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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0355 |
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 |
| 私の中央アジア旅行における豊富な地理学的知見、1894-1897 : vol.1 |
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OCR読み取り結果
Nach Wu-ge-sän. Auf dieser Strecke wechselten niedrige Dünen mit ebener Steppe
ab; wenige Kilometer nördlich waren jedoch hohe sterile Dünen sichtbar, und ein schmaler
Gürtel davon wurde gekreuzt. Die Dünen waren hier außerordentlich regelmäßig gebaut in
der Richtung von NNO nach SSW, d. h. von ungewöhnlich konstanten Winden gebildet.
Wo die Dünen isoliert stehen, haben sie die deutliche Halbmondform mit der steilen Seite
nach O und OSO. Dann folgt Steppe mit sporadischen Pflanzen auf meterhohen Kegeln.
In der Nähe des Weges sahen wir die ersten mongolischen Nomaden von Ala-schan.
Nördlich vom Brunnen Wu-ge-sän erhebt sich ein ganz kleines Gebirge oder vielmehr einige
tafelförmige Hügel, die sich von NW nach SO zu erstrecken scheinen, vom rötlicher Farbe
sind und wahrscheinlich aus Sandstein bestehen. Nicht weit vom Brunnen gab es noch
einige Mongolenlager. Der Brunnen war 2,35 m tief mit +6,5° Temperatur. Jeden Tag
hatten wir frischen W- oder WNW-Wind, der hier im Winter vorherrschend ist.
Nach Koko-möruk führt wieder der Weg in NO-Richtung. Auf dieser Strecke
wechselten Gürtel von ebener Steppe mit Gürteln von recht hohen Sanddünen, zwischen welchen
jedoch gewöhnlich Kamisch vorkam, ab. Cha-ma-choa war der Name eines jetzt verfallenen und
teilweise mit Sand gefüllten Brunnens. Östlich desselben erhebt sich mitten im Sandmeere ein
ganz kleiner, flach kegelförmiger Berg aus rotem Konglomerat; von der Höhe desselben hat man
eine sehr ausgedehnte Aussicht über die öde, einförmige Wüste, die sich nach allen Seiten aus-
breitet. Der Berg selbst war sandfrei, aber ringsum waren die Dünen um so mehr
schroff und schwierig, da ihre Form offenbar durch die Nähe des kleinen Berges beeinflußt
war. Bei Koko-möruk gab es ein paar Mongolenlager; von den Chinesen wurde der Platz
Tje-sche-ge-nian genannt. Die Wüste nannten die Mongolen Ulan-älesu, „den Roten
Sand".
Nach Koko-burtu gehen wir in NO-Richtung ein wenig nach N. Die erste Hälfte
des Weges führt durch Sandwüste. Eine eigentümliche Bildung des Bodens war eine
terrassenförmige, nach Osten abfallende Stufe, an deren Abhang rotes Konglomerat zu Tage
trat; der Abhang war sandfrei, aber an
der Leeseite, d. h. östlich der Stufe
waren die Dünen schlimmer und mächtiger
als sonst. Der Sandgürtel hört auch hier
mit einemmal auf, und dann haben wir
schwach gewölte Steppe. Auch hier
hielten sich Nomaden auf. Der Brunnen von Koko-burtu war 1,40 m tief mit 6,1° Tem-
peratur und hatte gutes, süßes Wasser.
Nach Ärten-tollga biegt der Weg nach SO um und führt über schwach undulierende,
licht bewachsene Steppe; Dünen kommen nicht mehr vor; im Norden sehen wir wieder
einen kleinen isolierten Berg. Der Brunnen von Ärten-tollga hatte eine Tiefe von 2,6 m
und 8,2° Temperatur; das Wasser ist süß und klar. Das Ala-schan-Gebirge ist jetzt im
Osten deutlich sichtbar.
Nach Haschato gehen wir in derselben Richtung; der Boden ist zuerst sandig, dann
besteht er aus Staub und ist licht mit Steppenpflanzen bewachsen, und endlich tritt etwas
Schutt auf; nur einer Teil des Weges hatten wir rechter Hand Sanddünen. Der Wüstenweg
durch den Ala-schan, den wir jetzt benutzten, macht einen weiten nördlichen Bogen, um die
südlich davon gelegenen Sandwüste zu vermeiden. Wie eben beschrieben worden ist, schneiden
jedoch einige Tagereisen die Sandwüste an ihrer engsten Stelle oder gerade dort, wo diese
Wüste mit dem nördlich davon gelegenen Teil des Sandmeeres der Gobi zusammenhängt.
Der Brunnen von Haschato war 1,10 m tief mit 2,6° Temperatur.
Nach Wang-je-fu ist die Richtung noch dieselbe und der Weg ausgezeichnet. Er
führt nämlich hauptsächlich in einem wenig tief eingeschnittenen Bett von 20—30 m Breite,
einem gelben Band in der dunklen Steppe ähnelnd. Er ist wie eine Landstraße von
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