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0389 Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1
Die Geographische-Wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien, 1894-1897 : vol.1 / Page 389 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000262
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Orthoklas . . . . . . . . . 22,24
Albit . . . . . . . . . . 33,76
Anorthit . . . . . . . . . 10,21
Bronzit . . . . . . . . . 8,94
Diopsid . . . . . . . . . 8,86
Titaneisen und Eisenglanz . . . 5,55
Quarz . . . . . . . . . . 9,98
Wasser . . . . . . . . . 0,67
100,21

Es fällt auf, dafs die Menge des calciumführenden monoklinen Pyroxens, des Diopsids,
hinter derjenigen des calciumfreien rhombischen Pyroxens, des Bronzits, zurückbleibt, ob-
wohl der Unterschied nicht so grofs ist, als man nach dem mikroskopischen Aussehen
anzunehmen geneigt wäre. Die Menge des aus Diopsid mit überschüssiger Kieselsäure und
etwas Alkalifeldspat bestehenden Glases mufs etwa 20—25 Prozent des Ganzen betragen.

Wenden wir uns nach dieser petrographischen Beschreibung zu dem Vorkommen dieser
Gesteine in der Natur.

Dr. Hedin hat die vulkanischen Gesteine während seiner Reise zum erstenmal am
10. August 1896 zwischen den Lagern III und IV angetroffen (etwa 36° 30′ N. Br. und
86° Ö. L. v. Gr., s. S. 280). Es kommen hier oben flache Kegel vor, welche aus Sand-
stein und Thonschiefer mit geneigten Schichten bestehen, und welche oben von einem
horizontalen — also diskordant aufgelagerten — Tufflager bedeckt sind, der aus der Ferne wie
eine schwarze Linie auf dem roten Berge aussieht. „Der Tuff ist blauschwarz und reich
an Blasen, von denen mehrere später mit einer weifsen Mineralsubstanz gefüllt worden
sind. Am Fufse des Berges liegen grofse und kleine Blöcke des Tuffes. Sehr kleine
Fragmente des Tuffes liegen dann weit gegen Osten auf dem sonst rötlichen Boden der
Hochebene zerstreut."

Dasjenige Vorkommen, woher die Proben mitgebracht wurden, liegt auf der Südseite
des Arka-tag bei dem Lager XI (etwa 36° 10′ N. Br. und 87° 30′ Ö. L., s. S. 290).
Es kommt hier ein kleiner, isolierter Berg vor, welcher aus feinkörnigem, dunkelgrünem
Schiefer besteht, dessen Schichten 16° nach W 315° N fielen. „Oben war aber der Berg
von einem, wie es schien, ganz horizontalen Tufflager von etwa 5 m Mächtigkeit bedeckt."
„Von diesem horstähnlich dastehenden kleinen Berg sahen wir in S 190° W zwei ähnliche
Berge von braunroter Farbe und mit einer horizontalen schwarzen Linie (die Tuffbedeckung)
oben."

Auf der weiteren Reise nach Osten in dem breiten Thal zwischen Arka-tag und
Köko-schili wurden häufig reichliche Blöcke und Stücke von schwarzem oder rotem vul-
kanischem Gestein angetroffen bis etwa 90° 30′ Ö. L.

Der Art des Vorkommens an den beiden Stellen, wo fest anstehendes Gestein an-
getroffen wurde, ist demnach: isolierte, kegelförmige Berge von sedimentären Gesteinen,
oben diskordant überlagert von einer verhältnismäfsig dünnen Bedeckung vulkanischen Ge-
steins. Das Gestein wird von Hedin als Tuff bezeichnet; nach den Proben und den Be-
schreibungen zu beurteilen, wäre vielleicht auch das Vorkommen kompakter Lavadecken
nicht ausgeschlossen. Jedenfalls liegen an diesen beiden Stellen keine recente Vulkane
mit erhaltener Vulkanform vor, und Hedin ist, im Gegensatz zu Bonvalot, der Ansicht
(p. 295), dafs solche in diesen Gegenden nicht vorhanden sind. Die Expedition von Bon-
valot und Prinz Henri d'Orleans¹), welche diese Gegend von Nord bis Süd durchkreuzte, hatte
hier die reichlich vorhandenen Fragmente vulkanischer Gesteine gefunden, und sie nahmen
an, dieselben stammten von einem grofsen vulkanähnlichen Berg, den sie „Volcan Elisée
Reclus" nannten; den Berg haben sie aber nur von ferne gesehen (l. c. p. 188).