国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0117 |
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 |
| 中央アジア秘宝発掘記 : vol.1 |
キャプション
| [Figure] |
「カンテラ風」天井、6〜7世紀。„Laternen"-decken 6. - 7. Jahrh.
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引用情報
OCR読み取り結果
Die Behandlung der Pferde in Turkistan weicht von der unse-
ren ab. Hat man eine Station erreicht, so wird das Pferd zunächst
wenigstens eine Stunde von kleinen Knaben im Hofe des Rast-
hauses herumgeführt, dann, nachdem ihm der Sattel etwas gelüftet
worden ist, wird sein Kopf an einem Pfahle hoch aufgebunden und
zwar so, daß es ihn nicht senken kann. Um Mitternacht wird es
getränkt und bekommt erst etwas Luzerneheu und dann Körner-
futter, meist Mohrenhirse. Ich hielt diese Veranstaltungen für un-
sinnig, wurde aber eingeschüchtert durch meine Begleiter, die be-
haupteten, wenn man das Pferd früher tränkte, schwöllen die Hufe
und das Tier würde unbrauchbar. Um Pferde bei Überanstrengun-
gen, wenn sie nicht mehr weiter können, zu heilen, schneidet man
ihnen ein Stück Knorpel aus der Nase. Ob dieses Verfahren irgend-
welchen Nutzen bringt und auf Erfahrung beruht, vermag ich nicht
zu sagen.
In der Nähe von Murtuk zwischen der Siedlung von Bäzäklik
und dem obersten Teil der Schlucht
von Sängim, westlich vom Höhenzug,
liegt noch eine kleine Siedlung namens
Tschikkan Köl. Wir entdeckten sie bei
unserer ersten Forschungsreise nach
Murtuk und arbeiteten dort einige Tage
in der bittersten Kälte.
Die Siedlung besteht in einer An-
zahl von Höhlen in einer, einem großen
See benachbarten Schlucht. An den Ufern des Sees und auf
einer im seichten Wasser befindlichen Insel fanden wir buddhi-
stische Ruinen.
Die Grabungen ergaben, daß das Wasser viel Schaden angerich-
tet hatte. Doch wurden einige schöne Köpfe (Typus der Kwannon),
einige Manuskripte und Stickereien dort geborgen. Aus den Höhlen
der Schlucht entnahmen wir Bilder, Wandgemälde, die, obwohl
ziemlich stark zerstört, uns lehrten, daß wir es mit einer Siedlung
etwa des 7. Jahrhunderts zu tun hatten. Sie glichen den Wand-
gemälden von Tuyoq im Stil und sind, wie diese, wohl die ältesten
erhaltenen Gemälde der Turfaner Oase.
In den Deckengewölben fanden sich, nicht mehr, wie in Kyzil
und Kirisch, in den Stein geschnitten, sondern nur auf die Wöl-
bung aufgemalt, die interessanten „Laternen"-Decken, die schon
in den Siedlungen von Bāmiān (Afghanistan) und in den schönen
gräzisierenden Hausteintempeln von Kaschmir auftreten. (s. Taf. 39.)
Die Laternendecke geht auf eine Balkenkonstruktion zurück,
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