国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

> > > >
カラー New!IIIFカラー高解像度 白黒高解像度 PDF   日本語 English
0068 Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1
中央アジア秘宝発掘記 : vol.1
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 / 68 ページ(白黒高解像度画像)

New!引用情報

doi: 10.20676/00000198
引用形式選択: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR読み取り結果

den Muhammedanern dort hingebracht worden — der Islam er-
reichte diese Gegenden erst im 13. oder 14. Jahrhundert —, sondern
geht, wie ich später zeigen werde, in buddhistische Zeiten zurück.

Die alte Stadt ist ein ungeheures Viereck, das etwa 1 qkm um-
faßt. (s. Taf. 4.) Die mächtige alte Mauer (s. Taf. 5) ist heute noch
an vielen Stellen gut erhalten. Sie hat eine Höhe von ungefähr
20 m und ist in der von Persien nach China hinein heute noch üblichen
Art aus gestampftem Lehm aufgeführt. Zahlreiche Türme — es
stehen deren noch einige siebenzig — verstärken diese nach oben
sich verjüngende Mauer, die in ihrem unteren Teil so dick ist,
daß ganze Zimmeranlagen, besonders in der Nähe der Tore, von
den Erbauern darin angebracht werden konnten.

Die Toranlagen sind zerstört; es scheint aber jede der vier die
Stadt umfassenden Mauern in der Mitte mit einem befestigten Tor
versehen gewesen zu sein.

Ein fünftes Tor befand sich anscheinend in der Nordwest-Ecke
der Mauer.

Die starke Zerstörung der Gebäude ließ die Straßenfluchten
nicht mehr deutlich erkennen. Aber zwei große Hauptstraßen, die
eine von Norden nach Süden, die andere von Osten nach Westen,
schienen sich in der Mitte der Stadt gekreuzt zu haben, bei jener
Ruine K, die wir als das Heiligtum der manichäischen Könige
der uighurischen Türken erkannt haben. (s. Taf. 8.) Der Stadtplan
dürfte daher dem Vorbilde des römischen castrum folgen.

Die Gebäude in der Stadt sind samt und sonders Tempel,
Klöster, Grabmäler, kurz, lauter religiöse Bauten. (Taf. 4.) Es ist
uns nicht gelungen, einen einzigen Profanbau zu entdecken. Die
Architektur ist in allen Gebäuden entweder iranisch (Kuppelbau)
(s. Taf. 5), oder indisch (stūpa) (s. Taf. 26); chinesische Bauten
kommen weder in der Oase von Turfan noch in den übrigen von
uns besuchten alten Siedlungen vor¹.

Es war eine Tempelstadt und Nekropole, deren starke Be-