dieser Binnensee allmählich
verkleinert, um nur die kleinen isolierten Seen in den niedrigsten Teilen des großen Beckens
übrig zu lassen. Die von den Flüssen und Bächen mitgeführten Salze sind jedoch in dem
Schlammboden zurückgeblieben. Das Gelände ist im allgemeinen eben wie ein Seespiegel,
nur selten kommen unbedeutende Einschnitte vor. Eine sehr eigentümliche Bildung, deren
Entstehung ich nicht erklären kann, war dagegen eine bis 8 m hohe Erhebung des Bodens,
die wie ein Wall nach O und W, parallel mit den Flußläufen, so weit das Auge reichte,
sich erstreckte.
Endlich geht der Weg nach NNO, wo die nächsten Hügel immer deutlicher werden;
jenseits derselben erheben sich höhere Gebirge, doch überall ohne Schnee. In der Nähe
des Gebirgsfußes, wo wir lagerten, war der Boden wieder etwas feucht und hatte mehrere
trockene Betten, die offenbar von temporären Regenbächen herrührten. Die Gegend, die
vollständig wasserlos ist, heißt Tsakha-tsak; wir hatten ein paar Säcke Wasser mitnehmen
müssen. Saksaul kam hier vor, jede Pflanze wuchs auf einem kleinen kuppelförmigen Hügel.
Von unserm Lager aus sehen wir im W, ein wenig nach N, einen Streifen von kreide-
weißem Salz, der sich, so weit man sehen kann, am Fuße der Hügel gegen W erstreckt;
dort sollen mehrere Salztümpel liegen, von denen ein paar sichtbar waren. Wenig
nördlich davon sehen wir die äußersten Ausläufer der Berge. Hollussun-nor wurde mir
als in S 245° W gelegen angegeben und zwar in einer Entfernung von fünf Tagereisen.
Zwischen Tsakha-tsak und dem See breitet sich eine ebensolche Wüste aus, wie wir sie
bei Khara-ussu passiert hatten. Auffallend ist es, dafs hier nirgends Flugsanddünen
gebildet haben — auch dies ist ein großer Unterschied vom Tarim-Becken. Nur am süd-
lichen Gebirgsrand hatten wir einen schmalen Sandgürtel gefunden. Wahrscheinlich ist die
Trockenlegung des großen Binnensees eine so rezente Erscheinung, dafs der Flugsand sich
hier noch nicht hat ansammeln können.
41*
1
.
.
.
.
|
.
.
.
.
14
.
.
.
.
|
.
.
.
.
24
.
.
.
.
|
.
.
.
.
34
.
.
.
.
|
.
.
.
.
44
.
.
.
.
|
.
.
.
.
54
.
.
.
.
|
.
.
.
.
64
.
.
.
.
|
.
.
.
.
74
.
.
.
.
|
.
.
.
.
84
.
.
.
.
|
.
.
.
.
94
.
.
.
.
|
.
.
.
.
104
.
.
.
.
|
.
.
.
.
114
.
.
.
.
|
.
.
.
.
124
.
.
.
.
|
.
.
.
.
134
.
.
.
.
|
.
.
.
.
144
.
.
.
.
|
.
.
.
.
154
.
.
.
.
|
.
.
.
.
164
.
.
.
.
|
.
.
.
.
174
.
.
.
.
|
.
.
.
.
184
.
.
.
.
|
.
.
.
.
194
.
.
.
.
|
.
.
.
.
204
.
.
.
.
|
.
.
.
.
214
.
.
.
.
|
.
.
.
.
224
.
.
.
.
|
.
.
.
.
234
.
.
.
.
|
.
.
.
.
244
.
.
.
.
|
.
.
.
.
254
.
.
.
.
|
.
.
.
.
264
.
.
.
.
|
.
.
.
.
274
.
.
.
.
|
.
.
.
.
284
.
.
.
.
|
.
.
.
.
294
.
.
.
.
|
.
.
.
.
304
.
.
.
.
|
.
.
.
.
314
.
.
.
.
|
.
.
.
.
324
.
.
.
.
|
.
.
.
333
334
335
336
337
.
|
.
.
.
.
344
.
.
.
.
|
.
.
.
.
354
.
.
.
.
|
.
.
.
.
364
.
.
.
.
|
.
.
.
.
374
.
.
.
.
|
.
.
.
.
384
.
.
.
.
|
.
.
.
.
394
.
.
.
.
|
.
.
.
.
404
.
.
.
.
|
.
.
.
.
415
.
.
.
.
|
428
Copyright (C) 2003-2019
National Institute of Informatics(国立情報学研究所)
and
The Toyo Bunko(東洋文庫). All Rights Reserved.
本ウェブサイトに掲載するデジタル文化資源の無断転載は固くお断りいたします。