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0079 Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1
中央アジア秘宝発掘記 : vol.1
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 / 79 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000198
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OCR読み取り結果

wenig Tee und derartigen köstlichen Gaben, die sie mir unter
lautem Weinen darboten, während sie mich einstimmig baten,
noch einmal dem Enkel, Sohn, Gatten, Vater usw. zu verzeihen.

Es war ein so komischer und doch so rührender Anblick, daß
ich mich erweichen ließ und ihm Straflosigkeit versprach, unter
der Bedingung künftiger, besserer Führung.

Die Angst der Frauen war nicht unberechtigt. Der König näm-
lich, früher allmächtig, ist seit der Wiedererrichtung der chinesi-
schen Herrschaft unter chinesische Aufsicht geraten. Ein chinesi-
scher Verwaltungsbeamter sitzt in Turfan und hat die tatsächliche
Macht in Händen, etwa wie ein englischer „Resident" am Hof
eines indischen Fürsten. Der König darf niemanden töten, hat in-
dessen das Recht, Leute, die sich vergangen haben, prügeln zu
lassen. Zum Prügeln bedient man sich des „kleinen" oder „großen
Stocks". Dieser „große Stock" ist ein langer Bambus, dessen oberes
Ende nach Art unserer Sportruder etwas geschweift ist. Die zur
Prügelstrafe Verdammten werden auf die Erde gelegt, das Hinter-
teil wird entblößt und darauf mit diesem Stock ganz rücksichtslos
zugeschlagen. Beim ersten Hieb spritzt das Blut. 25 Hiebe genügen,
um den Tod des Menschen herbeizuführen.

Dieser König oder Wang von Luktschun ist ein schöner Jüng-
ling türkischer Rasse — der siebente in der direkten Deszendenz
vom Gründer des Reiches von Turfan, Amīn Chodscha Chan, der
um 1760 in Turfan herrschte. Wir besitzen im Museum ein um diese
Zeit für den Kaiser Kien-lung gemaltes lebensgroßes Porträt dieses
Fürsten; es ist dadurch merkwürdig, daß die Nase lang, schmal
und gerade ist, die Augen aber blau sind. In diesem Mann lebten
also die Eigenschaften der tocharischen Rasse noch 1000 Jahre
nach deren Verschwinden! Unser junger Gönner führte den Namen
seines bedeutenderen Ahnen.

Zum Tchaghan-Fest, anfangs Dezember, waren wir bei ihm
eingeladen. Es war eine große Feier. Im Säulensaal des Palastes
saßen in zwei langen Reihen die Würdenträger des Amīn Chodscha
in ihren Staatsgewändern, der Wang selbst am oberen Ende des
Saals, Bartus und ich zu seiner rechten und linken Seite.

Ein ungeheueres Kohlenbecken stand nahe vor uns; die Kohlen
waren schlecht ausgeglüht — der Dunst verursachte mir Unbehagen.

Es fand eine feierliche Speisung statt — zuerst Früchte: Wein-
trauben, Melonen, Nüsse, Pistazien, russische Bonbons und vor-
trefflicher Tee, in welchen der Wang leider als Ehrenbezeugung
uns handvollweise Zucker hineinwarf.

Später gab es Suppe mit Hammelfleisch, delikate gesottene
4*