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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

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0055 Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1
中央アジア秘宝発掘記 : vol.1
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 / 55 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000198
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OCR読み取り結果

ungefährlich sei, die Torheit begangen, 12000 Rubel in Gold in
Lederbeuteln auf der Brust zu tragen. Sie drückten schon im Ta-
rantaß tüchtig, aber als ich zu reiten begann — mein Schimmel
war ein Hochtraber —, wurde der Druck so unerträglich, daß ich
schon nach drei Tagen das Reiten aufgeben mußte. Das Geld wurde
also in einen Kasten getan, aufgeladen und ich saß mit meinem
Mauser-Karabiner oben auf der Telege. Von dem Unbehagen der
Reise in diesen federlosen, plumpen Fahrzeugen auf schlechten
Wegen, kann man sich keine Vorstellung machen.
Die Reise ging durch ein wildes Gebirgsland, wo wir häufig
Wölfe, zuweilen auch Großhornschafe ganz nahe am Wege sahen.
Überall schackern Elstern; dieser Vogel, den wir in Turfan kaum
je erblickten, ist hier überaus häufig.
Es war ein seltsamer Anblick, an den Bergen emporzuschauen
und dort, in der Höhe, zu sehen, wie auf schwindelnden Pfaden die
Kalmücken oder Kirgisen umhergaloppierten oder ihre Herden ein-
hertrieben.
Die Hunde dieser Hirtenvölker bilden oft eine Gefahr. Es sind
große starke und wilde Bestien, die dem Europäer abhold sind.
Nähert man sich dem Lager, so ist es gut, nochoi! nochoi! (Hund!
Hund!) zu rufen; dann kommt jemand aus einer Jurte und ver-
scheucht die wütende Schar bissiger Köter mit schweren Knuten-
hieben.
Traurig war es, ganze Gegenden verlassener Kulturzone pas-
sieren zu müssen, und wieder und wieder durch die Ruinen zer-
störter großer Flecken zu reiten; es sind die von den Tunganen
während der Kriege des Yakub Bäk zerstörten Ortschaften der
chinesischen oder türkischen Einwohner, oder umgekehrt, denn
damals waren die Hände aller gegen alle.
So kamen wir in 16 Tagen in Urumtschi an. Diese Stadt heißt
mit ihrem chinesischen Namen Di-hwa und zuweilen auch Chung-
miao-dze, nach einem wunderbar romantisch auf einem Felsen ge-
legenen chinesischen Tempelchen in der nahen Umgebung. Es ist
ein großer Handelsplatz und der Sitz des Vizekönigs (fu-tai, šung-
fu). Früher war Urumtschi einer der drei Münzplätze des Landes.
Die anderen beiden waren Aksu und Kaschghar. Im Jahre 1913
wurden Münzen nur noch in Kaschghar geprägt.
Urumtschi wird zum Teil von Osttürken, zum großen Teil aber
von Tunganen (chinesisch-redenden Mohammedanern) und von Chi-
nesen bewohnt. Die Tunganen sind hier noch weniger angenehm,
als sie es anderen Orts sind.
In Urumtschi standen zahlreiche chinesische Truppen. Es war