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0060 Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1
中央アジア秘宝発掘記 : vol.1
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 / 60 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000198
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OCR読み取り結果

die Gräben, unter intelligentester Berechnung des Gefälles, so ein-
zurichten, daß die äußerste Ausnutzung der vorhandenen Menge
erzielt wird.
Diese staunenswerten Leistungen sind eine Folge tausendjähri-
ger Übung und Erfahrung. Diese zeigt sich auch in einer höchst
zweckmäßigen Einrichtung, die diese Leute benutzen, um die im
Berge vorkommenden Quellen in die Ebene zu leiten.
Diese Kāriz (pers.) genannten Leitungen werden folgendermaßen
hergestellt.
Nach Feststellung der genauen Lage der Quelle werden
eine große Menge von Schächten in einer langen geraden Linie in
dem ansteigenden Gelände angebracht. Diese Schächte sind oft sehr
tief. Nach ihrer Fertigstellung werden sie unten durch einen Tunnel
miteinander verbunden, die Quelle wird in den obersten Schacht
geleitet, fließt durch den Tunnel und tritt, da dieser eine geringere
Senkung als das ansteigende Gelände besitzt, an der gewünschten
Stelle in die Ebene ein. Alle diese schwierigen Arbeiten führen die
Leute ohne gelehrte Hilfsmittel aus.
Die ganze Gegend zwischen dem Gebirge und der Oase ist von
solchen Kāriz durchzogen. Sie bilden für den des Nachts reitenden
Fremden eine Gefahr, denn ihre kraterartigen Mündungen sind nie
verschlossen.
Die Verteilung der Wasser ist Aufgabe des Mīrāb (Herr des
Wassers, pers.). Man nennt ihn auch (türkisch) sū nung bägi, was
dasselbe bedeutet, oder auch, wieder persisch, bārāndād oder Regen-
spender. Er muß regelrechte Register führen und man nimmt ge-
wöhnlich nur die intelligentesten, redlichsten und wohlhabendsten
Leute für dieses Amt.
Ob die Kāriz schon in der buddhistischen Periode im Gebrauch
waren oder eine Einführung der neuen Zeit sind, wage ich nicht zu
entscheiden. Jedenfalls werden noch immer solche Leitungen an-
gelegt, und zur Zeit unseres Besuches in Komul legte ein Wasser-
bauer aus Turfan für den König (wang) von Komul dort einige
Kāriz an.
Wie lohnend solche Kāriz sein können, geht aus einem mir be-
kannten Fall hervor. Der Wang von Luk-tschun hatte mit einem
Aufwand von 70 yambu (zu je rund 380.— Mark) eine Anlage her-
stellen lassen, deren Ertrag ihm im ersten Jahre 60 yambu, im
zweiten aber 80 brachte!
Vom Gebirge herabsteigend kamen wir zu einem merkwürdigen
Tale, nach seinen großen, steilen Lößklippen (yār) die Yār-Schlucht
genannt.