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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0353 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
| 私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1 |
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OCR読み取り結果
unserem Wege ein sehr ausgedehnter Sumpf aus, dessen Ufer wir 18 km nach NO folgten.
Rechter Hand hatten wir immer und zwar in unmittelbarer Nähe nackte Sanddünen, die
halbinselförmig in den Sumpf hinauslaufen, so dafs die Uferlinie desselben sehr unregel-
mäfsig wird. Kleine Sandinseln erheben sich hin und wieder über die glatte Eisdecke des
Sumpfes. Dieser Sumpf soll von dem Hung-schui-choa-Arm gebildet sein und ist ganz
temporärer Natur, er verschwindet nämlich im Sommer und entsteht nur dadurch, dafs das
Wasser an seichten Stellen gefriert, wodurch der Abflufs unterbrochen und so die Über-
schwemmungen hervorgerufen werden. Man wird dadurch zu einem Umweg gezwungen;
den Sumpf zu kreuzen, ist unmöglich, denn in der Mitte soll eine offene Rinne strömendes
Wasser vorhanden sein. In der Nähe des Dorfes Cho-tung-sching-go konnten wir endlich
mit den Kamelen passieren. Auf der Weiterreise nach NO und NNO kreuzten wir noch
einige Ausläufer des Sumpfes; die Sanddünen haben sich ein wenig zurückgezogen; ihre
steilen Abhänge sind hier im Gebiete des vorherrschenden WNW- und NW-Windes immer
nach O gerichtet.
Nach Niu-ba-sching führte noch der Weg (1. Januar 1897) nach NO und zwar gröfsten-
teils durch die Wüste; einige Kilometer nördlich der kleinen Stadt (Tjing-fan) kreuzten
wir einen gefrorenen Flufsarm, dessen Bett nach NNW gerichtet war. Nur selten gibt es
kleine, immer von Pappelgruppen umgebene Landhäuser. Sonst ist der Boden mit niedrigen
Sanddünen bedeckt, deren steile Seiten nach ONO gerichtet sind; wo diese die Äcker und
Gärten bedrohen, sind kleine Lehmmauern aufgeführt. Es ist dies jedoch nur ein schmaler
Gürtel der Sandwüste, denn weiter nördlich stehen die Dünen lichter, und zwischen ihnen
breitet sich harter Thonboden aus mit scharfen Kanten und Stufen, die seiner Zeit von
fliefsemdem Wasser auserodiort worden sind.
Nach Bo-to-gai-tsa. Mehr als die Hälfte dieser Strecke führt der Weg wieder durch
wenig bewohnte Gegenden. Ein Bach mit ein paar Kubikmeter Wasser strömt nach NW, wie
man sagte, nach dem Dorfe Chung-ju-jue; einige Kilometer NNO davon liegt das Dorf
Chung-liu-dung mit einem Tempel. Dann folgt öde Steppe mit spärlicher Vegetation.
Die nächsten Sanddünen stehen jetzt in 5 bis 7 km Entfernung rechter Hand, rücken uns
aber allmählich näher. Linker Hand sahen wir nur in grofsер Ferne vereinzelte Dünen.
Auch auf dieser Strecke wurden einige gefrorene Sümpfe gekreuzt. Bo-to-gaj-tsa besteht nur
aus ein paar kleinen Lehmbäusern; bei diesem Dorfe wird nichts gebaut, anstatt dessen wird
Schafzucht getrieben; es ist das erste Zeichen eines Überganges zum Nomadenleben.
Nach Lej-tsa-cho. Überraschenderweise war die Gegend wieder verhältnismäfsig
reich bewohnt; mehrere Stunden lang hatten wir in der Nähe des Weges linker Hand
eine Reihe von kleinen Dörfern und zerstreuten Höfen und Gärten. Diese Reihe er-
streckt sich nach NO, und diese regelmäfsige Orientierung zeigt, dafs hier ein Bach
vorhanden sein mufs, von dem die Berieselungskanäle ausgehen, obgleich wir vom Wege
aus diesen Hauptbach nicht sehen. Rechter Hand gibt es keine Dörfer, hier sind die
Sanddünen ziemlich nahe; am Wege ist der Boden hin und wieder mit Salzkrystallen be-
deckt. Am Anfang des Dorfes Schu-tse-ho biegt der Weg nach NNO um; es erfordert ein
paar Stunden, die Äcker und Gärten dieses sehr ausgedehnten Dorfes zu durchziehen. Die
Felder standen jetzt unter Wasser, oder richtiger unter glatten Eisscheiben. Lej-tsa-ho ist
dagegen von nur 30 Familien bewohnt. Hier erreichen wir endlich den Hauptbach, welcher
die ganze Reihe von Dörfern, von Ling-tsche-fu an gerechnet, bewässert, und welchen wir
linker Hand gehabt hatten; wenigstens behauptete man hier, dafs der Bach, welcher
übrigens Niu-ning-cho genannt wurde, derselbe sei, welcher in der Nähe von Ling-tsche-fu
vorbeifliefst. Es ist recht auffallend, dafs er sich so weit gegen NO erstrecken kann, aber
vielleicht verhält er sich ebenso wie der Kerija-darja, d. h., dafs er im Winter durch
Quellen gespeist wird. Dazu kommt noch, dafs die Verdunstung in dieser Jahreszeit
weniger bedeutend ist, und dafs die vorhandene Wassermenge durch die Berieselungskanäle
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