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0074 Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1
中央アジア秘宝発掘記 : vol.1
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 / 74 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000198
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OCR読み取り結果

erhalten waren. Jedoch erkannten wir noch Reste buddhistischer
Wandgemälde auf diesen Mauern; dargestellt waren in der Haupt-
sache Dämonen der lamaistischen Epoche. (Taf. 8.)
Wir brachen, nachdem wir alles durchsucht hatten, den Fuß-
boden auf, fanden die Reste der alten Wölbung und stießen dann
auf die im wirren Durcheinander aufgetürmten Leichen jedenfalls
einiger Hundert Erschlagener. Es waren der Kleidung nach zu ur-
teilen buddhistische Mönche; die oberste Schicht war vollkommen
erhalten, die Haut, die Haare, die eingetrockneten Augen und die
furchtbaren Wunden, denen sie erlegen waren, waren in vielen
Fällen noch erhalten und kenntlich. Ein Schädel besonders war
durch die Stirn bis auf die Zähne mit einem furchtbaren Säbelhieb
gespalten.
Es ist wahrscheinlich, daß die Katastrophe, der augenscheinlich
die alte Stadt unterlag, in die Mitte des 9. Jahrhunderts anzusetzen
ist, denn um diese Zeit hatte die chinesische Regierung, um dem
Überhandnehmen der Mönche zu steuern, einen Befehl erlassen,
alle Mönche, Christen, Manichäer und Buddhisten, sollten wieder
in das bürgerliche Leben zurücktreten, praktische Arbeit treiben,
heiraten, Kinder zeugen, Steuern bezahlen und Soldaten werden,
wie es die Staatsraison erfordere. Im Falle des Nichtgehorchens
war der Tod angedroht.
Wie es stets zu sein pflegt, so auch hier; die frommen Männer
zogen den Tod vor, und so muß die Katastrophe, der die furcht-
baren Zerstörungen in der Hauptsache zuzuschreiben sein werden,
vor sich gegangen sein.
Unsere Arbeit vollzog sich unter den allerschwierigsten Ver-
hältnissen; denn im Winter pflegte ein unglaublich scharfer, durch-
dringender Wind aus dem Nordosten durch die Stadt zu fegen.
Im Sommer aber war die Hitze in der Niederung von Turfan so
groß, daß die leichteste Kleidung zu schwer wurde. Dennoch muß-
ten wir meist an schattenlosen Stellen den ganzen Tag in der Sonne
zubringen.
Es war interessant, zu sehen, wie Herr Bartus, ein Pommer,
immer mehr eine rote Färbung annahm, während ich, von fran-
zösischer Abstammung, ganz schwarz brannte.
Besonders lästig war der Lößstaub. Er erfüllte die Luft, häufig
ohne daß man den leichten Staubnebel gewahr wird, oft aber, wenn
die Frühlingsstürme wüten (März bis Mai), kommt er in dunkel-
braunen Wolken angeflogen.
Da es in Turfan höchstens alle 10 Jahre einmal regnet, der Ver-
kehr der landesüblichen Karren (araba), deren zwei eisenbeschla-