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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

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0123 Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1
中央アジア秘宝発掘記 : vol.1
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 / 123 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000198
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OCR読み取り結果

Holz gedreht, ein kleiner Reliquienbehälter, (rundliche Kuppelform
[Taf. 39] mit aufgesetztem Schirm), mit roter, gelber und blauer
Farbe reich und geschmackvoll bemalt.
Der Imam war einer der sehr wenigen Leute, die ich in Turki-
stan getroffen habe, die nicht nur Arabisch lesen und rezitieren
konnten, sondern die es auch verstanden.
Ich hatte die ägyptische (Bulaq)-Ausgabe von „Tausend und
eine Nacht" bei mir, hatte aber noch niemand gefunden, der würdig
gewesen wäre, dieses Buch zu besitzen. Ich überreichte es meinem
Wirt, der durch diese Gabe auf das Höchste erfreut war.
Jeden Abend hatte ich große Cour. Alle Honoratioren des klei-
nen Ortes kamen zu mir herauf und wurden mit Tee bewirtet. In
zwangloser Plauderei unterhielt ich die Leute einige Zeit.
Ein köstliches Labsal in diesem Tale ist eine Quelle vortreff-
lichen, süßen Wassers, welche unterhalb der Moschee aus einem
Felsen springt. Die Hitze war in dem engen Tale ziemlich groß;
ein frischer Trunk aus dieser Quelle war ein Labsal, das andere
Genüsse weit übertraf.
Bartus siedelte bald darauf in meine Wohnung über, und wir
untersuchten die übrigen Tempel, wo indes die Ausbeute gering
blieb. Nur an den Stüpas, bei der Moschee, fanden wir noch selt-
same Grabbeigaben, unter anderem eine große Rolle weißen Stof-
fes, den ich für Leinwand hielt, der aber bei genauer Untersuchung
sich als aus den Fasern von Chinagras, Boehmeria nivea, hergestellt
erwies.
In der Oase von Turfan regnet es kaum je; es ist eine große
Seltenheit, wenn Regen niedergeht, und er ist den Leuten durchaus
nicht erwünscht. Die Regengüsse, wenn sie eintreten, sind meistens
so heftig, daß der Weizen sich legt, und daß die Ströme und Kanäle
zur ungeeigneten Zeit übertreten und ihre Wasser Verwüstungen
anrichten. Schimmel und Pilz erscheint dann an Frucht und Ge-
treide.
Während wir in Tuyok wohnten, verfinsterte sich eines Nach-
mittags urplötzlich der Himmel, ein entsetztiches Gewitter brach
los und es regnete wie aus Mulden. In wenigen Minuten begann
der Bach anzuschwellen, in einer halben Stunde trat er über seine
Ufer und in einer Stunde zog ein braunrotes, brüllendes Gewässer
verheerend durch das Bachbett und die Umgebung der Ufer.
Wir hatten unsere Manuskripte schon geordnet und in einer
Kiste verpackt. Plötzlich aber fing das flache Lehmdach unseres
Zimmers an zu lecken und Ströme schmutzigen Lehmwassers er-
gossen sich von allen Seiten in den Raum. Wir mußten fortwährend
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