国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

> > > >
カラー New!IIIFカラー高解像度 白黒高解像度 PDF   日本語 English
0111 Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1
中央アジア秘宝発掘記 : vol.1
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 / 111 ページ(白黒高解像度画像)

New!引用情報

doi: 10.20676/00000198
引用形式選択: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR読み取り結果

Reihe von Tempeln, die samt und sonders mit dem Sand des da-
hinterliegenden Gebirges und dem überall gegenwärtigen Lößstaub
des Landes zugedeckt waren, so daß man nur hier und da eine
Mauerkante oder die rundliche Kuppel eines Tempels aus diesen
Anhäufungen hervorragen sah.
Die Gebäude — früher waren sie wohl durch hölzerne Vor-
bauten miteinander verbunden — bestehen entweder aus Frei-
bauten oder aus in den Ton und das weiche Gestein geschnittenen
Höhlentempeln; andere sind, wie in der Sängimer Schlucht, eine
Verbindung der beiden Systeme, indem vor einem Höhlentempel
eine Vorhalle aus Luftziegeln errichtet ist.
Im ganzen sind dort einige hundert Tempel erhalten. Viele Tem-
pel des Südteiles waren indes von Ziegenhirten bewohnt worden,
die Gemälde waren durch ihre Lagerfeuer verräuchert. Nur in jenen
Tempeln, die ganz und gar verschüttet waren, war eine Ausbeute
zu erwarten. Nach dieser Erkundung beschlossen wir, einige der
von den Ziegenhirten beschädigten Tempel zu säubern und dort
unsere Wohnung aufzuschlagen. Dann begannen wir die Arbeit.
Ein Bote des chinesischen Gouverneurs von Turfan brachte mir
grade jetzt einen Brief von Pischel, der die freudigsten Erwartungen
aussprach. Wir hatten aber bis dahin noch nichts Nennenswertes
gefunden. Da lächelte eines Tages uns das Glück. Wir hatten be-
gonnen, einen großen Freibautempel zu bearbeiten und waren in
die vor die Cella gelagerte Vorhalle eingedrungen. Leider stellte
sich heraus, daß die Wandgemälde dieser Vorhalle gänzlich zer-
stört waren. Man sah nur noch schwache Umrisse.
Die engen Korridore, die oft die Cella in diesen Tempeln um-
geben, waren auch hier angebracht und vom Fußboden bis zum
oberen Ende der Mauern mit ziemlich steil anstehendem Bergsand an-
gefüllt. Ich schwang mich mit Mühe auf diese Sandanhäufungen
des linken Korridors herauf, und während ich heraufstieg, rutschte
fortwährend der Sand unter dem Gewicht meines Körpers ab, so
daß ich, im Sande gewissermaßen wassertretend, viele Zentner die-
ser Anhäufungen abstürzen ließ.
Plötzlich, wie durch eine Geistererscheinung, erblickte ich auf
den auf diese Weise freigelegten Mauern rechts und links von mir
prachtvolle Gemälde in so frischen Farben, als ob der Maler sie
soeben erst vollendet hätte.
Nun war große Freude, ich schwenkte den Hut und rief nach
Bartus, der auf der anderen Seite arbeitete; er kam herbei und wir
schüttelten uns erfreut die Hände. Wenn wir diese Bilder retten
konnten, war der Erfolg der Expedition gesichert.

他ページへのリンク