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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

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0187 Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1
中央アジア秘宝発掘記 : vol.1
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 / 187 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000198
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OCR読み取り結果

Jenseits der Bachschlucht nach Osten zu, in der Hauptanlage,
deckte ich einen sehr stark zerstörten Tempel auf, dessen Dach
verschwunden war, aber dessen Seitenmauern noch etwa in Mannes-
höhe in einer Schutthalde standen. Dieser Tempel überraschte durch
die merkwürdige Ähnlichkeit, die seine Gemälde mit pompeiani-
schen Bildern zeigten. Besonders die Profile waren durchaus helle-
nistisch, aber auch Faltenwurf und selbst die Farben. Grünwedel
hat diese Bilder, die ich im Original mitnehmen wollte, mit ziem-
lichem Mißfallen betrachtet. Er hat sie darauf abgezeichnet, und
leider ist ihm hier das Unglück zugestoßen, die nur lose an den
Wänden hängenden Bilder durch ungeschickte Bewegung zum Ab-
sturz zu bringen. Wir haben von diesen sehr interessanten Bildern
nur einige Fragmente aus dem Schutt retten können.
Im Schutt des Fußbodens fand ich die vergoldete kleine Holz-
statuette eines Gandhara Bodhisattva.
Nach einem mit Zebuochsen bespannten Wagen auf einem der
Bilder nannten wir diesen Tempel den „Tempel mit dem Zebu-
wagen".
Östlich von dem „Tempel mit dem Zebuwagen" liegen mehrere
früher prächtige Höhlen mit Dächern — vielmehr mit in den Felsen
geschnittenen Nachahmungen von Dächern — höchst merk-
würdiger Form.
Es sind Laternendächer, wie sie noch heute auf Bauernhäusern
in Armenien, im Hindukusch, auf dem Pamir, in Kaschmir und
in Kleintibet (Ladak) als Balkenkonstruktionen zu finden sind.
(Taf. 46, vgl. auch S. 79, 80.) Sie bestehen aus lauter Balkenvier-
ecken, von denen das unterste das größte, das oberste das kleinste
ist. Sie werden so übereinandergesetzt, daß die rechten Winkel des
oberen Vierecks immer auf die Mitten der Seiten des unteren Vier-
ecks zu liegen kommen: das oberste Viereck bildet eine Art „im-
pluvium" und läßt Luft und Licht in den Raum, während es zu-
gleich dem Rauch des darunterliegenden Herdes Abzug gestattet.
Tempel mit solchen iranischen „Laternen"decken fanden sich
außer in Kyzil besonders in Kirisch, auf dem hohen Hügelzug im
Süden des Tales, wo sie sich alle nach Norden öffneten.
Die ältesten Tempel dieser Art finden sich in den alten buddhi-
stischen Siedlungen zu Bāmiān in Afghanistan, spätere, in schönem
Haustein ausgeführt, in den stark antikisierenden, prächtigen
buddhistischen Tempeln von Kaschmir.
Diese Decken waren zum Teil auf das reichste ausgemalt und
zeigten Muster, wie sie im alten Ägypten auf Tempeldecken vor-
kommen.