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0124 Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1
中央アジア秘宝発掘記 : vol.1
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 / 124 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000198
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OCR読み取り結果

mit allen Gegenständen, die nicht feucht werden durften, im Zim-
mer herumziehen, während die Söhne des Imam mit den Moschee-
dienern sich bemühten, das Dach einigermaßen in Ordnung zu
bringen. Es half aber nichts, und hätte der Regensturm nicht ebenso
plötzlich aufgehört, wie er begonnen hatte, so wären unsere Sachen
sicherlich noch zu Schaden gekommen.

Leider hatte die kurze Zeit, in der das Gewitter wütete, schon
recht bedauerliche Folgen gezeitigt. Der Strom hatte überall Ver-
wüstungen angerichtet und Bergsand und Steine über die über-
fluteten Felder verstreut.

Etwa 15 km südlich von Karachodscha liegen zwei Kloster-
siedlungen, Tschong- (Groß-) und Kitschik- (Klein-)Hasar Schahri
(Festungsstadt, hasar für ar. ḥiṣār), in einer sehr wüsten Dünen-
gegend. Hier sollen wilde Pferde und wilde Kamele vorkommen.
(Taf. 26.)

Ein alter Schatzgräber namens Rādil, übrigens ein noch grö-
ßerer Spitzbube als unser Wirt, dem er an Drolligkeit des Humors
nicht nachstand, den er aber an Derbheit weit übertraf, hatte uns
Wunder erzählt von den kostbaren Funden, die in diesen öden Ge-
genden gemacht worden seien.

Obwohl es Juni war, zogen wir also mit zehn Mann durch die
Wanderdünen und kampierten in den alten Tempeln, wo leider
viele Skorpione hausten.

Wasser mußte von einem entfernten Kārīz, oder unterirdischen
Leitung, hergeholt werden. Man holt es in hölzernen Gefäßen, die
man rechts und links am Packsattel eines Esels anbringt. Der junge
Sohn des Mirab war mit diesem Dienst betraut.

Wir arbeiteten etwa den halben Tag und konnten feststellen,
daß hier noch in jüngerer Zeit der buddhistische Kult geübt worden
ist. Um ein Uhr erhob sich ein furchtbarer Staubsturm, bei großer
Hitze. Es war aber kein Wasser da, denn der Junge war erst kurz
vorher mit seinem Esel abgezogen.

Während des Sturmes konnte er nicht vorwärts kommen und
wir fingen alle an, heftigen Durst zu empfinden.

Der Sturm, obwohl ungewöhnlich heftig, legte sich bald und
kurz darauf kam der Wasserjunge: der Esel war gestürzt und hatte
sich ein Bein gebrochen!

Die Leute brachen sofort auf. Den Esel töteten sie, und ich bin
überzeugt, daß sie ihn zu Hause verspeist haben; Pferdefleisch
wenigstens ist so beliebt, daß man selten verlaufene Pferde wieder-
bekommt, wenn die Leute nicht gerade wissen, daß sie einem großen
Herrn gehören.