国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0115 |
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 |
| 中央アジア秘宝発掘記 : vol.1 |
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OCR読み取り結果
mäßig wie mit Karmin übergossen. Vor diesem Berg liegt eine
scharfgeschnittene Anhäufung von schwarzem Bergsand; darunter
breitet sich die Ebene aus, die, wie die Ruinen der Bauten selbst,
die goldgelbe Farbe des Löß zeigen.
Wenn wir dann den Mond aufgehen sahen, der groß wie ein
Heuschober am Firmament erschien, so änderte sich die Färbung
der Berge und des Löß in überraschender Weise. Der Berggipfel
wurde violett-blau, die Anhäufung schwarzen Bergsandes grün mit
goldenen Reflexen, der Löß aber nahm, je nachdem er beschattet
war, die wunderbarsten und gespenstischsten Färbungen an, hier
karminrot, dort violett, dort blau, dort dunkelschwarz, kurz, nir-
gends habe ich eine derartige phantastisch-wundervolle Farben-
symphonie gesehen, wie sie uns dort eine solche Mondnacht bescherte.
Legte man sich dann auf sein Lager, so schlief man doch zu-
nächst trotz aller Ermüdung nicht ein; die Eindrücke des Tages
mit ihren Erlebnissen waren zu mächtig, um den Geist schnell zur
Ruhe kommen zu lassen.
In der Totenstille, die stets dort herrscht, hörte man dann das
Plätschern des Baches, der unten am Fuß des Ausschnittes in
schnellem Gefälle einherbrauste, wie ein verspottendes Lachen.
Wenn auch die Landschaft von fabelhafter, unbeschreiblicher
Schönheit war, so entbehrte sie, zumal wenn dieses gespenstische
Lachen an das Ohr drang, nicht eines gewissen Elements des dä-
monisch Unheimlichen.
Man begriff, warum überall in diesen Tempeln die Dämonen-
fratzen an den Wänden erschienen.
Mitten in der Totenstille einer solchen Nacht erschallten plötz-
lich schauerliche Laute, als ob hundert Teufel auf einmal losgelassen
seien. Wir sprangen erschrocken auf, ergriffen unsere Büchsen und
liefen auf die Terrasse. Da sahen wir zu unserem Schrecken den
ganzen hufeisenförmigen Ausschnitt mit Wölfen besetzt, die, die
Nase in die Luft gehoben, mit langgezogenem Geheul den Mond
begrüßten.
Unsere Diener eilten herbei und beruhigten uns: „Herr, Herr,
Ihr braucht Euch nicht zu fürchten, die tun Euch nichts!" Und
so war es auch. Nach einigen Schüssen, von denen einer einen der
Besucher traf, verließen uns die Tiere, nachdem sie ihren an-
geschossenen Kameraden verzehrt hatten. Dies Ereignis hat sich
noch einmal wiederholt, uns aber das zweite Mal nicht mehr aus
der Fassung gebracht.
Der Wolf, wie in den nördlichen und westlichen Siedlungen be-
sonders bei Schicho und Manas, bei Maralbaschi aber auch am
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