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0127 Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1
中央アジア秘宝発掘記 : vol.1
Auf Hellas Spuren in Ostturkistan : vol.1 / 127 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000198
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OCR読み取り結果

welches beim Sonnenuntergang geschlossen und mit großen Holz-
balken verriegelt wird. Diesem Tor gegenüber liegen die Gastzim-
mer in einer langen Reihe. Einige von ihnen sind Einzelräume mit
nur einer Tür nach dem Hof; andere, für mehrere Reisende be-
stimmt, sind miteinander durch Türen verbunden. Alle Fenster und
Türen öffnen gewöhnlich nur auf den Hof, kein einziges nach außen.
An den beiden Seitenmauern und neben dem Tor, sind die Ställe
für Pferde, Esel und Kamele mit Futterkrippen angebracht.

Das Tor war fest verriegelt; auch die übrigen Gäste waren nun
alle aus dem Schlaf erwacht und bemühten sich mit uns, den Dieb
zu finden. Es stellte sich heraus, daß in einem Raume allerhand
Frauenschmuck aus Silber, Korallen und Halbedelsteinen, kost-
bare Seidengewänder usw., wie sie vornehme Damen oder Kokotten
zu tragen pflegen, sich vorfanden. Dieses Zimmer war von dem vor-
her beschriebenen Jüngling gemietet worden. Auch seine beiden
Pferde, von denen das eine ein schöner Brauner war, fanden sich
vor. Der Gast aber fehlte, und der Wirt teilte uns mit, daß er am
Nachmittag das Serai verlassen habe. Dieser Mann war vermutlich
der Dieb. Er hatte ohne Zweifel die Sachen stehlen und sie bei
einem Freunde verbergen wollen, um dann, nach vollbrachter Tat,
ganz harmlos Einlaß zu begehren.

Wir holten den chinesischen Landrat (amban) aus dem Bett,
und auf der Stelle schickte er Späher (sin-tschi) nach allen Sei-
ten aus.

Die Pferde, die kostbaren Kleider und den Schmuck belegte ich
mit Beschlag und händigte sie dem Landrat aus. Die Bemühungen
der Leute, den Dieb einzufangen, blieben ohne Erfolg.

Die Pferde und die gestohlenen Sachen brachte der Landrat
nach Urumtschi, wo sie dem Vizekönig übergeben wurden. Ich er-
hielt von dem letzteren für die den Dienern gestohlenen Kleider,
Sättel usw. die liberale Entschädigung von 50 chinesischen Talern
(etwa 175 Mark), die den Schaden der Leute überreichlich ersetz-
ten. Der Dieb ist niemals erwischt worden.

Wir erhielten schnell Pferde für die Rückreise, und ich
reiste ab.

Der Strom bei der kleinen Festung Daban-tsching (chin.-türk. =
der Ort am Paß) war stark geschwollen. Wir passierten glücklich
durch die Furt, die meine Leute fanden, aber eine Türkin, die mit
ihrem Kindchen oberhalb der Furt auf ihrem Eselchen durch den
Strom wollte, geriet in tiefes Wasser und wäre umgekommen, wenn
nicht auf meinen Zuruf ein ellenlanger Tungane, den mir der Land-
rat von Turfan mitgegeben, sie noch im letzten Augenblick ergriffen