国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
| 私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1 |
引用情報
OCR読み取り結果
ein paar Mal Schneefall. Wir wanderten jetzt weiter nach OSO am rechten Ufer des
Flusses. Von der Nord-Koko-nor-Kette scheinen zahlreichere und bedeutendere Nebenbäche
herabzuströmen, und die Abhänge sind hier deshalb mehr ausmodelliert als an der rechten
Thalseite; deshalb führt auch der Weg am rechten Flußufer.
Endlich kreuzen wir den Bukhain-gol an einer breiten bequemen Stelle, wo die Ufer-
terrasse kaum meterhoch war. Die Breite des Hauptarmes war 75 m, die mittlere Tiefe
0,25 m, die Maximaltiefe 0,35 m und die Geschwindigkeit 0,9 m, also eine Wassermenge von
17 cbm, sehr klar und eisfrei. Dann folgen zwei kleine gefrorene Arme, mit sehr wenig
Wasser. Die drei nächsten Arme waren recht breit und mächtig, aber ganz trocken, nur
hin und wieder mit einem gefrorenen isolierten Tümpel im Bett. Etwa 4 km weiter östlich
passierten wir noch einen Arm von 30 m Breite, 0,2 m mittlerer Tiefe und 0,7 m Strom-
geschwindigkeit, also etwa 4 cbm Wasser in der Sekunde; er vereinigt sich bald mit dem
Hauptfluß; sein Wasser war trübe, wahrscheinlich weil es durch die weichen Erdschichten
der Nord-Koko-nor-Kette strömt. Zwischen allen diesen Armen erheben sich niedrige
Terrassen mit steilen Seiten und aus lößähnlicher Erde bestehend. Sie werden auch nicht
vom Hochwasser überschwemmt und sind gewöhnlich recht reich an Vegetation. Die
erwähnten trockenen Betten waren dagegen im Sommer mit Wasser gefüllt, einige von
ihnen waren noch feucht. Das Bett des Bukhain-gol ist also sehr breit und flach, und man
kann, wie mein Wegweiser behauptete, bei dieser Jahreszeit fast überall den Fluß passieren.
Am linken Ufer waren die Weideplätze ausgezeichnet, und hier hatten kürzlich mehrere
große Tangutenlager ihre Herden geweidet.
Wir gelangen jetzt in die Nähe der Nord-Koko-nor-Kette, in deren Thalmündungen
mehrere tangutische Lager aufgeschlagen waren; im SO konnte man auch in großer Ferne
einige Niederlassungen am Fuße der Süd-Koko-nor-Kette sehen; diese Kette biegt nach
OSO um, um den Koko-nor im S zu begrenzen. Die linke Thalseite scheint reichlicher
bewohnt zu sein als die rechte; die Abhänge und Nebenthalmündungen der Nord-Koko-nor-
Kette liegen auch nach S offen, und die Weide scheint hier besser zu sein. Unser Lager-
platz hieß Hade-sätji; östlich davon erheben sich einige Hügel, zwischen welchen ein Bach
strömt. In der Gegend gibt es mehrere Tanguten-Lager. Wie mir mitgeteilt wurde, wohnen
im Sommer Horke-Tanguten am Bukhain-gol, im Winter dagegen im Gebirge; die Koko-nor-
Tanguten dagegen wohnen im Winter auf den Ebenen rings um den See, im Sommer im
Gebirge. Die Jakzucht steht bei ihnen viel höher als die Pferdezucht; Kamele brauchen
sie nicht.
9. November. In O 160° S erhebt sich ein isolierter Hügel mit einem der wich-
tigsten „obos" vom Koko-nor. Wenig nördlich des Lagers tritt fester Fels unter den sonst
weichen Hügeln zu Tage, und zwar grobkrystallinischer, rötlicher, angewitterter Granit. Das
ausgedehnte Delta des Bukhain-gol liegt weit im S entfernt und ist nicht sichtbar. Nach-
dem wir einige Hügel passiert haben, fällt die Uferebene langsam und gleichmäßig nach dem
See hin ab; gerade im N sind von hier aus nur niedrige Hügel sichtbar, im NO und ONO
aber die Gebirgskette mit einigen Schneegipfeln. Über ein trockenes Bett erreichen wir
das Ufer. Das Wasser hatte eine reine, marineblaue Farbe und war viel weniger salzig als
in den tibetanischen Seen; bei 1,9° Lufttemperatur hatte es eine Temperatur von 6,7°.
Nur eine Uferlagune war gefroren, sonst war der ganze See eisfrei. Am Ufer ist ein recht
hoher Wall von Schieferschutt durch die Wellen aufgeworfen. Hier steht ein blauschwarzer
Schiefer an, der 88° nach N 25° O fällt. Auf einer Strecke von 3½ km fällt dieser Schiefer, der
übrigens nur Erhebungen von wenigen Metern bildet, steil in den See hinab. Der vortreff-
liche Weg folgt dem Ufer in unmittelbarer Nähe. Hin und wieder treten Quellen zu Tage.
Am östlichen Fuße eines kleinen Hügels von rötlichem Konglomerat strömt der erste Arm
(1½ cbm in der Sekunde) des Baga-ulan. Dann folgen zwei kleine Arme und ein großer
mit 2 cbm Wasser, welches an den Seiten gefroren, aber in der Mitte offen ist. Jenseits
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