国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

> > > >
カラー New!IIIFカラー高解像度 白黒高解像度 PDF グラフィック   日本語 English
0180 Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1
中央アジア秘宝発掘記 : vol.1
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 / 180 ページ(白黒高解像度画像)

New!引用情報

doi: 10.20676/00000198
引用形式選択: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR読み取り結果

Sicher liefen auch hier geschlossene, in den Stein gehauene Ga-
lerien von Anlage zu Anlage. Hier waren aber große Verwüstungen
durch Erdbeben angerichtet worden; die Vorhallen, und mit ihnen
die Verbindungsgänge, waren sämtlich abgestürzt.
Viele der Tempel, deren Bilder ich noch 1913 herausschneiden
ließ, sind 1916 durch Erdbeben zum Absturz gebracht worden.
Die schwer zugänglichen Anlagen nahe der Quelle schienen mit
Klöstern verbunden zu sein, wir wünschten daher sehr, sie genauer
zu untersuchen. Aber zu unserem Erstaunen weigerten sich unsere
Arbeiter, biedere Bauern aus dem Dorf Kyzil und aus der Um-
gegend, auch nur einen Schritt weiterzugehen, als zu einem be-
stimmten Punkt der Schlucht!
Sie waren so erregt und so hartnäckig, daß ich sie zu mir be-
schied und im Galakostüm und meine Rangmütze — einen Schutz-
truppenhut — auf dem Kopf, nach Art eines chinesischen Beamten
eine sehr ernsthafte Untersuchung ihrer Insubordination vornahm.
Es stellte sich dann heraus, daß gerade hinter dem erwähnten
Punkt ein kleines, aber mit besonderen Kräften begabtes Heiligtum
lag. Die Türken nennen diese kleinen Steinhügel, auf denen einige
Schafs- oder Ziegenhörner liegen und bei denen ein paar Weiden-
ruten in dem Erdboden stecken, um Fetzen von Kleidern, Yak-
schwänze u. dgl. daran zu binden, „Chodscham" = etwa „Mein
frommer Fürst".
Wahrscheinlich befand sich grade hier das Hauptheiligtum der
buddhistischen Anlage. Der Ort ist dann später vom Islam als hei-
lig übernommen worden.
Es scheint, daß ein Mitglied der Expedition, ohne die Heilig-
keit des Ortes zu kennen, die Nähe der Stelle unabsichtlich ver-
unreinigt hatte. Daher die Erregung.
Ich schnitt einen großen Zipfel von meinem Hemde ab und
band ihn an einen Stab; zwei Schafsschädel wurden zu den übrigen
gelegt; die Arbeiter verrichteten einige Gebete in der Nähe des
Chodscham und damit war, nach Überreichung eines fetten Schafs
an die Gläubigen, der Zwischenfall erledigt.
Aber — an jenen Orten zu arbeiten, verweigerten die Leutchen
nach wie vor. „Ginn bar", da gibts böse Geister, sagten sie.
Eines Tages, nachdem wir schon längere Zeit in Kyzil gearbeitet
hatten, kam der Mirab zu mir und sagte, er hätte Nachricht er-
halten von einer neuen Ansiedlung in unmittelbarer Nähe der
Tempelanlage, in der wir arbeiteten. Er wolle mich sofort dorthin
führen.
Hinter dem von uns „Teufelshöhle" genannten Tempelkomplex