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0105 Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1
中央アジア秘宝発掘記 : vol.1
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 / 105 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000198
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OCR読み取り結果

störter Stūpa, und ergab diesen Schatzgräberinnen vor unseren
Augen einige seltsame Dämonenköpfe und eine große Menge von
tocharischen und indischen Manuskripten in indischen Schriftarten.
Wir waren genötigt, diesen äußerst pfiffigen Frauen ihre Beute für
einen ziemlichen Geldbetrag abzukaufen. Wir zahlten drei Taler
für etwa 100 schöne Blätter Manuskript.

Die bisherige Ausbeute in der alten Stadt bei Karachodscha und
in der Schlucht von Sängim war nicht ganz unbedeutend, sie ent-
sprach aber doch keineswegs den Erwartungen, die meinen Auf-
traggebern vorgeschwebt hätten. Häufig kamen Briefe von Ge-
heimrat Pischel, in denen die Überzeugung ausgesprochen wurde,
daß ich bereits eine riesenhafte Menge von Manuskripten, Skulp-
turen und Wandgemälden erbeutet hätte. Auch Majestät habe sich
des öfteren höchst interessiert nach den ohne Zweifel reichen Er-
gebnissen der Expedition erkundigt. Diesen hochgespannten Er-
wartungen entsprachen die Erfolge bis dahin keineswegs.

Grünwedel hatte mir aufgetragen, nicht in den großen Kloster-
anlagen bei Murtuk zu arbeiten, sondern die unberührten Tempel
dieser Siedlung für ihn zu reservieren. Die Nachrichten über sein
Kommen wechselten aber von Brief zu Brief. Bald hieß es, er
bricht auf, bald hieß es, er kann sich nicht zu der Reise entschlie-
ßen, so daß ich in allen meinen Anordnungen gehemmt war.

Als nun wieder ein Brief eintraf, Grünwedel wolle nicht kom-
men, beschloß ich, um der Expedition wenigstens einen großen Er-
folg zu sichern, nach dieser Siedelung vorzudringen und einen der
zahlreichen Tempel seiner Bilder zu entkleiden. Wir machten daher
eine Untersuchungsreise nach Murtuk.

Um dorthin zu gelangen, folgt man der Schlucht von Sängim
in nördlicher Richtung bis zu dem Punkt, wo zwischen steilen Ufer-
klippen der Murtukbach in den Strom der Schlucht von Sängim
mündet. Man muß die hohen Klippen des rechten Ufers erklettern,
um dann einem schmalen, auf diesen Klippen sich entlangschlän-
gelnden Wege zu den großen Klosteranlagen von Bäzäklik, welche
etwas südlich von dem großen Dorfe Murtuk liegen, zu folgen.

Man nähert sich dem Kloster Bäzäklik (ostt. = Ort, wo es Ma-
lereien [Verzierungen] gibt) bis in die allernächste Nähe, ohne daß
die große Anlage vom Wege aus je sichtbar würde. Nur an
einer Stelle gibt es einen Blick auf die Tempel, aber dort haben
die alten Mönche eine noch teilweise stehende Mauer errichtet,
welche die Siedelung den Blicken der Wanderer entzieht. Überall
begegnet man dem Bestreben der Klosterleute, sich einen mög-
lichst großen Abstand von der Welt und ihrem Treiben zu sichern.